Riedlinger Kirchenchor besucht älteste Stadt in Baden-Württemberg

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Der Kirchenchor Riedlingen besuchte bei seinem Ausflug die Stadt Rottweil.
Der Kirchenchor Riedlingen besuchte bei seinem Ausflug die Stadt Rottweil. (Foto: Kirchenchor/pr)
Schwäbische Zeitung

Einen schönen Tag haben die Mitglieder des Riedlinger Kirchenchors bei ihrem Ausflug nach Rottweil erlebt. Die 40 Teilnehmer, Mitglieder des Chors und Familienangehörige, sind an diesem Tag in die Historie der Stadt eingetaucht. Aber es blieb auch noch Zeit für einen Abstecher zum Tyssenkrupp Testturm in Rottweil und zum Schömberger Stausee.

Bilderbuchwetter begleitete die Teilnehmer auf ihrem Ausflug. Blauer Himmel und die warmen Temperaturen boten ideale Bedingungen für das gemeinsame Frühstück samt Ständchen für ein „Geburtstagskind“ und für die 90-minütige Stadtführung, die hinter dem „Schwarzen Tor“ – dem Wahrzeichen der Fasnetshochburg – begann.

„Rottweil ist die älteste Stadt in Baden-Württemberg“, sagte die Stadtführerin. Warum? Weil bereits die Römer 186 nach Christus dort eine Stadt gegründet haben. „Arae Flaviae“ (Rottweil) besaß als einzige römische Siedlung zwischen Rhein und Augsburg römisches Stadtrecht. Doch schon 259 wurden die Römer von den Alemannen vertrieben. Bei der Führung wurde den Riedlingern nicht nur Zahlen, Daten und Fakten genannt, sondern auch die eine oder andere Anekdote erzählt. Etwa der Hintergrund für die krumme Turmspitze des Münsters. Denn nach einem Brand wurde das Gotteshaus so schnell als möglich wieder aufgebaut. Aber weil das Holz nicht trocken war, hat es zu arbeiten begonnen...

Eine aktuelle Geschichte gab es in der evangelischen Kirche zu erzählen. Wer in die Kirche eintritt, glaubt sich in der Konfession geirrt zu haben. Denn das Gotteshaus hat den „Bildersturm“ überstanden und ist im Barockstil gestaltet – übersät mit Ornamenten und Goldfiguren. Nur vorne am Altar ist eine Leerstelle. Hier stand früher eine für Rottweil wichtige Marienfigur, die von den Katholiken aber ins Münster geholt wurde. Weil das nun kürzlich zwei Jahre lang saniert wurde, fand die Maria „Asyl“ an ihrem angestammten Platz in der evangelischen Kirche. Das hat den evangelischen Christen so gut gefallen, dass sie nun eine Kopie nachbilden lassen, so dass bald auch in der evangelischen Kirche eine Marienstatue steht.

Nach dem Stadtbesuch war der Tyssenkrupp-Testturm die nächste Station. Der 246 Meter hoher Turm wird zum Testen für Expressaufzüge und Hochgeschwindigkeitsfahrstühle genutzt. Der Turm wurde 2017 fertiggestellt und bietet für Besucher einen herrlichen Ausblick über die Region. Doch aufgrund des hohen Andrangs blieb den Riedlingern eine Auffahrt verwehrt.

Als letzte Station wurde der Stausee in Schömberg angefahren, wo noch Zeit blieb für einen ausgedehnten Spaziergang um den See oder für Gespräche an den Café-Tischen in der Herbstsonne. Den Abschluss fand die Fahrt bei einem gemeinsamen Abendessen.

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