Kinderbetreuung als Herausforderung

Lesedauer: 5 Min
„Willkommen“ sind Kinder in jedem Kindergarten in Schemmerhofen, nur werden immer die Plätze knapp. Noch aber haben alles Kinder
„Willkommen“ sind Kinder in jedem Kindergarten in Schemmerhofen, nur werden immer die Plätze knapp. Noch aber haben alles Kinder einen Platz bekommen. (Foto: Andreas Spengler)

Die Kinderzahlen steigen schneller als erwartet. Doch die Schemmerhofer Betreuungseinrichtungen sind bereits größtenteils belegt. Noch reichen die Plätze, auch weil mit dem Kindergarten in der Lindenstraße Raum für insgesamt rund 70 Kinder geschaffen wird. Doch langfristig denkt die Gemeinde bereits über weitere Erweiterungen nach.

Rund 20 Prozent der Kosten für die Kinderbetreuung müssen Eltern in Baden-Württemberg im Durchschnitt selbst bezahlen. In Schemmerhofen ist der Anteil etwas niedriger. Der Gemeinderat hat sich nun dafür ausgesprochen, dass die Kosten wie von den Kommunalen Landesverbänden empfohlen um drei Prozent steigen sollen, zunächst für ein Jahr. Für 40 Stunden in der Woche in der U2-Betreuung in der Krippe zahlen Eltern im Jahr 2019/20 bei einem Kind zum Beispiel 612 Euro im Monat, von zwei bis drei Jahren 417 Euro und für die Ü3-Betreuung in der Regelgruppe 209 Euro.

Gerade der Bedarf für die U3-Betreuung steige inzwischen auch in den ländlicheren Gemeinden weiter – und das zum Teil schneller als prognostiziert, betonte Schemmerhofens Hauptamtsleiter Alfons Link. „Wir haben vorausschauend geplant, aber wenn sich die Zahlen so weiterentwickeln, müssen wir eventuell in zwei bis drei Jahren nochmals über Erweiterungen nachdenken“, sagte er. Bürgermeister Mario Glaser verwies darauf, dass sich die Entwicklungen nicht genau vorhersehen lassen. „Vor vier Jahren haben wir die Diskussion geführt, ob wir wirklich einen viergruppigen Neubau brauchen“, sagte er. Heute müsse man sagen: „Gottseidank“. Der Kindergartenneubau in der Lindenstraße sei absolut notwendig. „Die Bauentscheidung für Schemmerhofen war richtig.“ Der Bau bleibe nach jetzigem Stand im Zeitrahmen und liege sogar unter den prognostizierten Kosten. Die Einrichtung soll dann ab dem 9. September in Betrieb gehen. Noch seien Plätze frei, doch Glaser rechnet damit, dass sich auch diese bald füllen. Viele Einrichtungen hätten bereits ihren Grenzen erreicht.

Dennoch soll auch in den Ortsteilen zukünftig die Regelbetreuung von drei bis sechs Jahren gewährleistet sein. Wer eine besondere Öffnungszeiten oder eine U3-Betreuung benötige, müsse aber notfalls auch auf zentrale Einrichtungen in Schemmerhofen oder in anderen Ortsteilen ausweichen. „Wir können nicht in jedem Ortsteil ein Angebot aufbauen, mit dem wir nur die Spitzen bedienen“, sagte Bürgermeister Glaser. „Eine gewisse Flexibilität erwarten wir dann auch von den Eltern.“ Schließlich stellten die Kinderbetreuung und die Personalkosten weiterhin den größten Posten im Gemeindehaushalt dar.

Für jeden einen Platz

Hauptamtsleiter Link erklärte, dass die Unterbringung der Kinder im vergangenen Jahr schwierig gewesen sei. „Schlussendlich haben aber alle ihren Platz bekommen“, sagte er. In Gesprächen mit den Eltern und den Einrichtungen habe sich für jeden eine Lösung gefunden. Für die nächsten ein bis zwei Jahre habe die Verwaltung „keine großen Bedenken“. Danach müsse man die weitere Entwicklung der Kinderzahlen betrachten und dann neu entscheiden. „Wenn wir merken, dass es eng wird, müssen wir eben wieder diskutieren“, sagte Glaser.

Parallel zu den Gebühren für die Kinderbetreuung hat der Rat einer Erhöhung der Elternbeiträge für die Grundschulbetreuung zugestimmt. Diese steigen künftig zum Beispiel bei einer Betreuungszeit von 15 Stunden in der Woche von 79 auf 82 Euro.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen