Ob Hochwasser, Starkregen, Brände oder Verkehrsunfälle: Immer wieder ist die Feuerwehr Schemmerhofen im Einsatz. Jetzt wurden di
Ob Hochwasser, Starkregen, Brände oder Verkehrsunfälle: Immer wieder ist die Feuerwehr Schemmerhofen im Einsatz. Jetzt wurden die Einsatzpauschalen angehoben. (Foto: Privat)

Ihre Arbeit ist meist hart, technisch schwierig und nicht selten gefährlich: Die Feuerwehren in Schemmerhofen und Warthausen sollen künftig mehr Geld für ihre Einsätze erhalten. Das haben die Gemeinderäte beschlossen.

Die Räte in Warthausen konnten es anfangs selbst kaum glauben: „Wir sind alle ganz baff, dass wir hier 26 Jahre lang nichts getan haben“, sagte Franz Schuy. Er plädierte dafür, die Aufwandsentschädigungen für die Feuerwehrleute in der Gemeinde deutlich anzuheben und schlug eine Erhöhung vor, die über dem Ansatz der Gemeindeverwaltung lag. Ihm gehe es um die „Wertschätzung der Arbeit“ und darum, die ehrenamtliche Tätigkeit attraktiv zu halten. Rund 830 Euro zahlt die Gemeinde bislang jährlich an Entschädigungen, zukünftig wird dieser Betrag auf etwa 3100 Euro ansteigen. Davon erhält der Kommandant künftig 160 Euro pro Monat. Der übrige Betrag verteilt sich auf den Stellvertreter, die Gerätewarte und die übrigen Warte, den Obmann der Altersabteilung sowie den Kassierer.

Der Gemeinderat hat einstimmig für die Erhöhungen votiert. Zukünftig solle die Summe alle fünf Jahre überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, waren sich die Räte einig. Bereits 2009 wollte die Gemeinde die Entschädigungen erhöhen, damals war der Gemeinderat dem Vorschlag jedoch nicht gefolgt. Schon seit längerer Zeit versucht der Landesfeuerwehrverband in Zusammenarbeit mit dem Städte- und Gemeindetag Baden-Württemberg, die Entschädigungen einheitlich anzupassen.

Anhebung in Schemmerhofen

Auch in Schemmerhofen erhalten die Feuerwehrleute künftig mehr Geld für ihre Einsätze. Hier wurden die Einsatzpauschalen angehoben. So bekommen Feuerwehrleute zwölf Euro je Mann und Stunde. „Nach fünf Jahren erscheint eine Anpassung insbesondere vor dem Hintergrund der Preisentwicklung sachgerecht“, begründete die Gemeinde den Schritt. Die Räte sind dem Vorschlag gefolgt und stimmten der Erhöhung von ursprünglich zehn Euro auf zwölf zu. Diskussionen entzündeten sich an dem Passus, dass „am Gerätehaus angetretene, aber nicht mehr ausgerückte Feuerwehrangehörige“ nur werktags von sechs bis 18 Uhr eine Entschädigung erhalten „mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage“.

Bei der Gemeinde seien Klagen eingegangen und offenbar Unmut bei den Feuerwehren entstanden. Bürgermeister Mario Glaser erklärte: „Uns war dieser Passus gar nicht mehr bekannt. Ich fühle mich hier zu Unrecht angegriffen.“ Aus Sicht der Gemeinde könne der Passus entfernt werden. Gemeinderat Josef Hinsinger pflichtete ihm bei: „Es kann ja nicht sein, dass wer nachts rausfährt, kein Geld bekommt.“ Anton Hagel plädierte dafür, dann auch die Alarmierung zu präzisieren, sodass nur so viele Leute benachrichtigt werden, wie tatsächlich benötigt würden. Christian Engstler sah die Problematik eher bei der Leitstelle, die seiner Ansicht nach manchmal bei kleineren Einsätzen zu viele Leute alarmiere. Der Rat stimmte am Ende mehrheitlich für die Streichung des Passus und die Verwaltung will sich nun mit den Kommandanten zusammensetzen, um die Alarmierung zu überprüfen.

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