SI-Praxis soll künftig BG-Fälle behandeln

Lesedauer: 5 Min
Erstbehandlungen bei BG-Fällen sind an der Sana-Klinik auch derzeit möglich, für jede Weiterbehandlung muss der nächste Arzt mit
Erstbehandlungen bei BG-Fällen sind an der Sana-Klinik auch derzeit möglich, für jede Weiterbehandlung muss der nächste Arzt mit einer BG-Zulassung aufgesucht werden. (Foto: Thomas Warnack)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Ein Sturz mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule; eine Verletzung bei der Arbeit im Unternehmen: Wer bislang im Raum Riedlingen einen Arbeits- oder Schulunfall hatte, der konnte sich an die Sana-Klinik in Riedlingen wenden und ist dort versorgt worden. Doch dies ist derzeit nicht mehr der Fall. Derzeit wird dort nur eine Erstversorgung vorgenommen, Weiterbehandlungen müssen an einer anderen Klinik erfolgen. Doch eine Lösung der Problematik ist anvisiert, eine Zulassung für die SI-Praxis beantragt. Aber eine Entscheidung kann noch sechs bis acht Wochen dauern.

Hintergrund der Thematik: Zum 1. April ist die bisherige Oberärztin für die chirurgische Ambulanz der Sana-Klinik Riedlingen an die Sana-Klinik nach Laupheim gewechselt. Dr. Jaeger hatte die Zulassung als sogenannte Durchgangsärztin (D-Ärztin), die zur Behandlung von Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen berechtigt ist, um dies bei den Berufsgenossenschaften (BG) abrechnen zu können. Mit dem Weggang ist auch die Zulassung weg.

Wer nun derzeit einen Arbeits- oder Schulunfall hat, kann sich zur Behandlung an die chirurgische Ambulanz der Sana Klinik in Riedlingen wenden, wo eine Erstversorgung erfolgt. Das heißt: Kleinere Verletzungen werden versorgt oder Verbände aufgelegt. „Die Erstbehandlung von Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen ist in Riedlingen über die Ambulanz sichergestellt“, heißt es dazu von den Sana-Kliniken. Doch jede weitere Folgebehandlung, Nachschauen oder auch wenn Rezepte ausgestellt werden müssen, kann dies ohne einen D-Arzt nicht erfolgen. Also müssen sich die Patienten etwa an die Sana-Klinik in Biberach oder an D-Ärzte in Bad Saulgau, Sigmaringen oder Ehingen wenden.

Zulassung beantragt

Künftig soll diese „vollumfängliche Versorgung von BG-Fällen“ über die Ärzte der chirurgische Praxisklinik SI in Riedlingen abgedeckt werden, heißt es weiter von der Sana. „Die Zulassung durch die DGVU vorausgesetzt“, so die Sana. Die DGVU ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, die die Genehmigung für eine Versorgung von Arbeits-, Schul- und Wegunfällen erteilt.

Die Zulassung dafür sei beantragt, aber „für die Beteiligung an dem Durchgangsarztverfahren gelten strenge Kriterien und Qualifikationen“, so die Sana. Darunter fallen etwa bestimmte Facharzt- und Zusatzbezeichnungen sowie Erfahrungen in der Unfallchirurgie... Sind diese gegeben, liege es im Ermessen der DGUV die Genehmiung zu erteilen. Die Sana GmbH rechnet damit, dass eine Entscheidung in sechs bis acht Wochen vorliegt.

Hintergrund

Ein Arbeitsunfall, der zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen führen kann, muss der zuständigen Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse gemeldet werden.

Für die Behandlung von Arbeitsunfällen ist eine Zulassung als sogenannter Durchgangsarzt erforderlich. Diese sind „besonders qualifiziert für die Behandlung von Unfallverletzten“, so DGUV (Deutsche Gesellschaft für Unfallversicherungen). Die Vorstellung bei einem Durchgangsarzt ist erforderlich, wenn

die Unfallverletzung über den Unfalltag hinaus zur Arbeitsunfähigkeit führt,

die notwendige ärztliche Behandlung voraussichtlich über eine Woche andauert,

Heil- und Hilfsmittel zu verordnen sind,

es sich um eine Wiedererkrankung aufgrund von Unfallfolgen handelt.

Bei leichten Verletzungen werden Unfallverletzte vom Durchgangsarzt zur weiteren Behandlung an den Hausarzt überwiesen. In diesen Fällen überwacht der Durchgangsarzt das Heilverfahren, etwa durch Wiedervorstellungstermine (Nachschau). Unfallverletzte mit alleinigen Augen- oder Hals-, Nasen-, Ohrenverletzungen können sich auch direkt bei einem entsprechenden Facharzt vorstellen oder werden dorthin überwiesen.

(Quelle: DGVU)

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen