Von ganz zart bis farbintensiv

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Hannelore Sigrist, Marlene Fechner und Barbara Bulander rückten mit der Hängung die Bilder der Werkschau „Feuer, Wasser, Erde“
Hannelore Sigrist, Marlene Fechner und Barbara Bulander rückten mit der Hängung die Bilder der Werkschau „Feuer, Wasser, Erde“ ins rechte Licht. (Foto: Waltraud Wolf)
Schwäbische Zeitung
Waltraud Wolf

„Feuer, Wasser, Erde“ ist die aktuelle Werkschau des Kunstkreises `84 Riedlingen im Kaplaneihaus überschrieben, an der sich 22 seiner Mitglieder beteiligen. Am Donnerstag, 15. März, 19 Uhr, ist Vernissage.

„Kein leichtes Thema“, räumt Barbara Bulander ein, die mit Hannelore Sigrist zusammen den Malerkreis beim Kunstkreis ’84 leitet und jeweils donnerstags zum Jour fixe einlädt. Während dieser Treffen, aber auch in dem VHS-Kurs von Ruth Dietrich oder ganz unabhängig davon zu Hause sind die rund 50 Bilder entstanden, die präsentiert werden. Das Thema lässt erahnen, dass die meisten farbintensiv sind, steht doch Rot/Orange oder auch Gelb für Feuer, Blau in vielen Tönen für Wasser und Grün, Braun oder gar Schwarz für Erde. Doch auch ganz zarte Auseinandersetzungen mit dem Thema sind zu sehen. Nicht alle der 19 Malerinnen und drei Maler haben sich mit allen drei Elementen befasst, sondern sich auf eines oder zwei konzentriert, manche haben alle drei in einem Bild vereint, anderen nutzten dazu ein Triptychon.

Die Gruppierung der Bilder nennt Barbara Bulander eine Herausforderung. Die Künstler arbeiteten in verschiedenen Techniken: Aquarell, Acryl, Öl, sie experimentierten mit Pigmenten und verschiedenen Bindemitteln, überraschen mit dem Effekt einer speziellen Schütttechnik. Auch Siebdrucke beeindrucken und ein Hingucker ist die kleine Skulptur Badender in einem Zuber. Dem Betrachter begegnen in den abstrakten und gegenständlichen Bildern Vulkanausbrüche, Feuerbrünste, schroffe Felsen, Gewässer mit Pfählen, Wassergischt, Landschaften, aber auch Aktbilder.

Etwas ganz Besonderes bietet der kleine Raum im ersten Stock des Kaplaneihauses: Hier hängen die Stoffbilder, die in den vergangenen Wochen beim Jour fixe entstanden sind und zwar „aus allem, was der Lumpensack hergegeben hat“, freut sich Barbara Bulander. Um die zum Beispiel zum Urwald oder Meer drapierten Stoffe zusammen zu fügen, wurden besondere Garne verwendet und mit auffallenden Stichen versehen: Kreuz- und Hexenstiche, dazu Überwendlingsstiche. Meeresgetier ist hier neben Schlingpflanzen zu entdecken, ein Schiff oder auch ein Wasserrad an einem Gewässer. Zwei kleine Triptychen haben hier die Aufgabenstellung wirkungsvoll ausgearbeitet, mit Filzwolle gelegt oder in drei kleinen Stoffbildern von senkrecht nach oben strebenden Flammen, waagerechten Wellen des Wassers und einer Berglandschaft, die beide Richtungen vereint.

Bei der Vernissage am Donnerstag, umrahmt von Bläsern der Conrad Graf-Musikschule unter Leitung von Albrecht Streicher, gibt Kunstkreisvorsitzender Dr. Berthold Müller eine Einführung in die Ausstellung.

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