„Thank you for the Music“ – Danke für den Auftritt

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 Schwungvoller Auftritt von Abbacoustica im Lichtspielhaus (von links) Stefan Wurz am Flügel, Annette Hessel, Ramona Akgören, J
Schwungvoller Auftritt von Abbacoustica im Lichtspielhaus (von links) Stefan Wurz am Flügel, Annette Hessel, Ramona Akgören, Jo Schleker und Mario Zuber. (Foto: Mechtild Kniele)
Mechtild Kniele

Kein Glitter, keine Disco, keine wechselnden Kostüme – dafür vier tolle Stimmen und ein genialer Pianist und Arrangeur: So präsentieren sich vier Sängerinnen und Sänger mit einem Pianisten vor dem roten Vorhang des Riedlinger Lichtspielhauses. Die Gruppe Abbacoustica präsentierte in Riedlingen ihr neues Programm voller Abba-Songs.

Stefan Wurz, der musikalische Leiter der Band Abbacoustica und Arrangeur der zahlreichen Songs, trat zunächst allein auf die Bühne und forderte das Publikum im Lichtspielhaus zu einem Quiz auf: In einer großen Ouvertüre zum Auftakt des Konzertabends hat er 23 Abba-Songs versteckt, die fachkundige Abbafans hätten erkennen sollen. Hinter seinem Flügel hat Wurz den ganzen Abend über Großes geleistet, indem er diskret begleitet hat. Zudem hat er die Lieder ganz neu, manchmal auch ungewohnt und mit eigener Handschrift für die Sängerinnen und Sänger arrangiert.

Viele Ohrwürmer

Im Verlauf des Abends waren insgesamt 25 Abba-Songs zu hören. Darunte waren viele „Ohrwürmer“, die sofort wiedererkannt wurden, aber auch Songs und Balladen, an die man sich kaum erinnert, oder die man nicht mit der legendären schwedischen Popgruppe in Verbindung bringt. Abbacoustica hat am Freitag ihr neues Programm präsentiert, das in Riedlingen Premiere hatte. „Deshalb starren wir immer wieder auf die Playlist auf dem Boden“, erklärten die Sänger entschuldigend

Abba hat in den Jahren 1972 bis 1982 zahlreiche Alben produziert und weltweit große Erfolge gelandet. „Erst wenn man sich mit den Liedern beschäftigt, merkt man, welche schöne Kompositionen sich dahinter verbergen und was man daraus entwickeln kann“, erzählt Jo Schleker, einer der charmanten Sänger. Für ihn war der Auftritt im Lichtspielhaus sozusagen ein Heimspiel, denn er führt seit ein paar Jahren Regie beim Hayinger Naturtheater und ist auch mitverantwortlich für die Drehbücher. Auch Stefan Wurz ist dem Hayinger Naturtheater verbunden. Erst ist dort musikalischer Leiter.

Es sei „aufregend“, hier zu singen, sagte Schleker. Denn im Publikum befanden sich viele „seiner“ Schauspieler aus Hayingen. Er konnte an diesem Abend auch seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Er stand als Sänger auf der Bühne, moderierte humorvoll und zeigte mit vielen Gesten, dass er auch schauspielern kann. Zudem hat er Talent als Gitarrist, was er – begleitet von Stefan Wurz – mit den Liedern „Fernando“, „Eagle“ und „I have a Dream“ unter Beweis stellte.

Aufgetreten sind die Sängerinnen und Sänger ganz in Weiß, Ramona Akgören und Annette Hessel in langen Kleidern und Highheels, Jo Schleker und Mario Zuber in eleganten Anzügen und weißen Schuhen. Amüsant fürs Publikum war ein ständig wiederkehrendes Verwirrspiel mit Mikrofonkabeln, da sich die vier Sänger immer wieder anders aufstellten: Mal waren die Damen in der Mitte, die zweistimmig sangen; mal stand nur Annette Hessel neben dem Piano und die anderen Sänger blieben im Hintergrund; mal war es Ramona Akgören, die in den Vordergrund rückte.

Frauen dominieren

Eine wichtige Rolle spielte auch das Publikum, das immer wieder zum Mitsingen, Mitklatschen oder Mitsummen aufgefordert wurde. Und die Leute im Kinosaal gingen begeistert mit. Bei „Man in the Middle“ standen natürlich die Männer in der Mitte und im Mittelpunkt, doch insgesamt haben – wie bei Abba auch – die Frauen von Abbacoustica dominiert.

Mit dem großartigen Arrangement von „Thank you for the Music“ sollte der Abend nach fast drei Stunden kurz vor Mitternacht enden. Doch damit gaben sich die Zuhörer noch lange nicht zufrieden. Sie forderten und bekamen noch ein paar Zugaben und ganz am Ende auf ihren ganz besonderen Wunsch noch einmal „Waterloo“ zu hören.

Im Erkennen von Abba-Liedern in einem Potpourri zeigte sich das Publikum nicht so stark. Aber ein Paar hat immerhin 16 von 23 Songs richtig erkannt und wurde mit einer Flasche Sekt belohnt.

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