Chor Tritonus meistert schwieriges Werk

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Der Chor Tritonus und das Orchester La Banda führten im Aufhofener Käppele barocke Werke auf.
Der Chor Tritonus und das Orchester La Banda führten im Aufhofener Käppele barocke Werke auf. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Ein Konzert auf höchstem Niveau haben der Kammerchor Tritonus und das Barockorchester La Banda im Aufhofener Käppele in Schemmerhofen gegeben. Unter Leitung von Klaus Brecht brachten sie Dixit Dominus von Georg Friedrich Händel sowie Werke von Monteverdi, Schütz, Buxtehude, Johann Christian Bach und Schelle zu Gehör.

Am Beginn des barocken Programms stand ein politisches Stück zum Ratswechsel von Johann Christien Bach. Die Solisten, Sonja Bühler und Verena Gropper (Sopran), Anne Bierwirth (Alt), Joachim Streckfuss (Tenor) und Christos Pelekanos (Bass), verkörperten Bürgermeister und Kämmerer, der Chor übernahm die Rolle des Stadtrats. Streckfuss überzeugte mit seiner leichten, beweglichen Stimme, die schnörkellos den Melodiebögen die nötige Transparenz verlieh.

Textorientierte Musik klar artikuliert dargeboten

Claudio Monteverdi darf in einem Konzert barocker Meister nicht fehlen, gilt er doch als Vater der italienischen Barockmusik. Sowohl die Solisten als auch der Chor artikulierten und gestalteten die textorientierte Musik farbig und durchsichtig, ganz der historischen Aufführungspraxis folgend.

Kantaten über Bibelworte und Choräle von Heinrich Schütz, Johann Schelle und Dietrich Buxtehude ließen die Musiker lebendig werden. Das Barockorchester La Banda aus Augsburg war mit sensibler Tongebung und in seiner Schlichtheit ergreifender Interpretation ein idealer Partner für die Sänger.

Die hervorragenden Soloviolinen korrespondierten mit den Vokalsolisten und verwoben die Kompositionen zu einem harmonischen Ganzen.

Besonders berührt hat Buxtehudes Passionskantate „Jesu meines Lebens Leben“, die über einem ostinaten Bass strophenweise variiert wird und dessen wiederkehrende Worte „…tausendmal sei Dir, liebster Jesu, Dank dafür“ vom Chor eindrücklich interpretiert wurden.

Das Hauptwerk, Georg Friedrich Händels „Dixit Dominus“, kann wegen des hohen technischen Schwierigkeitsgrads nicht von jedem Chor aufgeführt werden. Der Ochsenhausener Kammerchor Tritonus meisterte das anspruchsvolle Werk mit Leichtigkeit und Sangesfreude. Koloraturen perlten durch alle Stimmen und der Sopran bestach durch strahlende Höhe. Dirigent Klaus Brecht führte Chor und Orchester souverän durch diese musikalische Herausforderung. Anne Bierwirth bestach in der Arie „Virgam virtutis tuae“ mit ihrer warmen, ausdrucksstarken Stimme und die beiden Sopranistinnen Sonja Bühler und Verena Gropper berührten mit dem Duett in „De torrente in via bibit“ die Zuhörer. Das homogene Solistenensemble überzeugte bei allen Stücken mit schlichter Klarheit und feiner Interpretation.

Ergriffene Stille herrschte nach dem letzten Ton, bevor sich das Publikum bei den Musikern mit lang anhaltendem Applaus bedankte.

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