„Schaffa, schaffa, Nestle baua“

Lesedauer: 4 Min

Auf dem Kirchturm in Zwiefaltendorf wird ein weiteres Nest gebaut.
Auf dem Kirchturm in Zwiefaltendorf wird ein weiteres Nest gebaut. (Foto: Thomas Warnack/dpa)
Schwäbische Zeitung
Stv. Redaktionsleitung

Bei den Störchen in der Region herrscht hektische Betriebsamkeit. Es wird mit den Schnäbeln geklappert, die Nester bekommen neue Polster oder es wird gleich ein neues Heim gebaut. Auf dem Kirchendach in Zwiefaltendorf hat sich ein zweites Storchenpaar niedergelassen. Das gleiche Schauspiel gibt’s am Giebel des Riedlinger Rathauses. Den schönsten Platz aber hat sich ein Storchenpaar direkt vor der Riedlinger Grundschule ausgeguckt – in einer Astgabel in luftiger Höhe entsteht ein „Baumhaus“.

Auf dem Riedlinger Rathaus wohnen seit eh und je die Störche. Nun hat am anderen Ende des Firsts ein zweites Paar mit dem Nestbau begonnen. Direkt an der Kante des Giebels entstand in Windeseile neuer Wohnraum. Dank der positiven Gesamtbevölkerungsentwicklung in Riedlingen sei das ja einmal zu erwarten gewesen, freut sich Riedlingens Bürgermeister Marcus Schafft. Man freue sich über die Stabilisierung der Storchenpopulation in der Storchenstadt. Das könnte für die Passanten auf dem Gehweg direkt darunter vielleicht nicht ganz so ideal sein, sollten die Störche die verdauten Frösche und Insekten in diese Richtung entsorgen. Die Stadtverwaltung fragte beim Storchenbeauftragten an, was zu tun sei. Der gab grünes Licht für einen Rückbau. Also rückte die Feuerwehr mit der Drehleiter an, um den Herrschaften den Bau einzustellen. Vom Kirchendach aus beäugten Storchs argwöhnisch das Tun der Mannen. Kaum hatten die das Nest entfernt und die Drehleiter wieder eingefahren, legten die Adebare sich erneut ins Zeug. Sie schleppten frisches Nistmaterial an. Ruckzuck war das Nest fertig. Nachdem der Rückbau misslungen sei, müsse nun die Bushaltestelle gesichert werden, sagt Schafft. Was wohl bedeutet, dass die Verwaltung ein Dächle anbringen muss.

Auf einem Dach zwei Nester gibt es seit diesem Jahr auch in Zwiefaltendorf. Neben dem alten Nest auf dem Kirchturm bauten Störche ein zweites. Und da stört keine Drehleiter, weil die gar nicht so weit nach oben fahren kann. Da muss der Storchenbeauftragte als Klettermaxe über das Dach steigen, um die Kleinen zu beringen.

Gebalzt und gebaut wird auch eifrig vor der Riedlinger Grundschule. Auf dem Baum zwischen Bushaltestelle und Schulgebäude richtet sich ein weiteres Storchenpaar häuslich ein. Unermüdlich schleppen die beiden Vögel Äste an und bauen am sechsten Nest in Riedlingen, denn auch auf dem Dornerhaus, auf dem BayWa-Turm und bei der Realschule sind die Riedlinger Störche wieder eingekehrt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen