Unterstützerkreis formiert sich

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Bei der Versammlung der Interessierten am Theatersommer mit dem Theater Lindenhof waren rund 40 Gäste anwesend. (Foto: Bruno Jungwirth)
Bruno Jungwirth

Das Treffen der Unterstützer und Interessierten am Projekt „Sommertheater 2014“, zu dem sich rund 40 Personen einfanden, ist am Mittwochabend mit konkreten Ergebnissen zu Ende gegangen: Um die Bedenken der Stadt vor dem finanziellen Risiko des Projekts zu nehmen, gab es aus dem Unterstützerkreis Bürgschaftszusagen in Höhe von 10000 Euro für das Projekt. Es fand sich mit Jürgen Matzner auch ein Ansprechpartner aus dem Unterstützerkreis für das Theater Lindenhof.

Gleichzeitig wurde die Erwartungshaltung an die Stadt deutlich, dass diese den Zuschussantrag an die Stiftung Baden-Württemberg unterschreiben soll. Doch der Zeitdruck dafür ist groß. Denn der Antrag muss den Poststempel 14. Juni tragen – muss also heute in die Post gehen. Und die Stadt hatte noch am Mittwoch deutlich gemacht, dass sie die Rolle des Veranstalters nicht übernehmen will.

Bei dem Treffen hat Stadtrat Werner Blank in Vertretung von Bürgermeister Hans Petermann, der einen anderen – längerfristig geplanten Termin wahrnahm – die Haltung der Stadt und des Gemeinderats erläutert.

Am 17. Mai, einen Tag vor dem Pfingstwochenende, fand ein Gespräch zwischen Bürgermeister Petermann und dem Autor Volker Demuth statt, in dem dieser seine Idee des „Theatersommers 2014“ erläuterte. Die Zeit, um sich intensiv mit dem Projekt auseinanderzusetzen sei – gerade in den Pfingstferien – zu kurz und die Konzeption nicht detailliert gewesen. Blank betonte, dass der Rat nicht grundsätzlich gegen das Projekt sei, sondern nur – aufgrund vieler offenen Fragen – gegen die Ausrichtung in 2014. „Es kann nicht sein, dass man eine tolle Idee hat und die Stadt soll zahlen“, so Blank.

Aus dem Kreis der Anwesenden kam Widerspruch: Der Gemeinderat hätte dies als Chance begreifen und aufnehmen sollen. Man müsse auch mal ein Risiko eingehen, mit dem Projekt wäre „Riedlingen auch für Leute von außen interessant“, so Matzner.

Doch die „Vergangenheitsbewältigung“ wurde bald abgehakt, stattdessen rückte in Fokus, wie das Projekt doch noch ins Rollen gebracht werden könnte. Roland Uhl, der neben Blank, Dorothea Kraus-Kieferle und Armin Schneider, als Ratsvertreter anwesend war, berichtete aus seinem Gespräch mit dem Indendanten des Lindenhoftheaters. Diesers benötigt eine starke Unterstützergruppe vor Ort und einen konkreten Ansprechpartner. Der fand sich in Jürgen Matzner. Auch weitere Teilnehmer der Runde sagten ihre Unterstützung zu.

Letztlich konzentrierte es sich auf die Frage: Wer unterschreibt den Zuschussantrag an die Stiftung und tritt damit offiziell als Veranstalter auf. HGR und RGW fallen als Träger weg, da nur Kommunen und gemeinnützige Körperschaften, wie Vereine, diesen Antrag stellen können.

Nur die Stadt könne den Antrag stellen, befand Gabriele Nocker, Ehefrau von Volker Demuth. Auch Armin Schneider betonte: „Aus meiner Sicht ist es dringend notwendig, dass die Stadt den Antrag unterschreibt“. Dies sei für die Außendarstellung wichtig, da „muss die Stadt dahinter stehen“. Er wies auch auf die rechtlichen Aspekte hin, dass Verträge geschlossen werden müssen, eine glatte Überforderung für einen Verein.

In der Diskussion mit den Gemeinderäten wurde eine Finanzlücke von 10000 Euro identifiziert , die es zu schließen galt, um der Stadt den Weg zur Ausrichtung zu ebnen. Innerhalb kürzester Zeit fanden sich Unternehmer und Selbstständige aus der Runde, die zusagten, diese 10000 Euro beizubringen, um das Projekt zum Laufen zu bringen.

Die Runde sprach sich zudem dafür aus, dass es – als Pendant zu Jürgen Matzner – auch innerhalb der Stadt einen Ansprechpartner für das Projekt geben solle.

In der Meinungsbildung

Dieses Ergebnis wurde an den Bürgermeister weitergegeben. Der wollte dies nicht groß kommentieren: „Wir sind im Moment in einem Meinungsbildungsprozess“, so Petermann auf Anfrage der SZ Derzeit liefen viele Gespräche mit den Beteiligten. „Ich fand interessant, was gestern Abend stattfand“, so Petermann, und man wolle den Schwung mit aufnehmen. Man verfolge das Vorhaben, so dass man einen Antrag noch hinbekomme.

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