Ortschaften von innen heraus weiterentwickeln

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Die Nachfrage nach Wohnraum und Baugrundstücken in Rot an der Rot ist groß. Mit dem neuen Baugebiet „Mönchsroth“ entstehen nun erstmals seit 2005 einige Bauplätze im Außenbereich – doch auch in den Teilorten und Rot selbst gibt es einige Flächen, die potenziell für Wohnraum genutzt werden könnten. Um herauszufinden, welche Flächen dies sein könnten und um auch generell über die innerörtliche Entwicklung nachzudenken, regt Bürgermeisterin Irene Brauchle an, einen städtebaulichen Rahmenplan aufzustellen. Die Idee wurde diese Woche erstmals im Gemeinderat diskutiert.

„Der Vorschlag traf generell auf Zustimmung, wenn auch einige Räte zu bedenken gaben, dass es schwierig ist, private Flächen zu überplanen“, fasste Brauchle die Diskussion in der Gemeinderatssitzung zusammen. Das Thema Wohnen beschäftige sie, seit sie ihr Amt angetreten habe. „Es sollte nicht unser Ziel sein, nur nach außen hin Baugebiete zu erschließen. Wir dürfen die Ortskerne nicht vergessen und müssen dafür sorgen, dass diese auch mittelfristig nicht aussterben“, erklärt sie. Daher sei es wichtig, die Ortschaften als gesamte Einheit von Experten unter die Lupe nehmen zu lassen, um herauszufinden, welche Potenziale es in der Innenentwicklung gebe.

Da das ganze Verfahren voraussichtlich nicht gerade billig und Rot eine große Flächengemeinde sei, werde es nicht möglich sein, einen solchen städtebaulichen Rahmenplan für die Gesamtgemeinde aufzustellen. „Aber wir können das Thema über die Jahre hinweg vielleicht Stück für Stück angehen“, so ihre Idee. Gerade im ländlichen Bereich, das zeige auch der Blick in die Nachbargemeinden, sei es nicht immer einfach, die Ortskerne lebendig zu halten und die dafür nötige Infrastruktur zu erhalten. „Wir müssen uns bewusst machen, was einen Ort belebt und wie es bei uns in den einzelnen Ortschaften ausschaut – nur dann können wir im Notfall auch gegensteuern.“

Neue Möglichkeiten

Rot grenzt im Osten an das Landschaftsschutzgebiet Iller-Rottal und die im Flächennutzungsplan vorgesehenen Wohnbauentwicklungsflächen stehen laut Verwaltung überwiegend nicht zur Verfügung. Das habe die Erschließung neuer Bauflächen bisher sehr erschwert. Mit der Einführung des neuen Paragrafen 13b im Baugesetzbuch hingegen würden sich Rot neue Möglichkeiten erschließen. Erstmals könnten so auch außerhalb des Flächennutzungsplans Baugebiete geschaffen werden. Damit die Ortsentwicklung aber trotzdem sowohl nach außen als auch nach innen städtebaulich geordnet geschieht, dabei soll der Rahmenplan helfen.

Der Gemeinderat hat der Verwaltung den Auftrag erteilt, mögliche Entwicklungsflächen, um neues Wohnbauland im Gemeindegebiet zu schaffen, zu eruieren und systematisch zu erfassen. Außerdem soll die Verwaltung für diese potentiellen Entwicklungsflächen im Rahmen von städtebaulichen Voruntersuchungen mögliche Planungsziele formulieren. Drittens soll die Verwaltung überprüfen, inwieweit ein städtebaulicher Rahmenplan das genannte Ziel gewährleisten kann. Sie soll ein Angebot ausarbeiten und dies dem Gemeinderat in einer der folgenden Sitzungen vorstellen.

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