Alberweiler belohnt sich nicht und verliert 0:4

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SV Alberweiler – Bayer 04 Leverkusen 0:4 (0:3). SVA: Geiselhart – Meyer (61. Rädler), Schick, Herle, Hauler (72. Seitz), Gaus – Enderle, Stvoric, Würstle, Bucher – Syla (82. Kohlmeyer). Bayer: Klink – Heinze, Barth, Ringsing (65. Wirtz), Kerschowski – Csiszar (65. Uebach), Wich, Vinken, Sahlmann, Oliveira Leite (74. Radke) – Mayr. Tore: 0:1, 0:3, 0:4 Henrike Sahlmann (14., 41., 61.), 0:2 Elisabeth Mayr (39.). SR: Annette Hanf (SV Meinhardswinden). Z.: 750.

Die Regionalliga-Fußballerinnen des SV Alberweiler haben in der zweiten Runde des DFB-Pokals ihr Heimspiel gegen Bundesligist Bayer 04 Leverkusen mit 0:4 verloren. Dabei war der SVA einer Überraschung dieses Mal deutlich näher als noch im Vorjahr gegen den FC Bayern München (0:3). Denn in der ersten Viertelstunde hatte die Mannschaft von Trainerin Chantal Bachteler zwei hochkarätige Chancen, konnte diese jedoch nicht nutzen. Die Gäste waren ihrerseits deutlich effizienter, machten aus drei Chancen drei Tore und entschieden die Partie bereits zur Halbzeit.

Leverkusens Spielführerin Isabel Kerschowski, 21-fache deutsche Nationalspielerin, brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt. „Ich will gar nicht wissen, wie es gelaufen wäre, wenn wir hier hinten gelegen hätten. Insofern haben wir noch einmal Glück gehabt.“ Denn Alberweiler hatte vor gut 750 Zuschauern forsch begonnen und die Bayer-Abwehr immer wieder unter Druck gesetzt. Auch, weil die Gäste mit dem Kopf wohl nicht ganz bei der Sache waren, wie Kerschowksi bemängelte. „Wir dürfen keinen Gegner unterschätzen. Das haben wir heute teilweise gemacht, das müssen wir uns ankreiden.“

SVA-Spielführerin Tamara Würstle hatte nach elf Minuten im Strafraum der Gäste reichlich Platz, ihr Schuss landete jedoch neben dem Tor. Stattdessen ging Leverkusen in Führung. Nach einem langen Ball wurde Henrike Sahlmann bedient – 0:1 (14.). Doch nur zwei Minuten später die nächste gute Chance für Alberweiler: Alberina Syla setzte ihren Lupfer aber über das Tor. „Die Mädels hätten sich für den brutalen Aufwand, den sie betrieben haben, belohnen müssen. Die Chancen muss man machen“, so SVA-Trainiern Chantal Bachteler. „Ich glaube nicht, dass Leverkusen damit gerechnet hat, dass wir die ersten Chancen haben.“

Zwar gab es von Alberweiler in der Folge noch ein weiteres offensives Lebenszeichen, als Selina Gaus mit einem Distanzschuss Gästekeeperin Anna Klink zu deren einzigen Parade zwang (24.), dann sorgte der Bundesligist aber für klare Verhältnisse. Innerhalb von nur drei Minuten erhöhten Elisabeth Mayr (39.) und erneut Henrike Sahlmann (41.) auf 0:3. Ein Klassenunterschied war bis zu diesem Zeitpunkt einzig in der Chancenauswertung zu sehen. So sagte Leverkusens Trainerin Verena Hagedorn später: „Uns war schon klar, dass Alberweiler sehr heiß ist auf das Spiel, darauf waren wir eigentlich auch eingestellt. Wir hatten aber zu viele Fehler im Passspiel und dadurch dem Gegner auch Möglichkeiten eröffnet, bei denen wir Glück hatten.“

In Durchgang zwei konnte sich zunächst Melanie Geiselhart im Alberweiler Tor auszeichnen, als sie gegen Jessica Wich (47.) parierte. Auf der anderen Seite bekam der SVA immer wieder Gelegenheiten, zumindest den Ehrentreffer zu machen. Doch nach starkem Dribbling von Lena Bucher verzog zunächst Victoria Stvoric (52.), kurz darauf ging Alberina Sylas Fernschuss daneben (60.). Im Gegenzug beseitigte Sahlmann mit ihrem dritten Treffer die letzten Zweifel (61.). „So ist Fußball, am Ende entscheidet eben die Kaltschnäuzigkeit“, sagte Bachteler. Auch Lena Bucher wollte kein Treffer gelingen, obwohl sie sich nach einem langen Ball im Zweikampf mit Torhüterin Anna Klink behauptet hatte, das Leder aber aus 17 Metern etwas überhastet am Tor vorbeischoss.

