Berthold Schick und seine Allgäu 6 starten furios in die Saison

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Die in allen Belangen versierten Musiker von Berthold Schick und seinen Allgäu 6 starteten mit einem hörenswerten Konzert in Rot
Die in allen Belangen versierten Musiker von Berthold Schick und seinen Allgäu 6 starteten mit einem hörenswerten Konzert in Rot an der Rot in die Saison. (Foto: gerhard rundel)
Gerhard Rundel

Drei Stunden lang haben Berthold Schick und seine Allgäu 6 die Blasmusikfans in der ausverkauften Roter Festhalle bestens unterhalten. Böhmisch-mährische Blasmusik vom „Kleinsten“ und vom „Feinsten“ wurde durch die sieben Vollblutmusiker am Samstagabend gekonnt und in angenehmer Lautstärke zelebriert. Präsentiert wurden auch viele Titel der neu eingespielten CD „Mit Pfiff und Schwung“.

Schmissig vorgetragen

Mit der schmissig vorgetragenen „Hetscherbrückl Polka“ starteten die in allen Belangen versierten Musiker zu ihrem abendlichen musikalischen Feuerwerk. Viele Besucher reisten dabei zum Saisonstart des im In- und Ausland bekannten Ensembles viele Kilometer weit an. Einen ersten solistischen Höhepunkt lieferte Trompeter Franz Xaver Tradler beim überaus anspruchsvollen Bravoursolo „Kaskaden“ ab. Tradler kommt aus Waging am See und hatte etliche Fans aus seiner Heimat in oberbayrischer Tracht dabei.

Ensemblechef Berthold Schick zeigte seine musikalische Klasse bei der gefühlvollen irischen Ballade „Carrickfergus“ mit dem Tenorhorn sowie bei der „Alphornträumerei“ und dem „Alphornritt“ auf dem Alphorn. Mehrmals setzte er dabei den von ihm bestens beherrschten Lippentriller ein.

Beeindruckend war, wie brillant Herbert Hornig seine große Tuba spielt. Als gefühlvoller Solist glänzte er beim für seine Tochter geschriebenen Stück „Für Theresa“. Beim „Gesang der Lerche“ wechselte er die Tuba mit der Sopranino-Blockflöte. Der an der Jazztrompete ausgebildete Österreicher Reinhard Schäfer führte bei „How Deep Is Your Love“ und „Java aus der Muppet Show“ die Zuhörer in die moderne Welt der Musik. Präzise setzte er dabei seine Töne in allen Höhenlagen.

Mit selbst komponierten Titeln, Stücken der Egerländer Musikanten und von anderen Komponisten, hielten die Musiker ihre Zuhörer gekonnt bei Laune. Gelungene Abwechslung gab es bei zwei Medleys mit bekannten Melodien im Sound von Bert Kämpfert und James Last. Der bei seinen Ansagen urig auftretende bayrische Trompeter Franz Tradler, trug mit seinen Witzen ebenfalls für beste Stimmung beim Publikum bei.

Ausgefeilte Dynamik

Die fast nur aus Profis bestehende Formation Allgäu 6 bestach vor allem durch ihre unglaublichen technischen und tonlichen Qualitäten während des Konzerts. Eine ausgefeilte Dynamik führte vom feinsten Piano teils explosionsartig ins mächtige Forte. Nach drei Stunden hatte das Publikum noch nicht genug und forderte noch vier Zugaben.

„Erstaunlich, was musikalische Könner mit einer Minimalbesetzung für eine super Musik bieten können“, sagte ein Besucher nach dem Konzert.

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