Soul, Funk und Rock bringen Retroflair

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„The Voice“ Christiane Richter flankiert von Tommi Ruf (Gitarre & Gesang), im Hintergrund Rolf Nagl (Bass).Weitere Bandmitgliede
„The Voice“ Christiane Richter flankiert von Tommi Ruf (Gitarre & Gesang), im Hintergrund Rolf Nagl (Bass).Weitere Bandmitglieder: Andreas Karl (Posaune), Rainer Beth (Trompete), Martin Mayer (Schlagzeug) und Andreas Gawatz (Keyboard). (Foto: Ursula Kliebhan)
Ursula Kliebhan

Sie standen nicht zum ersten Mal in Riedlingen auf der Bühne, die SoulPlumbers. Sechs „Seelenklempner“ und die stimmgewaltige Sängerin Christiane Richter performten am Samstagabend im Riedlinger Lichtspielhaus. So wie sie mit ihrem Bandnamen kokettieren, unterhielten sie das „kleine, aber feine Publikum“ (O-Ton Sänger) mit Hits aus den vergangenen fünf Jahrzehnten.

Riedlingen als Showbühne kannte die Band aus dem Biberacher Raum von diversen Flohmarkt Auftritten. „You can leave your hat on“, ist ja auch die Flohmarkthymne schlechthin, Joe Cockers Hit erinnere sie an eine „geile Show“ in Riedlingen. Die versierte Hobbyband wird seit 25 Jahren als Geheimtipp gehandelt. Leider war die Fangemeinde quantitativ, nicht qualitativ, im Kino eher bescheiden. Die Musiker und die Sängerin gaben dennoch alles. „Tanzmuffeln“ war trotz der unglaublich bequemen Kinosessel an diesem Abend (fast) nicht erlaubt.

Mit der Musik „mitzugehen“ fiel aber auch im Sitzen nicht schwer. Die SoulPlumbers hatten ihre Songliste subtil ausgewählt. Nicht nur gängige Stücke waren dabei. Einige schienen in den Abgründen der musikalischen Erinnerung geschlummert zu haben.

Mit einem Tribute an die Blues Brothers und „I’m a Soul Man“ und „Gimme some Lovin“ begann die Seelenmassage. Ein wunderschöner Oldie, zu Riedlingen passend, sang Al Green in den Siebzigern: „Take me to the river“. Bei noch mehr Blues Brothers, unter anderem „Shake your Tail Feather“ oder „Jailhouse Rock“, war „Shake und twist it“ von den Tänzern gefordert. Vor den Blues Brothers verbeugte und „verbog“ man sich gerne an diesem Abend. Stücke wie „Mustang Sally“ aus dem Kultfilm von 1991 „The Commitments“ über die Gründung einer Soul Band, interpretierten die SoulPlumbers bravourös.

Der Frontmann Tommi Ruf äußerte sich begeistert über die tolle Akustik im Kinosaal. Diese und der Beifall des Publikums motivierte die Band zu mehr. Die Siebziger waren wieder da bei „Why did you do it?“ von der britischen Rock Band Stretch. Die Coverversion von Van Morisons „Brown eyed girl“ oder „Rolling on the River“, angelehnt an Ike &Tina Turners Hit, brachten noch mehr Siebziger Flair. „Signed, sealed, delivered“ von Stevie Wonder oder „Superstition“...das Repertoire der SoulPlumbers war schier endlos und rief nach Partystimmung.

Die Band ging aber auch weg von der Retroaufarbeitung. Mit Jan Delays „Hoffnung“, einer Ballade zum Mitsingen und Mitträumen, einem Reggae von Stefanie Heinzmann oder „Valerie“ von Amy Winehouse zeigten die Soulmen mit Soulwoman ihre variantenreiches Können. Nach der dritten Zugabe – einem rockigen Hit der Sportfreunde Stiller –erlaubte das begeisterte Publikum den SoulPlumbers nur ungern die Bühne zu verlassen.

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