Tropfen in ihrer Vollendung

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VHS-Vorsitzender Eberhard Schneider, Fotofreunde-Vorsitzender Harry Tremp und Manuel Striebel (von links), der sich von der Tro
VHS-Vorsitzender Eberhard Schneider, Fotofreunde-Vorsitzender Harry Tremp und Manuel Striebel (von links), der sich von der Tropfen-Fotografie infizieren ließ, vor diesen kreativen Fotos. (Foto: Waltraud Wolf)
Schwäbische Zeitung
Waltraud Wolf

Faszinierend und frappierend zugleich sind die „Tropfenbilder“, die während des Sommersemesters in der Riedlinger Geschäftsstelle der Volkshochschule Donau-Bussen gezeigt werden. Die Vhs gewann die Fotofreunde für die Ausstellung zu ihrem Leitthema „Wasser“. Am Donnerstagabend war in Sankt Gerhard Vernissage.

Mit Carola Scholz, Ferdinand Hofmann, André Olivier, Manuel Striebel und dem Vorsitzenden Harry Tremp präsentieren fünf Club-Mitglieder beeindruckende Fotos zum Thema Wasser. Dazu gehören Wasser-Landschaften, aber auch der Blick auf einen Wasserstrahl, der auf einen Flaschenhals trifft, oder wie sich Luftbläschen in einem gefüllten Glas mit Trinkröhrchen bilden.

Besondere Aufmerksamkeit und Bewunderung der knapp 50 Besucher bei der Eröffnung jedoch galt den Ergebnissen des Projektes „Tropfen-Fotografie“, mit dem Manuel Striebel sich und einige weitere Vereinsmitglieder infiziert hat. Wahre Traumwesen wurden dabei eingefangen, Tropfen, die wie Pilze aussehen, als ob Steine eine Stele bilden, sie lassen Gesichter vermuten oder schwebende Tänzer. „Wir sprechen von Tropfen in ihrer Vollendung“, hält Manuel Striebel als Initiator in einem kurzen Video fest, „von höchster Präzision und grenzenloser Kreativität“.

Er erläuterte den Einsatz von Schwarzlicht und schenkte Einblick in das Verfahren und ließ im Clubraum der Fotofreunde im Haus Sankt Gerhard auf das Gerät blicken, das er dazu entwickelt und aufgebaut hat mit elektronischer Steuerung. Aus kleinen Röhren tropft das Wasser in eine Schale am Boden, eventuell farbig eingefärbt und etwas eingedickt, damit der Vorgang sich verlangsamt. Blitz und Kamera sind fest installiert, werden per Kabel ferngesteuert. 500 bis 1000 Aufnahmen an einem Clubabend können entstehen, die Ausbeute ist gering, aber umso beeindruckender. Ohne digitale Bearbeitung geht es nicht. Striebel sprach denn auch von „Suchtfaktor“.

Seine Mitgliedschaft bei den Fotofreunden währt noch nicht so lange. Als Ausgleich zum Berufsalltag hat sich der Langenenslinger eine Herausforderung gesucht und in der Wassertropfen-Fotografie gefunden, nachdem er im Internet auf Daniel Nimmervoll und seine Entwicklung gestoßen ist, wie er verriet.

Die Aussage des Vorsitzenden Harry Tremp: „Es sind atemberaubende Fotos herausgekommen“, konnten die Besucher der Vernissage nur bestätigen. Gerade auch dieses Projekt ermutigte zu dem Ja der Fotofreunde zu der Anfrage der Volkshochschule für die Ausstellung. Eberhard Schneider als ihr Vorsitzender freute sich über die Kooperation und dankte allen Beteiligten. „Es ist erstaunlich, was Fotos an Schönheit enthüllen können“, sagte er in seiner Begrüßung zu den Tropfen-Fotografien. „Sie können uns Formen und Strukturen erfahrbar machen, die sonst verborgen bleiben“.

Er zollte aber auch den anderen Fotos Anerkennung. Obwohl selber Hobby-Fotograf, wäre er auf viele Motive nicht gekommen. „Man muss nur das Staunen nicht verlernt haben.“ Bei der Bildgestaltung, der Komposition zeige sich die persönliche Handschrift des Fotografen und sein geschultes Auge.

Die Besucher der Vernissage durften danach noch einen Blick in die Clubräume der Fotofreunde im Keller des Gebäudes werfen und sich dort in Naturaufnahmen einen Eindruck von der Artenvielfalt im Biberrevier verschaffen, Tierfotos ansehen, aber auch besondere Portraits, die Clubmitglieder gestaltet haben.

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