Der neue Trainer Bernard Stvoric (hinten links) und Co-Trainer Michael Gross mit den Zugängen des Verbandsligisten SV Alberweil
Der neue Trainer Bernard Stvoric (hinten links) und Co-Trainer Michael Gross mit den Zugängen des Verbandsligisten SV Alberweil (Foto: Peter Herle)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Ehrgeizig gehen die Fußballerinnen des SV Alberweiler als Aufsteiger in die kommende Verbandsligasaison. „Unter den ersten vier“ landen, lautet das Saisonziel. „Wenn es besser läuft, habe ich nichts dagegen“, sagt der neue Trainer Bernard Stvoric.

Die Mannschaft, die in der vergangenen Saison in 24 Landesligaspielen ungeschlagen blieb (22 Siege/2 Unentschieden) hat viele neue Gesichter hinzubekommen. Allein sieben Spielerinnen von den Bundesliga-B-Juniorinnen des SV Alberweiler stießen zur Frauenmannschaft des SVA. „Jede Einzelne hatte Angebote von Erst- oder Zweitligisten. Alle haben aber abgesagt und wollten in Alberweiler bleiben, um den Verein weiter nach oben zu bringen“, sagt Bernard Stvoric, der auf Manfred Oschwald folgte und in der vergangenen Saison noch die B-Juniorinnen des SVA trainierte. „Das spricht für einen sehr guten Teamgeist.“

Verletzungspech schlägt zu

Zudem kamen in der Sommerpause Carolin Schad (FC Memmingen) und Matea Bosnjak (Oberliga-B-Juniorinnen Asch-Sonderbuch) nach Alberweiler. „Sie ist kroatische Nationalspielerin und eine große Verstärkung im offensiven Bereich, da sie sehr torgefährlich ist“, sagt Stvoric über Bosnjak. Carolin Schad bringt Regionalligaerfahrung aus Memmingen mit. „Sie verstärkt uns in der Abwehr, wenn sie wieder fit ist“, so der 40-Jährige, der die Vorbereitung als zufriedenstellend bezeichnet. „Wenn nur nicht die Verletzten gewesen wären.“ Schad habe sich einen Außenbandriss zugezogen und werde noch mindestens zwei bis drei Wochen fehlen. Ebenfalls noch länger verletzt sind Sina Wirthensohn (Außenbandriss) und Innenverteidigerin Laura Mohr. Mohr habe in der ersten Runde des WFV-Pokals einen Steißbeinriss erlitten und falle noch mindestens fünf Wochen aus. Am schlimmsten erwischte es aber Trainertochter Victoria Stvoric. Sie zog sich bei einem Testspiel mit der kroatischen Nationalmannschaft (U19) gegen Slowenien vor rund zwei Wochen einen Kreuzbandriss zu. „Sie fällt mindestens sechs Monate aus. Nächste Woche wird sie operiert“, sagt Bernard Stvoric. Zudem haben Natascha Stemmer (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Vanessa Ogger (Bänderriss im Sprunggelenk) wegen Verletzungen nicht die komplette Vorbereitung mitmachen können und daher noch Trainingsrückstand.

„Das sind alles Stammspielerinnen. Die Ausfälle wiegen sehr schwer“, sagt Bernard Stvoric mit Blick auf die länger verletzten Spielerinnen. Der Kader sei aber stark genug, um mitzuhalten in der neuen Spielklasse. „Die Verbandsliga ist so stark wie das obere Drittel der Landesliga.“ Aufsteiger Bellenberg werde sicher oben mitspielen. „Den Rest der Teams weiß ich noch nicht so recht einzuschätzen.“ Das Spielsystem macht der SVA-Trainer ganz vom Gegner abhängig. „Wir haben in der Vorbereitung verschiedene Systeme eingeübt.“

Fernziel Regionalliga

Ein Fernziel hat Bernard Stvoric mit dem SVA bereits vor Augen. „Wir wollen in den nächsten zwei bis drei Jahren in der Regionalliga spielen. Das muss das Ziel sein, wenn der Kader so zusammenbleibt“, sagt der 40-Jährige, der als Frauen-Cheftrainer aus für die „Zweite“ des SVA zuständig ist. Betreut werde die Mannschaft, die in der vergangenen Saison Meister in der Bezirksliga wurde und nun in der Regionenliga spielt, bei den Spielen von Uli Unterweger und Richard Traub. „Es ist sehr gut, dass die ,Zweite‘ in die Regionenliga aufgestiegen ist, sonst wäre der Abstand zur ,Ersten‘ zu groß“, sagt Bernard Stvoric, für den der SVA II als „Unterbau“ sehr wichtig ist. „Das Ziel muss der Klassenerhalt sein. Das Potenzial hat die Mannschaft.“

Der SV Alberweiler II muss in der Regionenliga am ersten Spieltag beim FC Bellamont antreten (Sonntag, 11 Uhr). Die „Erste“ des SVA tritt in der Verbandsliga beim VfL Munderkingen an (Sonntag, 13 Uhr). Mit VfL-Trainer Michael Barth hat Bernard Stvoric früher bei der TSG Ehingen und dem TSV Allmendingen zusammengespielt. Den kommenden Gegner hat er bereits zweimal beobachtet. Spielerisch sei der VfL gut und habe gute Einzelspielerinnen. „Das ist kein leichter Auftaktgegner. Das Spiel wird kein Selbstläufer. Wir werden trotzdem versuchen zu punkten“, sagt Stvoric, der neben den Verletzten auch auf Florine Hartnegg (beruflich verhindert) und Matea Bosnjak (unterwegs mit der kroatischen Nationalmannschaft) verzichten muss.

SV Alberweiler

Zugänge: Greta Grimm, Victoria Stovric, Sina Wirtensohn, Natascha Stemmer, Romina Neuß, Annika Bollmann, Nadine Schwayer (alle SVA, B-Juniorinnen), Carolin Schad (FC Memmingen), Matea Bosnjak (Asch-Sonderbuch, B-Juniorinnen). Abgänge: Diana Frankenhauser (pausiert). Trainer: Bernard Stvoric (neu, für Manfred Oschwald). Vorjahresplatzierung: Aufsteiger aus der Landesliga. Saisonziel: unter die ersten vier kommen. Meisterschaftsfavorit: keine Angabe. Vorbereitungsspiele: TSV Weilheim/Teck 7:0, FV Asch-Sonderbuch 10:0, FC Blau-Weiß Bellamont 7:0, SV Jungingen 1:1, SC Unterzeil-Reichenhofen 3:0 (1. Runde WFV-Pokal), TSV Albeck 2:0 (2. Runde WFV-Pokal).

SV Alberweiler II

Zugänge: Ane Ristova, Natascha Golms (beide SVA, B-Juniorinnen). Abgänge: keine. Trainer: Bernard Stvoric, Uli Unterweger, Richard Traub. Vorjahresplatzierung: Aufsteiger aus der Bezirksliga. Saisonziel: Klassenerhalt. Meisterschaftsfavorit: FC Bellamont. Vorbereitungsspiele: SV Ochsenhausen 2:1, SGM Bellamont/Rot 4:0, TSV Warthausen 1:2, SV Burgrieden 5:4.

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