Frauen treffen sich zur gemeinsamen Auszeit

Lesedauer: 3 Min
 Die Frauen beschäftigten sich beim Besinnungstag mit zwei Frauen, die Vorbild fürs Christsein heute sein können.
Die Frauen beschäftigten sich beim Besinnungstag mit zwei Frauen, die Vorbild fürs Christsein heute sein können. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Zu einem Besinnungstag haben sich 42 Frauen aus den zehn Zweigvereinen des Katholischen Frauenbunds, Bezirk Ochsenhausen/Illertal, im Jugendhaus St. Norbert in Rot an der Rot getroffen. Die geistliche Beirätin der KDFB-Landfrauenvereinigung, Birgit Bronner, brachte zum Thema „Gott im Alltag entdecken – Impulse für Frauen von heute“ den Teilnehmerinnen das Leben und Wirken zweier großer Frauen der Spiritualitätsgeschichte näher.

Hildegard von Bingen, 1098 geboren, wird in früher Kindheit von ihren Eltern ins Kloster gegeben. Mit 16 Jahren legt sie ihr Ordensgelübde ab und 1136 folgt sie ihrer Ziehmutter Jutta als Priorin. 1147/48 gründet Hildegard ihr eigenes Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen. Sie fängt an, ihre Werke zu schreiben und spricht erstmals über ihre Visionen, die sie schon seit Kindheit hat. Viele Enttäuschungen, Rückschläge und Anfechtungen muss sie in ihrem Leben durchstehen. Mit 60 Jahren noch macht sie Predigtreisen durchs Land und viele Menschen fragen sie um Rat. 1179 stirbt Hildegard auf dem Rupertsberg. Sie war Künstlerin und Wissenschaftlerin, Ärztin und Mystikerin, Dichterin und politisch engagiert und dies in einer von Männern dominierten Welt. Für sie standen die Schöpfung und der Mensch als Geschöpf Gottes stets im Mittelpunkt des Universums.

Madeleine Delbrêl als „Modell des Christen der Zukunft“

Am Nachmittag wurde dann ein großer Bogen ins 20. Jahrhundert zu einer weiteren großen Frau geschlagen. Madeleine Delbrêl, bekannt als „Mystikerin der Straße“, wird 1906 in Frankreich geboren und beschreitet im atheistisch geprägten Milieu des Pariser Vororts Ivry neue Wege, den Glauben zu leben. Sie verwirklicht aus der Kraft des Evangeliums heraus ein radikales Leben des sozialen Engagements und der konkreten Nächstenliebe, bis sie 1964 stirbt. Madeleine Delbrêl gilt somit als eine Pioniergestalt und als „Modell des Christen der Zukunft“. Ihr Lebensweg zeigt, wie heutzutage überzeugend Christsein gelebt werden kann.

Die Teilnehmerinnen des Besinnungstags waren sich einig, dass die Geschichte dieser beider Frauen auch Menschen heute für ihr Leben und ihren Alltag hilfreich stärken und ermutigen kann.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen