Senioren fallen nicht auf Enkeltrick herein

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Schwäbische Zeitung

Eine 92-jährige Riedlingerin und ein 84-jähriger Erolzheimer sind beinahe Opfer von Enkeltrickbetrügern geworden. Das teilt die Polizei Ulm mit. Beides Mal gaben sich Unbekannte am Telefon als Enkel der Senioren aus und baten um Geld, in beiden Fällen wurden die Senioren stutzig und fielen nicht auf den Betrugsversuch herein.

Wie es im Polizeibericht heißt, erhielt eine 92-Jährige aus Riedlingen am Mittwoch gegen 14.30 Uhr erhielt einen Anruf von einer Frau. Diese gab sich als ihre Enkelin aus. Die Unbekannte bat um einen hohen Geldbetrag. Als die Seniorin bemerkte, dass es sich nicht um ihre Enkelin handelte, legte sie auf. Ähnlich erging es einem 84-Jährigen aus Erolzheim. Auch hier wollte am Donnerstag ein vermeintlicher Enkel Geld haben. Dem Senior kam die Sache komisch vor und er lehnte es ab, Geld zur Verfügung zu stellen. Danach beendete der Anrufer das Gespräch.

Kein Vorname im Telefonbuch

Die Polizei rät, die Einträge in den Telefonverzeichnissen zu prüfen und so ändern zu lassen, dass kein Vorname aufgeführt ist. Denn die Täter suchen ihre Opfer meist anhand der Einträge im Telefonbuch aus. Jede Generation hat ihre typischen Vornamen. So lassen sich leicht Personen herausfinden, die wahrscheinlich dem Kreis der Senioren zuzuordnen sind. Auch die Straße muss nicht im Telefonverzeichnis stehen.

Frage nach Geld ist Alarmsignal

Senioren sind zwar erfahren, neigen dennoch gerne zur Leichtgläubigkeit. Oder trauen sich nicht, den Anrufer vor den Kopf zu stoßen. Es könnte ja doch ein Vertrauter sein. Darüber hinaus weist die Polizei darauf hin, dass Anrufer sich nicht nur als Enkel ausgeben, sondern auch als Nichten und Neffen, Kinder, ehemalige Nachbarn und so weiter. Die Frage nach Geld sollte immer ein Alarmsignal sein. Auch wenn die Geldübergabe zum Geheimnis gemacht werden soll, sollte man vorsichtig sein.

Nach einem solchen Anruf rät die Polizei dazu, zuerst bei der Person zurückzurufen, von der der Anruf angeblich kam. Wählen soll man dabei die Nummer, die einem selbst bekannt ist und nicht die Nummer, die der Anrufer genannt hat. Im Zweifel soll man sofort die Polizei informieren und das weitere Vorgehen absprechen. Die Polizei warnt davor, Fremden, die als „Vertrauensperson“ angeblicher Verwandter kommen, Bargeld auszuhändigen. Auch wenn man schon auf den Betrug hereingefallen ist, soll man Anzeige erstatten.

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