Rektorenstelle in Haslach ist weiterhin unbesetzt

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Seit acht Monaten ist die Rektorenstelle der Grundschule Haslach unbesetzt. Bewerber gab es bisher nur zwei – die eine zog ihre Bewerbung jedoch zurück, die andere konnte aufgrund mangelnder Qualifikationen nicht zugelassen werden.

Die Grundschule Haslach ist eine der kleinsten Grundschulen im Land. 40 Schüler werden dort von drei Lehrerinnen unterrichtet. Seit die bisherige Rektorin Hildegard Dengler im Juli in den Ruhestand ging, leitet Werner Egger die Grundschule kommissarisch. Leicht fällt ihm diese Aufgabe nicht, denn er ist eigentlich Schulleiter der Grund- und Werkrealschule in Rot an der Rot. „Diese Doppelfunktion kann und werde ich nicht auf Dauer machen, dafür sind die beiden Schulen einfach zu unterschiedlich“, sagt er. Es sei ein riesiger Spagat, zwei so unterschiedlich große Schulen zu leiten. „Ich schaffe es nicht, mich emotional auf beide Schulen einzulassen. Daher leite ich Rot und verwalte Haslach“, so Egger. Aus seiner Sicht sei die jetzige Situation keine gute Lösung. Und große Hoffnung, dass sich noch ein Kandidat finde, habe er auch nicht. Für die Kinder sei es die beste Lösung, die beiden Grundschulen zusammenzulegen. Denn im nächsten Schuljahr gebe es neun Erstklässler in Haslach und 27 in Rot. Zusammen seien das genug Kinder für zwei Klassen.

Ganz anders sieht das Rots Bürgermeisterin Irene Brauchle. „Ich bin frohen Mutes“, sagt sie. Sie sei optimistisch, dass sich noch jemand finden würde für die vakante Stelle. Demnächst werde man erneut in die Ausschreibung gehen. Die Schulen zusammenzulegen, stünde momentan gar nicht zur Debatte. „Die Schülerzahlen in Haslach sind seit Jahren konstant und die Eltern stehen zu 120 Prozent hinter der Schule“, so Brauchle. Gerade weil die Schule so klein und familiär sei, handele es sich ihrer Ansicht nach um einen attraktiven Arbeitsplatz. Bei einer Zusammenlegung stelle sich die Frage, ob man in Rot anbauen müsse, „und das, während in Haslach dann Räume leer stehen würden“, zählt sie die Nachteile einer Zusammenlegung auf. Als Gemeinde stehe Rot aus all diesen Gründen daher hinter der Grundschule in Haslach.

Achim Schwarz, kommissarischer Leiter des Schulamts in Biberach, bestätigt, dass es bisher nur zwei Bewerbungen gab, und keine ernsthaft in Betracht gezogen werden konnte. Daran gemessen, dass die Schule so klein sei, sich in einer Randlage befinde und es überall im Land momentan schwierig sei, Rektorenstellen an Grundschulen zu besetzen, sei das sogar ein positives Zwischenergebnis. Gemeinsam mit dem Schulträger, der Gemeinde Rot, werde er weiter nach geeigneten Kandidaten suchen. „Wir haben da einen langen Atem“, so Schwarz. Es sei nicht ungewöhnlich, dass so eine Stelle ein, zwei Jahre unbesetzt bleibe. Genau dafür gebe es ja kommissarische Leitungen. „Wir haben hier im Landkreis Biberach eine Schullandschaft mit kleinen Schulen. Und an denen wollen wir festhalten. Die Entscheidung trifft letztendlich aber immer der Schulträger.“

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