Teuber: Sichtbarkeit für Handel unabdingbar

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Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Die Entscheidung in Sachen Stadthallenareal rückt näher. Am 26. März will der Riedlinger Gemeinderat darüber entscheiden, wie, ob und durch wen die Fläche überplant werden soll. Drei Investoren sind mit ihren Konzepten im Rennen. Einer davon ist die PMG, Gesellschaft für Immobilien. Im Pressegespräch erläutert PMG-Geschäftsführer Helmut Teuber seine Konzeption. „Wir sind handelsafin, wir wissen was der Handel braucht“, wirbt Teuber. Und eine Voraussetzung für den Handel ist Sichtbarkeit von der Hindenburgstraße. Daher ist eine Stadthalle parallel zu Hindenburgstaße für ihn ein K.O.-Kriterium.

„Unser Faustpfand sind Vereinbarungen mit dem Drogeriemarkt Müller und mit Feneberg“, sagt Teuber. Wenn die PMG den Zuschlag erhalten würde, würden beide Unternehmen nach Riedlingen kommen. Sofern die Rahmenbedingungen stimmen, die Teuber im Sinne dieses Handels formuliert. Eine ist eben diese Sichtbarkeit von der Straße aus, die durch eine quer liegende neue Stadthalle nicht beeinträchtigt werden dürfe. Dann sei der Handel wieder in der zweiten Reihe und nicht mehr in der bevorzugten Lage.

Auch die Flächen für Feneberg oder Müller sind im PMG-Konzept definiert. Müller hätte rund 1200 Quadratmeter, Feneberg 2000. Länge und Breite der Märkte sind durch Notwendigkeiten des Handels definiert und von daher auch der Baukörper zum großen Teil vorgegeben. Allerdings würde Teuber die Handelsflächen nur einstöckig planen, um keine zu hohen Gebäude zu erreichen. Dennoch wäre noch eine Reserve für zwei Geschäfte mit jeweils 200 bis 300 Quadratmetern vorhanden, falls es Interessenten gibt.

Den Anspruch an hoher städtebaulicher Qualität, der sowohl in der Bürgerinformation als auch durch die Stadt- und Landschaftsplaner Johann Senner und Hubert Sieber formuliert worden ist, will Teuber dennoch erfüllen. Architektonischer Anspruch und entsprechende Bauweise sei heute der Standard, da hätte ich in den vergangenen zehn Jahren viel getan. Dem würde er Rechnung tragen, wie Teuber versichert. „Das ist eine architektonische Herausforderung. Wir müssen flexibel sein und Bedürfnisse einpflegen“, sagt er.

Doch diese Flexibilität hat nicht nur in der Sichtbarkeit ihre Grenzen, auch beim Thema Parken. Dass 150 Parkplätze von Hotel, Stadthalle und Handel gemeinsam genutzt würden und dann ausreichen, stellt er deutlich in Abrede: „Drei Nutzungen, ein Parkplatz – das funktioniert nicht.“ Allenfalls außerhalb der Handels-Öffnungszeiten. Aber wenn diese auf haben, müssten die Plätze dem Handel zugeordnet werden. Daher sieht der Teuber-Plan eine Trennung vor: Die Stadthalle hat er weiter flussaufwärts angesiedelt, und diesem Bereich rund 70 weitere Parkplätze zugeordnet. Dass dies auch noch die Lärmentwicklung von den Anwohnern weg bringen würde, ist ein anderer Nebeneffekt.

Die Durchlässigkeit einer Sichtbeziehung zur Altstadt sieht Teuber für sich ebenfalls gegeben. Denn zwischen Hotel und Halle ist ein breiter Grünstreifen geplant, der komplett von den Landschaftsplanern gestaltet werden könnte. Und er verweist zudem darauf, dass von der Altstadt aus gesehen, die Handelsgebäude durch das Hotel verdeckt werden.

Planer Hubert Sieber hatte in der Bürgerinformation noch den Fokus auf das Thema Lärm gelegt und einen baulichen Riegel zur Alten Unlinger Straße ins Spiel gebracht, um Lärm zu reduzieren. Doch davon hält Teuber nicht viel. Das Thema Lärm müsse bei jedem Objekt geklärt werden. Doch eine Wand an der Stelle lehnt er ab. Es müssten andere Lösungen und Maßnahmen gefunden werden.

Millionen-Invest

Rund acht Millionen Euro müsste die PMG als Investor für die Umsetzung der Handelspläne realisieren. Durch Mietverträge über 30 Jahre soll sich das amortisieren. Für den Betrieb eines Hotels gibt es derzeit ebenfalls Interessenten und Investoren. Ob er auch als Investor für die Stadthalle zur Verfügung stehen würde? Teuber hält sich bedeckt. Dazu müsste erst einmal die Stadt für sich klären, was sie will und welches Nutzungskonzept dort vorgesehen ist. Das müsste man dann prüfen.

Dass die Pläne der Mitbewerber städtebaulich schön aussehen, konstatiert Teuber. Aber sie entsprechen nicht dem Anforderungsprofil, das er dem Handel zuschreibt. Neue Pläne wie Mitbewerber Krause hat die PMG nach der Bürgerversammlung nicht gezeichnet. Er wolle inhaltlich punkten, sagt Teuber.

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