Zwiefaltendorf feiert 111-jährige Fasnet-Tradition

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 Der Fasnet-Umzug der Zwiefaltendorf Bachbahner.
Der Fasnet-Umzug der Zwiefaltendorf Bachbahner. (Foto: Bruno Jungwirth)
Schwäbische Zeitung

Seit mehr als zwölf Monaten laufen die Vorbereitungen des Narrenvereins „Bachbahner“ aus Zwiefaltendorf auf Hochtouren. Der Grund dafür ist die Ersterwähnung der Figur Bachbahner vor 111 Jahren. Dies wird mit einem Hexenspuk in Zwiefaltendorf am 31. Januar und am 1.Februar groß gefeiert – zunächst am Freitag und am darauffolgenden Tag mit dem Dämmerungsumzug.

Erste „Bachbahner“ entfernten Kraut und Schlamm

Der Bachbahner kam Anfang des 19. Jahrhunderts zu seinem Namen, etwa im Jahr 1827. Damals glitten Männer in Holzbooten durch die Zwiefalter Aach und mähten das Bachkraut mit langen Sensen. Das diente zum Schutz vor Hochwasser. Die Männer mussten auch den Bachschlamm entfernen, indem sie den Matsch mit Schöpflöffeln aus dem Gewässer schaufelten. Diese Arbeit galt als sehr anstrengend.

Da die Menschen in Zwiefaltendorf pragmatisch veranlagt sind, kam einer der Fronmeister auf folgende Idee: Man spanne mehrere Pferde vor einen Bahnschlitten und entferne das Bachkraut. Diese Methode funktionierte vortrefflich, der Schlamm wurde jedoch mit dieser Technik nicht entfernt. Und so überschwemmte die Aach die angrenzenden Ried-Wiesen. Infolgedessen wurde den Zwiefaltendorfern der zunächst schändliche Name „Bachbahner“ verliehen. Seit 1909 sind Fasnetsaktivitäten im Zusammenhang mit den „Bachbahnern“ im Ort überliefert. Darüber hinaus diente ein Bericht der Schwäbischen Zeitung aus dem Jahr 1924 über das Hexentreiben rund um den Emerberg als Vorlage zur Narrenfigur Emerberg Hexe. Dazu kamen dann die überlieferten Figuren des Bachbahners und Peitschers. Und im Jahr 1989 gründete sich der Narrenverein in seiner jetzigen Form.

Hexenspuk und Umzüge bewegen die Menschen

Heute ist der Narrenverein „Bachbahner“ Mitglied im Verband Alb-Bodensee-Oberschwäbischer Narrenverein und darf nun im neuen Jahr, wie bereits 2009, ein großes Jubiläum ausrichten. In mehr als 2000 Arbeitsstunden wird der kleine Verein zusammen mit freiwilligen Helfern aus dem Dorf und der Umgebung das große Fest vorbereiten. Das Jubiläum „111 Jahre Ersterwähnung Bachbahner“ beginnt am Freitag, 31. Januar, um 19 Uhr mit dem Hexenspuk. Anschließend findet der Tanz der Emerberg Hexen statt und danach stellen die Zimmersleute den Narrenbaum am Dorfplatz auf. Im großen Festzelt auf dem Sportplatz beginnt die Ü-18 Party, dort wird bis in den Morgen gefeiert.

Am Samstag, 1. Februar, beginnt um 16 Uhr der Dämmerungsumzug durch das Dorf und endet am Festzelt, in dem die Party stattfindet. Wer es eher gemütlich mag, kann im Gemeindehaus bei Kaffee und Kuchen und anderen Speisen den Tag ausklingen lassen.

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