So blieb in Alberweiler die Erkenntnis, sich zum zweiten Mal in Folge gegen einen Bundesligisten achtbar aus der Affäre gezogen zu haben. Tamara Würstle fasste treffend zusammen: „Im ersten Moment ist man natürlich enttäuscht. Aber unterm Strich sind wir stolz darauf, dass wir wieder die zweite Runde erreicht, einen großen Gegner bekommen und uns so gut verkauft haben.“ Dass die Mannschaft an ihrer Chancenauswertung arbeiten muss, hätten die Spielerinnen schon vor der Partie gewusst. „Jetzt haben wir es nochmals ganz deutlich vor Augen geführt bekommen.“

Stimmen zum Spiel:

Chantal Bachteler (Trainerin SV Alberweiler): „Auf jeden Fall bin ich zufrieden. Gegen einen Bundesligisten muss man sich erst einmal Chancen erarbeiten. Ich denke, wir können nach der anstrengenden Woche super stolz sein auf das, was wir hier heute gezeigt haben. Wir müssen weiter an unserem Torabschluss arbeiten und unsere Chancen machen. Natürlich ist eine gewisse Enttäuschung da, wir hätten gerne ein Tor gemacht.“

Melanie Geiselhart (Torhüterin SV Alberweiler): „Ich war gegen Bayern vor einem Jahr deutlich aufgeregter. Wenn wir die zwei Chancen am Anfang gemacht hätten, wäre es ein offenes Spiel geworden. Leverkusen stand am Anfang defensiv nicht so gut. Sie hatten in der ersten Halbzeit drei Chancen und machten drei Tore. Das 4:0 ist in meinen Augen verdient.“

Tamara Würstle (Spielführerin SV Alberweiler): „Wir wussten, dass wir unsere Chancen kriegen und diese dann auch nutzen müssen. Dass es nicht geklappt hat, ärgert mich ziemlich. Aber im Endeffekt können wir sehr zufrieden sein mit unserer Leistung, wir haben alles gegeben. Auch das Resümee von den Zuschauern ist positiv, ich glaube, wir haben ihnen einiges geboten. Man hat den Klassenunterschied großteils nicht gesehen.

Martin Kaiser (Vorsitzender SV Alberweiler): „Es war eine tolle erste Halbzeit mit zwei Großchancen von uns. Leider hat sich die Cleverness eines Bundesligisten gezeigt, der aus drei Chancen drei Tore gemacht hat. Dann war das Spiel gelaufen. Wir sind rundum zufrieden. Das Wetter und die Kulisse haben gepasst. Ein tolles Ereignis, wir hoffen, dass wir das nächste Jahr wieder erreichen können.“

Verena Hagedorn (Trainerin Bayer 04 Leverkusen): „Kompliment an Alberweiler, sie haben in der Regionalliga eine gute Truppe und werden dort bestimmt etwas reißen.“

Isabel Kerschowski (Bayer 04 Leverkusen): „Vielleicht war es für Alberweiler ein Vorteil, dass die Liga schon losgegangen ist. Hinten raus hat man einen Klassenunterschied gesehen. Dennoch will ich die Leistung von Alberweiler nicht schmälern. Sie haben dagegengehalten, nie aufgegeben. Ich bin aber auch stolz auf mein Team, dass wir das souverän nach Haus gebracht haben, auch wenn wir noch einige Chancen haben liegen lassen. In der Liga müssen wir das abstellen, viele Chancen werden wir gegen Bayern sicher nicht haben.“

SV Alberweiler – Bayer 04 Leverkusen 0:4 (0:3). SVA: Geiselhart – Meyer (61. Rädler), Schick, Herle, Hauler (72. Seitz), Gaus – Enderle, Stvoric, Würstle, Bucher – Syla (82. Kohlmeyer). Bayer: Klink – Heinze, Barth, Ringsing (65. Wirtz), Kerschowski – Csiszar (65. Uebach), Wich, Vinken, Sahlmann, Oliveira Leite (74. Radke) – Mayr. Tore: 0:1, 0:3, 0:4 Henrike Sahlmann (14., 41., 61.), 0:2 Elisabeth Mayr (39.). SR: Annette Hanf (SV Meinhardswinden). Z.: 750.

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