Wenn ein ganzes Dorf einen Garten pflegt

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 Freuen sich mit den Kindern über den tollen Schulgarten: Lehrerin Eveline Schuster (5. v. l.), Schulleiterin Gudrun Scharneck (
Freuen sich mit den Kindern über den tollen Schulgarten: Lehrerin Eveline Schuster (5. v. l.), Schulleiterin Gudrun Scharneck (r.) und Rots Bürgermeisterin Irene Brauchle (hinten Mitte). (Foto: Grundschule Ellwangen-Dietmanns)
Angela Körner-Armbruster

Die Grundschule in Ellwangen-Dietmanns hat vor Kurzem hohen Besuch empfangen, eine Kommission des Tübinger Regierungspräsidiums. Der Grund für den wichtigen Besuch: Die Grundschule war eine von 137 Schulen, die sich an der Schulgarteninitiative Baden-Würtembergs beteiligte.

Die Aufgabe der Kommission: Die geleistete Arbeit zu begutachten und zu bewerten, denn es handelt es sich um eine Art Wettbewerb. Den Siegern winken Geld- und Sachpreise, Workshops und Tipps. An dem Wettbewerb selbst liegt Lehrerin Eveline Schuster gar nicht so viel. Für sie sind ihre Erst- und Zweitklässler so oder so großartige Gärtnerhelden. „Die Tipps nehmen wir gerne, die können wir gut gebrauchen. Wir stecken gewissermaßen noch in den Kinderschuhen, weil wir erst vergangenes Jahr mit dem Projekt begonnen haben.“

Allein fühlen müssen sich die emsigen Arbeiter nicht. „Die Eltern haben uns gerne und großzügig mit Samen und Jungpflanzen unterstützt und das Hochbeet ist eine Spende der VR Bank-Stiftung Laupheim.“, erklärt die Lehrerin. „Vor allem aber freut mich, dass uns die anderen Gartenbesitzer aus dem Dorf mit Rat und Tat beistehen. Sie geben uns Hinweise zu einem guten Gelingen und helfen gerne während der Ferien mit gießen oder Unkraut jäten aus.“

Im Garten arbeiten alle zusammen

Wenn die Klassen im Wechsel Spaten und Hacke zur Hand nehmen und im alten Pfarrgarten Kohlrabi, Pflücksalate und Kräuter pflegen, sind sie voll in ihrem Element, wie die Lehrerin herzlich lobt. „Die einen graben, schaffen und wühlen und die anderen malen Schildchen, brühen Minzetee auf oder bereiten Kräutertee zu.“

Ein Kommissionsmitglied hatte die Kinder gefragt, ob sie wissen, dass nicht alle Pflanzen essbar seien. Das war ein viel zu einfache Frage, denn die Junggärtner wussten sogar, dass es 3000 verschiedene Minzen gibt und dass in ihrem ein Quadratmeter kleinen Kartoffeläckerchen das Gute unter der Erde ruht. Selbstbewusst präsentierten sie den Besuchern ihr Projekt.

Das wirkliche Gartenglück aber erleben sie nicht mit der Kommission, sondern wenn sie mitten drin in der Natur stecken. Nahrungsmittel, die durch die eigene Pflege wachsen, sind ein kostbares Gut. Das haben die Schüler dank des Projekts gelernt, glaubt die Pädagogin. Sorge bei Hagel, Enttäuschung bei Rückschlägen und Hochstimmung bei der Ernte. Ein kleiner Schulgarten wird so zu einem großen Lernerfolg für‘s Leben.

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