Vom faulen und vom listigen Schwaben

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Prof. Franz Quarthal geht dem Schwabendasein auf den Grund.
Prof. Franz Quarthal geht dem Schwabendasein auf den Grund. (Foto: Herbert Beck)
Schwäbische Zeitung

„Warum wir Schwaben sind? – die Schwaben in Eigensicht und fremder Perspektive vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts“ – so lautet der Titel des Vortrags von Prof. Franz Quarthal, den dieser am Dienstag, 7. Mai, in Riedlingen hält. Der Vortrag beginnt in der Schalterhalle der Kreissparkasse Riedlingen um 19 Uhr. Der Vortrag wird vom Altertumsverein in Zusammenarbeit mit der VHS veranstaltet.

Seit dem 16. Jahrhundert schrieben Reisende in Deutschland den Bewohnern der Gegenden, die sie besuchten, bestimmte Stammeseigenarten zu, die von den Gelehrten des Landes aufgenommen und als vermeintliche Wesensmerkmale hervorgehoben wurden. Solche in literarischen Bildern und Fiktionen „geschaffenen“ Charaktereigenschaften bestimmten die Selbsteinschätzung der Bewohner. In Deutschland wurden durch eine solche kollektive Fremdwahrnehmung erst geschaffen.

Wurzeln bis ins 10. Jahrhundert hat die aus dem 16. Jahrhundert überlieferte Geschichte von den Sieben Schwaben. Die Schwaben galten als listig und lebenslustig. Humorvoll äußerte sich noch Nicodemus Frischlin im 16. Jahrhundert über seine Landsleute, während im 18. immer stärker das Bild vom dummen – so etwa bei Ernst Moritz Arndt -, zum Teil faulen Schwaben an Gewicht gewann.

Vor Schiller galt Schwaben gar als ein „Sibirien des Geschmacks“. Zu Ende des 18. Jahrhunderts, unter dem Eindruck der hohen Karlsschule und der aufgeklärten Stuttgarter Gesellschaft, der dichterischen Leistungen von Schubart über Schiller bis hin zur schwäbischen Romantik, änderte sich das Bild.

Die zahlreichen Facetten des Schwabenbildes sollen in dem Vortrag dargestellt werden.

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