WMF will Verwaltung nach Geislingen verlegen

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Laut Betriebsrat gefährden die WMF-Pläne viele Arbeitsplätze in Riedlingen.
Laut Betriebsrat gefährden die WMF-Pläne viele Arbeitsplätze in Riedlingen. (Foto: Thomas Warnack)
Marion Buck

Silit soll nach den Plänen des WMF-Konzerns reine Produktionsstätte werden, die Verwaltung zum größten Teil in Geislingen zentralisiert werden. Dies bestätigt der Betriebsrat von Silit in einer Pressemitteilung. Wer und wie viele Stellen direkt betroffen sind, sei noch nicht klar, sagt dessen Vorsitzender Anton Lehmann. Die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Konzern stehen noch aus.

Die Zentralisierung der Verwaltung in Geislingen würde am Standort Riedlingen einen massiven Stellenabbau bedeuten. Etwa 90 Mitarbeiter sind derzeit in der Verwaltung beschäftigt. Nach WMF-Plänen würden 30 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz ganz verlieren. Außerdem soll nach den Vorstellungen des WMF-Vorstands ein großer Teil der verbleibenden Mitarbeiter der Verwaltung nach Geislingen gehen. Das würde bedeuten, dass viele langjährige Mitarbeiter, die teilweise mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, zukünftig nach Geislingen fahren müssten – 70 Kilometer hin und 70 Kilometer zurück. Der Betriebsrat vermutet, dass seitens der Unternehmensleitung darauf spekuliert wird, dass viele Betroffene den Weg nach Geislingen nicht täglich bewältigen können.

Der Betriebsrat sieht die Gefahr, dass mit einer Umsetzung des Vorstandskonzepts der Standort und die Marke Silit insgesamt geschwächt und gefährdet wird. Bevor in konkrete Verhandlungen eingestiegen werden kann, gebe es deshalb aus Sicht des Betriebsrats erheblichen Erklärungsbedarf. Immerhin stehe Silit seit Jahren hervorragend da und zähle zu den erfolgreichsten Unternehmen im WMF-Konzern, so Lehmann. Dieser Erfolg wurde durch vielfältige Beiträge der Beschäftigten erst ermöglicht.

Die prognostizierten Einsparungen müssen hinterfragt werden, fordert der Betriebsratsvorsitzende. Keinesfalls dürfe es sein, dass durch die Umstrukturierungen andere Bereiche und die Existenz von Silit insgesamt gefährdet würden. Zusätzlich beunruhigt wurden die Silit-Mitarbeiter durch einen Hörfunkbeitrag des SWR. Silit drohe bis in fünf Jahren die Schließung, soll ein Sprecher der IG-Metall gegenüber dem SWR geäußert haben. Das stimme nicht, stellte Lehmann im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung klar.

Zunächst stehen Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Konzern an. „Wir werden selbstbewusst in die Gespräche gehen, weil wir um den Einsatz und die Verdienste der Beschäftigten wissen“, so der Vorsitzende des Betriebsrats Anton Lehmann. Vor diesem Hintergrund und der hervorragenden wirtschaftlichen Situation von Silit gelte deshalb die klare Aussage: Es darf keine betriebsbedingten Kündigungen geben, und die Eigenständigkeit von Silit muss erhalten bleiben.

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