Andrea Jeutter übernimmt Leitung an der Grundschule in Schemmerberg

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Zum Schulbeginn als neue Rektorin an der Grundschule Schemmerberg bekam Andrea Jeutter (links) von Schülern eine Schultüte über
Zum Schulbeginn als neue Rektorin an der Grundschule Schemmerberg bekam Andrea Jeutter (links) von Schülern eine Schultüte überreicht. Der scheidende Schulleiter Franz Romer(rechts) wünschte Jeutter Glück für ihre bevorstehende Aufgabe. (Foto: Andreas Spengler)

Nach 26 Jahren hat Schulleiter Franz Romer in Schemmerberg das Zepter übergeben: Nachfolgerin wird die 33-jährige Andrea Jeutter aus Schwendi. Bei der Verabschiedung in der Turnhalle Schemmerberg gab es Tränen, Tanzeinlagen und einen Vorgeschmack auf die Talente der neuen Schulleiterin.

Gemessen am Unterhaltungswert überstrahlte die Rede von Andrea Jeutter viele der vor und nach ihr gesprochenen Lobes- und Dankesworte. Mit sprühendem Witz erzählte sie davon, wie sich ihre Laufbahn schon in der Kindheit abgezeichnet hatte: Wenn ihre Eltern aus dem Haus gegangen sind, hätten ihre Geschwister zuvor gebeten: „Andrea soll nicht immer Chefin spielen.“ Wenn die Schüler heute mit einer schlechten Note nach Hause gehen, dann verrate sie ihnen, dass sie selbst in der fünften Klasse einmal eine Sechs im Diktat kassiert hatte. Und spätestens, wenn ein Schüler sie aus Versehen mal wieder mit „Mama“ anspreche, „habe ich alles richtig gemacht“.

Jeutter vermittelte glaubhaft, mit wie viel Begeisterung sie ihr neues Amt antrete: Bereits in der Grundschule habe sie eine „sehr tolle Lehrerin“ gehabt, die bei ihr die Begeisterung für den Beruf weckte. Während ihres Referendariats hatte sie bereits in der Grundschule in Schemmerberg Station gemacht, sich „in die Schule verliebt“ und dann als Konrektorin vor drei Jahren an die Grundschule versetzen lassen. Gefallen habe ihr nicht nur die „heimelige Atmosphäre“ mit rund 70 Schülern, sondern dass sie rasch auch alle Schüler mit Namen kannte, „und meist noch ihre Eltern und Omas und Opas dazu“.

Ein bequemerer Schreibtischstuhl als erste Amtshandlung

Für den Beginn auf ihrem neuen Posten ab August habe sie viele Ideen, sie wolle jedoch „sicher nicht alles über den Haufen werfen“, was die Schule auszeichne. Der „zentrale Aspekt“ sei auch in Zukunft „jedem Kind individuell gerecht zu werden“. Ausdrücklich lobte sie die Arbeit ihres Vorgängers: „Franz Romer macht es mir sehr leicht.“ Einzig einen neuen, bequemeren Schreibtischstuhl wolle sie sich anschaffen.

Wie Franz Romer wolle auch sie in Zukunft nicht nur verwalten, sondern auch weiterhin unterrichten. Die Drittklässler, die mit einer Showtanzeinlage für Unterhaltung sorgten, schenkten ihr dafür schon einmal passend Zeigestab, Schwamm und Kreide.

Viel Lob gab es auch für den scheidenden Schulleiter. „Da waren lachende Augen und ein fröhliches Herz, warme Hände und offene Ohren“, sangen die Viertklässler ihm zu Ehren. Schemmerhofens Bürgermeister Mario Glaser nannte Romer die „Idealbesetzung“ und einen „Glücksfall für die Schule in Schemmerberg“. Romer sei beliebt gewesen und habe ein „hohes Ansehen bei Eltern und Schülern“.

Für Schemmerberg sei es von besonderer Bedeutung, eine eigene Grundschule im Ort zu haben. Diese als eigenständige Einrichtung zu erhalten, habe auch weiterhin oberste Priorität, betonte Schemmerbergs Ortsvorsteher Anton Hinsinger. Tatsächlich aber sei genau dies bereits fraglich gewesen, verriet Franz Romer im Gespräch mit der SZ. Schließlich werde es zunehmend schwieriger, geeignete Lehrkräfte zu finden, die zudem eine Führungsposition an einer kleinen Schule übernehmen wollen. Umso glücklicher sei er mit der Besetzung seiner Nachfolgerin, die er bereits als Kollegin kennen- und schätzen gelernt habe. „Mein größter Wunsch war es immer, dass es weitergeht mit der Grundschule Schemmerberg“, sagte er bei seiner Verabschiedung. „Dieser Wunsch ist jetzt mit Andrea Jeutter in Erfüllung gegangen“.

Jeutter bedanke sich für die lobenden Worte und sprach danach selbst ihren Dank aus, vor allem ihren Eltern und ihrem Mann, der sich zum wiederholten Mal drei Jahre Elternzeit genommen habe, um ihr den Rücken freizuhalten. Und da kamen ihr die Tränen. Ihre Schüler seien das aber bereits gewohnt von ihr. Normalerweise passiere ihr das, wenn sie die Schüler in die großen Ferien verabschiede.

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