Vorspiel an Conrad-Graf-Musikschule: Von Volksliedern bis zu Beethovens Bläserruf

Lesedauer: 4 Min

Die Vorspielstunde mit den Holz- und Blechbläsern um Bernd Buck und Albrecht Streicher zeigte, dass Blasinstrumente viele Freun
Die Vorspielstunde mit den Holz- und Blechbläsern um Bernd Buck und Albrecht Streicher zeigte, dass Blasinstrumente viele Freunde besitzen. (Foto: Foto Kurt Zieger)
Kurt Zieger

In heiterer Atmosphäre erlebten viele Zuhörer ein buntes Vorspiel der Holz- und Blechbläserklassen von Bernd Buck und Albrecht Streicher an der Conrad Graf-Musikschule Riedlingen.

Mit vielen Läufen und kurzen Notenfolgen, zu einem bunten Vorspiel passend, eröffnete David Afonin am Saxophon mit einem Festival-Song den Melodienreigen. Als einziges Duo der Holzblasinstrumente entführten Sofia Halter und Jolina Holst mit ihren Klarinetten die Zuhörer, im Musizieren gut aufeinander abgestimmt, zu Tom Dooley nach Amerika. Dazu passte der Präirie-Song, den Lilly Baranac mit warmem Ton und fließenden Passagen folgen ließ. Selma Quertani am Saxophon zeigte mit weitschwingenden Perioden ihre Freude an den Meeresschildkröten, worauf Charlotte Bauschatz mit klar abgesetzten Tonfolgen bei „Haven´t met you get“ vor allem in den tieferen Lagen ihrem Saxophon viel Wärme entlockte.

Mit musikalischer Wegbegleitung durch Bernd Buck gestaltete Saxophonist Klemens Lumpp flott und reizvoll Philip Sparkes „Follow the leader.“ Den Reigen der Holzblasinstrumente beschloss Corinna Stöhr an der Klarinette. Lefevres Sonate Nr. 1 gestaltete sie melodisch angenehm, zügig im Tempo bei klarer Tongebung, durch Triller angereichert.

Kilian Kopf spielt erst seit einem Jahr Bariton. Dennoch gelang ihm mit dem Kinderlied vom Kuckuck und dem Esel ein erstaunlich sicherer Einstieg in den Reigen der Blechbläser. Eva Haggenmüller (Trompete) aus der Riedlinger Blechbläserklasse stellte mit Gespür für lange angerundete Tonfolgen den Cowboy-Song „Home on the Range“ vor, gefolgt von Moritz Reiter, der sich für seine musikalische Weiterbildung den „kleinen Tambour“ mit verschiedenen Notenfolgen in großem Tonumfang ausgesucht hat.

Trompeter Jonas Buck spielt bereits in einem Vororchester und präsentierte flott und mit sauber klarem Ton eine Burleske von Leopold Mozart. Von Wolfgang Amadeus Mozart stammt ein Allegro, dem Tobias Burgmeier (Posaune) auch mit vielen kurzgefassten Noten tonlich sauber abgestufte Konturen verlieh.

Fetzig, klar artikuliert, zum Sound passend, danach der „Fat Man Blues“ mit Elias Prinz an der Trompete, danach anspruchsvoll ein Rigaudon von Boismortier, dem David Binder an der Posaune in flotttem Tempo zu stimmiger Prägnanz verhalf.

Solist im Kammerorchester

Florian Binder an der Trompete kann sich bereits als versierter Jungmusiker bezeichnen. „Consolation” von Fons van Gorp entwickelte sich nach langgezogenen Tonfolgen der Einleitung zu einem anspruchsvollen Werk, das eine rundum gute Wiedergabe erfuhr. Souverän in der Tongestaltung und der vielseitigen Einbindung von melodischen und taktgebundenen Anforderungen in großem Tonumfang zeigte Noah Reiter an der Posaune bei Timothy Johnsons „Coronation” und einem Bläserruf mit vier Variationen von Beethoven – im Zusammenspiel mit Albrecht Streicher, dass er zurecht als Solist in einem Kammerorchester auftreten darf. Hohe Musizierkunst der beiden Blasmusiker erwiesen sich als wohlklingenden Hörgenuss.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen