„Auch ich habe Szenen auf Schwäbisch“

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Felixa Dollinger spielte am Sonntag mit dem Dollingerie-Theater im Alten Bahnhof in Schemmerhofen das Stück "Schwäbisch macht se (Foto: Sylke Gall)

Felixa Dollinger ist eine „reingeschmeckte“ Ex-Schemmerhoferin. Am Sonntag spielen sie und Christina Rieth im „Zug um Zug“ in Schemmerhofen als Dollingerie-Teather „Schwäbisch macht sexy“. Markus Dreher hat mit Felixa Dollinger gesprochen.

Was macht denn Schwäbisch so sexy und wie haben Sie das entdeckt?

Ob Schwäbisch wirklich sexy macht, versuche ich noch herauszufinden. Es gibt aber definitiv attraktive Schwaben und attraktive Eigenschaften der Schwaben, zum Beispiel dass man sich auf sie verlassen kann. Wenn der Schwabe einen einmal ins Herz geschlossen hat, lässt er dich nicht mehr los. Auch wenn das bis dahin natürlich eine Weile dauern kann (lacht).

Worum geht es in dem Stück?

Eigentlich spielen wir so ein bisschen uns selbst. Christina Rieth spielt eine Schwäbin, ich eine Reingeschmeckte. Wir versuchen ein Theaterstück aufzuführen, aber es geht immer wieder etwas schief und läuft anders als geplant.

Und das liegt an den Unterschieden und Missverständnissen zwischen Schwaben und Reingeschmeckten?

Auch. Nicht nur, aber auch.

Sie sind gebürtig aus Gießen und dann nach Schwaben gekommen. Wieviel Autobiografisches steckt in dem Stück?

Einiges, das kann man schon sagen. Vor allem am Anfang versteht man als Reingeschmeckter vieles nicht. Und ich weiß bis heute nicht, ob jetzt Dreiviertelacht Viertel vor acht oder Viertel nach sieben bedeutet.

Sie haben die Rollenverteilung zwischen Ihnen und Ihrer Kollegin Christina Rieth in dem Stück schon genannt. Sie haben es auch selbst geschrieben?

Ja, wir schreiben alle unsere Stücke selbst und haben natürlich geschaut, welche Rolle auf wen passt. Meine Kollegin spricht fast durchgängig Schwäbisch, ich überwiegend Hochdeutsch. Aber auch ich habe ein paar Szenen auf Schwäbisch – das kommt bei den Zuschauern meistens besonders gut an.

Warum haben Sie beide gemeinsam nach der Schauspielausbildung 2010 ein eigenes Theater „Dollingerie“ gegründet? Das ist ja nicht unbedingt üblich.

Die Schauspielerei ist kein einfacher Beruf, die meisten können davon nicht leben. So sind wir gemeinsam diesen Weg gegangen. Am Anfang konnte natürlich niemand damit rechnen, dass das solch ein Erfolg wird – da sind wir schon stolz drauf. Wir haben unsere eigene Firma und sind sehr glücklich damit.

Seither touren Dollinger und Rieth fleißig durch Baden-Württemberg und darüber hinaus. Wie oft übernachten Sie denn daheim?

Im November und Dezember ist es besonders anstrengend. Da spielen wir auf unseren Weihnachtstouren fast jeden Tag und da kommt schon mal der Punkt, wo man denkt, okay, jetzt wäre eine Pause gut. Im Sommer ist es weniger, sonst sind es im Durchschnitt acht bis zehn Auftritte pro Monat. Wir geben unser Bestes, den Terminkalender zu füllen. Aber da wir am liebsten daheim schlafen, nehmen wir auch längere Fahrten in Kauf. Mittlerweile haben wir auch einen Tourbus.

Sie machen neben dem eigenen Theater aber noch einige andere Sachen.

Als Sprecherin und in der Synchronisation bin ich schon lange und immer wieder tätig. Mit Film und Fernsehen habe ich im vergangenen Jahr losgelegt und bin sehr happy, wie es läuft. Für meine Rolle in dem Kurzfilm „Heinz am Morgen“ habe ich einen Filmpreis bekommen. Ich spiele eine gelangweilte Kassiererin, meine Paraderolle (lacht). Außerdem war ich vergangenes Jahr viel im Comedy-Bereich tätig, ich hatte Auftritte beim „Nightwash“-Talent-Award in Köln und beim „Quatsch Comedy Club“ in Berlin. 2013 lief super, ich bin gespannt was 2014 bringt.

Und bei „Soko Stuttgart“ haben Sie mitgespielt.

Ja, eine kleine Rolle, die Sendung wird im Februar ausgestrahlt.

Zusatzinformationen:

Felixa Dollinger hat es während ihrer Schulzeit nach Oberschwaben verschlagen, ursprünglich kommt sie aus Hessen. Bevor sie zur Schauspielausbildung nach Stuttgart ging, wohnte sie in Schemmerhofen. 2006 machte sie ihr Abitur am Wieland-Gymnasium Biberach. Dort ging sie in der Theater-AG ihrer schon in der frühen Kindheit entdeckten Leidenschaft für die Bühne nach. Zum Profi wurde sie an der Live Act Akademie in Stuttgart ausgebildet. Dort lernte sie Christina Rieth kennen, mit ihr gründete sie ein Jahr nach Abschluss der Ausbildung das Dollingerie-Theater. Infos unter www.felixa-dollinger.de-

Das Dollingerie-Theater tritt am Sonntag, 19. Januar, in Veranstaltungssaal „Zug um Zug“ im Alten Bahnhof in Schemmerhofen mit „Schwäbisch macht sexy“ auf. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Karten gibt es direkt im „Zug um Zug“ unter Telefon 07356/6620478. Der Eintritt kostet 14 Euro (Infos unter www.zug-um-zug.de). „Schwäbisch macht sexy“ ist das aktuellste Stück. Zuvor hat das Zwei-Frau-Theater mit Felixa Dollinger und Christina Rieth vor allem mit diversen „Krimi-Dinner“-Stücken und Kabarettauftritten große Erfolge gefeiert. Informationen unter www.dollingerietheater.de.

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