„Jeder findet Weg ins schnelle Internet“

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 Bürgermeisterin Irene Brauchle blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück.
Bürgermeisterin Irene Brauchle blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. (Foto: Katrin Bölstler / Archiv)
Schwäbische Zeitung

Der Neubau der Mehrzweckhalle in Haslach, die Sanierung des Wasserversorgungssystems, der Ausbau des Breitbandnetzes – der Fokus lag in der Gemeinde Rot 2018 ganz klar auf der Verbesserung der Infrastruktur. Dafür wurde viel Geld in die Hand genommen. Bürgermeisterin Irene Brauchle erklärt im SZ-Jahresinterview, was alles erreicht wurde und was sie sich für 2019 vorgenommen hat.

Frau Brauchle, was waren für Sie dieses Jahr die drei wichtigsten Projekte?

Einerseits konnten wir in Abstimmung mit den Gremien und den Vereinen die Pläne für den Neubau der Mehrzweckhalle Haslach vorantreiben. Im Bereich der Wasserversorgung konnten wir durch den Neubau und die Inbetriebnahme des Hochbehälters Bärenschachen einen wichtigen Schritt zur Sicherung unserer Infrastruktur beschreiten. 2019 nehmen wir die Planung für den Hochbehälter Jägerhaus in Angriff, der das dreifache Volumen vom Hochbehälter Bärenschachen haben wird. Neben dem wieder erfolgreichen Dorffest unserer Vereine haben wir uns als Gemeinde und auch unser rühriger Gewerbeverein Rot an der Rot sich mit der AGA-Berufsmesse im Oktober bestens präsentiert.

Gab es Projekte, die eigentlich auf der Agenda standen, aber nicht realisiert werden konnten?

Ein Bürgermeister hat sicherlich immer Ziele, die man sich vornimmt und für die man dann – aufgrund wichtiger anderer Themen – im laufenden Betrieb keine Zeit findet. Natürlich wäre es schön, bei manchen Projekten mehr vor Ort sein zu können. Aber ich habe tolle Mitarbeiter, sodass alles planmäßig läuft.

Wie geht es mit der Halle in Haslach voran?

Das Projekt ist gut angelaufen. Nach zahlreichen Gesprächen mit den Nutzern und Gremien wurden die Ausschreibungen planmäßig umgesetzt. Wir sind sicher, dass wir eine gute Lösung gemeinsam gefunden haben, auch wenn wir eine kostenoptimierte Lösung benötigen, um das Projekt finanzieren zu können. Wir hoffen nun auf gute Ausschreibungsergebnisse, sodass wir bis Ende 2019 – im optimalen Fall – hoffentlich einen wetterfesten Rohbau erreichen werden.

Gibt es Fortschritte bei der Standortsuche für einen Brunnen in Haslach?

Unser Fokus lag 2018 auf den infrastrukturellen Maßnahmen wie etwa dem Neubau des Hochbehälters Bärenschachen mit Notwasserverbindung zur Illertalwasserversorgung sowie der Planung des Hochbehälters Jägerhaus mit den erforderlichen Leitungen. Dies ist erforderlich, um dann anschließend die Wasserfassung Ellwangen und den Hochbehälter Ellwangen vom Netz nehmen und Ellwangen vom neuen Hochbehälter aus versorgen zu können. Das Thema Wasserfassung musste daher leider 2018 hintangestellt werden, da die anderen Themen in diesem Bereich sehr viel Raum einnahmen.

Kurz vor Jahresende hat Rot neue Flüchtlinge aufgenommen.

Die ersten beiden Familien sind bereits in Rot angekommen. Dank unserem aktiven und engagierten Helferkreis fühlen sich die Familien nach meinem Empfinden wohl in unserer Gemeinde. Die Begegnungen finden – wie bei anderen neu zugezogenen Menschen auch – über verschiedene Wege statt. Ein guter Ort für gegenseitiges Kennenlernen ist natürlich der Kindergarten oder die Schule. Manche gehen in Vereine und dann finden Begegnungen auch auf der Straße oder bei gegenseitigen Besuchen statt.

In Rot wurde im Frühjahr 2018 das Glasfasernetz in Betrieb genommen.

Nach einer spannenden Bauzeit konnten im Frühjahr 2018 endlich die Breitbandanschlüsse in Echtbetrieb gehen. Aufgrund einer riesigen Nachfrage wurden regelmäßig Sprechstunden der Netcom BW hier in Rot angeboten, die immer sehr stark nachgefragt wurden. Oftmals bildeten sich lange Schlangen, aber ich denke, letztendlich hat jeder Kunde seinen Weg ins schnelle Internet gefunden. Darüber bin ich sehr froh, da die Übertragungsraten in unserer Gemeinde nun auf einem aktuellen Stand sind. Natürlich werden wir uns auch zukünftig mit dem Ausbau beschäftigen, die nächsten Schritte hierzu werden 2019 entschieden.

Wurde mittlerweile eine Nachfolgerin für die bisherige Haslacher Schulrektorin Hildegard Dengler gefunden?

Aktuell ist unser Rektor der Abt-Hermann-Vogler-Schule, Herr Egger, kommissarischer Schulleiter in Haslach. Auch das Kollegium in Haslach leistet eine tolle Arbeit – was ich vor Kurzem bei der Adventsfeier wieder mal feststellen konnte. Natürlich wäre es für die Schule gut, wenn wieder ein hauptamtlicher Schulleiter vor Ort wäre. Aber da alle ihr Bestes geben, wird es gelingen, die Zeit bis zur Wiederbesetzung vor allem für die Kinder und ihre Eltern bestmöglich zu gestalten.

Ihrem Vorschlag folgend, hat der Gemeinderat entschieden, einen städtebaulichen Rahmenplan für Rot zu erstellen. Was erhoffen Sie sich davon?

Die Gemeinde erfährt – wie derzeit viele Gemeinden – eine starke Nachfrage nach Wohnraum und Baugrundstücken. Die Gemeinde eruiert daher zurzeit für den Hauptort sowie auch die Ortsteile mögliche Entwicklungsflächen für die Wohnbebauung. Neben neuen Wohngebieten soll daher auch ein Fokus auf die Innenentwicklung gelegt werden.

Stichwort Bauplätze: Was hat sich hier dieses Jahr getan und was ist für 2019 geplant?

Insbesondere im Zentralort ist die Nachfrage nach Bauflächen immens hoch. 2018 ist es gelungen, eine geeignete Fläche zu finden, der Aufstellungsbeschluss wurde gefasst. Aktuell sind wir in den Abstimmungen mit verschiedenen Behörden und Anliegern, um dann eine schnellere Verfahrensabwicklung zu erreichen. Auch in den Teilorten sollen 2019 die notwendigen Entscheidungen für neue Baugebiete getroffen werden.

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