Varieté-Abend mit Zauberei, Akrobatik und Jonglage

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Eloquent, gut aussehend und sehr charmant präsentierte sich Peter Valence in Riedlingen mit verblüffenden Zaubertricks, unterstü
Eloquent, gut aussehend und sehr charmant präsentierte sich Peter Valence in Riedlingen mit verblüffenden Zaubertricks, unterstü (Foto: mechtild kniele)
Schwäbische Zeitung
Mechtild Kniele

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr ist „Peter Valance“ – den Riedlingern und vor allem den Unlingern bekannt als Peter Münst – wieder für ein Wochenende in seine alte Heimat gereist. Mitgebracht hat er drei Freunde und das Ergebnis war ein sehr abwechslungsreicher, lustiger und professioneller Varieté-Abend.

Peter Valance eilt ein sehr guter Ruf voraus. So waren die angebotenen drei Vorstellungen im Kino sofort ausverkauft und ein nachträglich ins Programm genommener Nachmittag ebenfalls. Den weitesten Weg für die Auftritte in Riedlingen hatte Peter Valance selbst, der am Donnerstagabend noch in Berlin – wo er auch lebt – auf der Bühne gestanden ist. Aus Erfurt angereist ist Bernd Busch, der eine sehr skurrile Musik-Comedy zeigte. Und aus Frankfurt stammt Antje Pode, die mit atemberaubender Jonglage mit Koffern und Akrobatik am Vertikaltuch begeisterte. Günter Fortmeier aus Freiburg verzauberte mit Bauchrednerei, „Händepuppenspiel“ und wundervollem Schattenspiel. Gemeinsam geprobt haben die Vier am Freitagnachmittag, wo auch Lichtspielhausbetreiber Jürgen Matzner gefordert war, der abends für Licht und für den richtigen Ton zu sorgen hatte.

Conferencier des Abends war Valance selbst. Ihm gelang es mühelos mit dem Publikum in Kontakt zu kommen. Er zeigte auch einige seiner spektakulären Zauberkunststücke. Valance gilt als einer der Besten seiner Zunft. So ist er bereits mit dem Merlin Award, dem „Oskar der Magie“, ausgezeichnet worden. Seine Tricks verblüffen Kinder und Erwachsene. Obwohl man weiß, dass der Künstler ja nicht wirklich zaubern kann, durchschaut man seine Kunststücke nicht. Sehen tut man sowieso nichts, so rasch agiert er mit seinen Händen und lenkt ab durch Sprache oder den Einsatz ganz anderer Requisiten.

So war bereits sein Einstieg ins Programm recht spektakulär: Auf einen riesigen Zeichenblock malte er eine große Bowlingkugel und schrieb „Bowling-Kugel“ dazu; sprechen kann er da nicht, da er den Deckel seines dicken Zeichenstiftes im Mund hat. Dann wird der Block zusammengeklappt, gedrückt und aus dem Block fällt eine echte dicke und schwere Bowlingkugel und knallt auf den Boden. Schmunzelnd schlägt Peter Valance seinen Block nochmals auf – die gemalte Kugel ist nicht mehr da. Ebenso rätselhaft ist es, wenn der Zauberer sich drei Ringe aus dem Publikum geben lässt und diese durch sanftes Aufrühren in einem Weinglas aneinander kettet. Eine Zeitung, die er in Stücke reißt, ist im nächsten Augenblick wieder komplett, und dass er als Magier Geld „machen“ und vermehren kann, stellte Peter Valance mit Hilfe der achtjährigen Philomena unter Beweis.

Nervenkitzel pur

Für Nervenkitzel sorgte Antje Pode mit ihrer Nummer am Vertikalseil. In das hängte sie sich in schwindelerregender Höhe ein und turnte akrobatisch auf und ab, um sich wieder hinunterfallen zu lassen und erst kurz vor dem Boden wieder abzufangen.

Die Lacher auf seiner Seite hatte Bernd Busch mit einer Nummer, in der er mit Kuhglocken „Lalelu“ intonierte und dies anschließend die Zuschauer spielen ließ. Ständig wiederholte er den Satz „Ist das eine Stimmung hier?“ und Kinder im Publikum fegte er bitterböse an: „Stell sofort die Füße runter, du bist hier nicht zu Hause!“ In einer zweiten Improvisation stellte er ein kleines „Orchester“ aus dem Publikum zusammen und erwies sich als temperamentvoller und musikalischer Dirigent.

Günter Fortmeier, ein weiterer Freund von Peter Valance, zeigte sich mit einer Handpuppe als Bauchredner und verwandelte im Anschluss seine eigene Hände in Lisbeth und Herbert, die sich am Deck eines Kreuzfahrtschiffs unterhielten. Poetisch anmutend war Fortmeiers Auftritt mit einem Schattenspiel, wo er nur mit Hilfe seiner Hände Zoobesucher und Zootiere gezeigt hat.

Viel Applaus gab es am Ende der zweistündigen Vorstellung für alle Akteure, die Abwechslung hat gut gefallen – auch wenn sich einige „Peter Valance-Fans“ mehr Zauberei gewünscht hätten – sie waren auf einen Zauberabend eingestellt und nicht auf Varieté, wie es angekündigt und hervorragend umgesetzt war.

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