Reste eines Kreuzgangs bei Bauarbeiten entdeckt

Dieser Kellerabgang wurde entdeckt.
Dieser Kellerabgang wurde entdeckt. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Im Kloster Rot an der Rot wird im Kreuzgarten der bestehende Personenaufzug abgebrochen, damit eine neue, barrierefreie Anlage entstehen kann. Da im Bereich der Baugrube jedoch die Reste des Kreuzgangs vermutet wurden, sind dort seit fast zwei Monaten Archäologen im Einsatz. Das teilt die ausführende Firma, das Archäologie-Zentrum Günzburg, in einer Pressemitteilung mit.

Überblick über die Ausgrabungsstätte.
Überblick über die Ausgrabungsstätte. (Foto: privat)

Bei den Bauarbeiten seien mehrere Fundament- und Mauerreste sowie archäologische Schichten zutage gekommen, die vieles über die Klosterbauten vor und nach 1440 verraten würden. Auffällig bleibe, dass keine menschlichen Knochen gefunden worden seien, da sich im Bereich eines Kreuzgangs gerne wichtige Mitglieder des Ordens bestatten ließen.

Bewässerungsanlagen von vor über 300 Jahren

Es gebe hierzu einen wichtigen archivarischen Hinweis: Um 1630 sei verfügt worden, dass es zukünftig keine neuen Bestattungen mehr im Kreuzgang geben dürfe. Offensichtlich seien in diesem Zuge alle Gräber leergeräumt und in eine gemeinsame Grablege umgebettet worden. Stattdessen gruben die Archäologen Reste des alten Kreuzgangs sowie Bewässerungsanlagen aus, die nach dem verheerenden Brand von 1681 eventuell für die vielfältigen Hochbeete des Kreuzgartens zum Anbau von Arzneikräutern und –pflanzen dienten. Außerdem konnte ein Kellerabgang in einen unbekannten, sehr alten Keller dokumentiert werden, der in eine ältere Klosterphase vor 1440 reicht.

Das Kloster, das vor ungefähr 900 Jahren gegründet worden war, wurde im Lauf der Jahrhunderte vielfach umgebaut und neugestaltet: Brände, Plünderungen, Seuchen und ehrgeizige Neuplanungen seitens einiger Äbte trugen zu vielerlei Umbauten bei. Diese Neugestaltungen sind immer noch in den Innenräumen des Klosters zu entdecken. Wichtig werde daher nun sein, die während der Ausgrabungen zutage gekommenen Befunde mit den baugeschichtlichen Auffälligkeiten in den Innenräumen des Klosters zusammenzufügen. Die Arbeiten würden im Lauf der Woche abgeschlossen.

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