Vorfreude auf die neue Unterkunft

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Der Riedlinger THW-Ortsbeauftragte Michael Waldraff fiebert der Fertigstellung der neuen THW-Unterkunft am Uferweg entgegen.
Der Riedlinger THW-Ortsbeauftragte Michael Waldraff fiebert der Fertigstellung der neuen THW-Unterkunft am Uferweg entgegen. (Foto: Berthold Rueß)

„Spätestens im Mai 2019 werden wir umziehen“, kündigt der Riedlinger Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks (THW), Michael Waldraff, an. Derzeit laufen am Uferweg die Arbeiten am Neubau, der Rohbau wird in etwa zwei Wochen stehen. Die Aussicht auf eine deutlich größere und schönere Unterkunft motiviere auch die ehrenamtlichen Helfer der Bundesanstalt, so Waldraff: „Sie sehen, es passiert was.“

Im September wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Zunächst wurden Teile des Bestands abgerissen – sehr zur Freude vor allem der jugendlichen Mitglieder, hat Waldraff festgestellt. Die durften sich nämlich bei der Gelegenheit richtig austoben: „Die haben die größte Freude, wenn sie eine Wand einschlagen dürfen.“ Für Vorfreude sorgt auch die geplante Kletterwand im Hof, für die die beauftragte Baufirma Fritschle das Fundament spendierte. Auch der Rohbau wird bei den regelmäßigen Übungsabenden zurzeit gerne auch mal genutzt, um sich mit dem Rollgliss nach allen Regeln der Kunst abzuseilen.

Die Zusammenarbeit mit der Baufirma aus Uttenweiler bezeichnet Waldraff insgesamt als reibungslos, ebenso mit dem Bauherren, dem Staatlichen Hochbauamt. Für Sonderwünsche des Riedlinger THW gibt es freilich nur wenig Spielraum: Planung und Umsetzung erfolgen auf der Grundlage der Musterplanung für THW-Ortsverbände. Die Baukosten werden auf rund 1,9 Millionen Euro geschätzt und bleiben somit in dem Rahmen, der eine Umsetzung im vereinfachten Verfahren ermöglicht. Aussuchen konnte sich der Ortsverband, wie die vorgeschriebenen Mittel für die Kunst am Bau verwendet werden. Man entschied sich für ein thematisch passendes Bild, welches das Treppenhaus der neuen Unterkunft schmücken soll: Das Motiv ist eine Pumpe.

Der Neubau werde deutlich größer als das alte Gebäude, freut sich Waldraff. Das ermöglicht die Unterbringung eines Werk- und Übungsraums, der durch ein großes Tor auch mit einem Stapler befahrbar ist: „Das hatten wir bisher nicht.“ Auch die „schönen Duschen“ seien ein Fortschritt. Künftig gibt es getrennte Duschbereiche für Männer und Frauen – vier Damen sind beim Riedlinger THW im Dienst. Hinzu kommen ein Gruppenraum, ein großer Unterrichtsraum, Büros und eine große Küche.

Die alte Unterkunft bleibt noch stehen, bis die neue komplett fertiggestellt ist. Der Jugendgruppe steht bis dahin ein Container zur Verfügung. Die baufällige alte Fahrzeughalle ist bereits abgerissen. Die neue mit vier Stellplätzen wird in reiner Stahlbauweise errichtet. Etwa die Hälfte der Fahrzeuge steht in der besser erhaltenen Halle am Uferweg: der Gerätekraftwagen, ein Kombi und Renault Sprinter, der als Zugtruppfahrzeug verwendet wird. Vorübergehend nach Altheim ausgelagert wurden ein Mehrzweckkraftwagen mit Pumpen, ein Mannschaftstransportwagen, ein Zweiachshänger, ein Stromaggregat und eine 5000-Liter-Hochleistungspumpe. Der Hochwassereinsatz ist eine besondere Stärke des Riedlinger THW-Verbands. „Wir schaffen 30 000 Liter pro Minute, wenn wir alle Pumpen am Laufen haben“, sagt der Ortsbeauftragte. Diese Stärke sorgt auch für gute Nachbarschaft am Uferweg: „Da haben wir schon einige Keller ausgepumpt.“

Aktuell hat das Riedlinger THW 30 aktive Helfer und 27 jugendliche Mitglieder. Der Jugendbereich boomt laut Waldraff: „Das ist die Zukunft.“ Die Zahl der Aktiven könne dagegen noch größer sein. Wie andere Hilfsorganisationen habe auch das örtliche THW mit der Aufhebung der Wehrpflicht an Personalstärke verloren. Freilich hätten auch viele, die mit der zehnjährigen Verpflichtung beim THW dem Wehrdienst entgingen, nur „die Zeit runtergerissen.“ Heute habe man eine durchweg motivierte Einheit. Michael Waldraff ist dafür das beste Beispiel: Er ist seit 1980 im THW, davon zehn Jahre als Ortsbeauftragter: „Das ist ein Hobby geworden.“

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