Polonaise durch die Gemeinschaftsunterkunft

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 Die Polonaise ist international – auch bei der Fasnet im Begegnungscafé.
Die Polonaise ist international – auch bei der Fasnet im Begegnungscafé. (Foto: Eva Winkhart)
Eva Winkhart

Für ausgelassene Stimmung mit viel Hallo und Beifall hat die winzig kleine Abordnung der Stadtkapelle im Begegnungscafé an der Gammertinger Straße gesorgt. Am Fastnachtsfreitag feierten Einheimische und Geflüchtete, Kinder und Erwachsene, Ehren- und Hauptamtliche gemeinsam Fasnet.

Schon durchs Treppenhaus klingt das lautstarke Goooole aus vielen Kehlen – ob deutsch oder fremd ist dabei überhaupt nicht auszumachen. Plakätchen in den Narrenfarben grün, gelb, weiß und rot machen im ganzen Haus auf das Fest aufmerksam. Der Begegnungssaal im ersten Stock ist farbenfroh dekoriert. An der rückwärtigen Wand läuft ein Film mit all den Riedlinger Fasnetsfiguren und wichtigen Ereignissen aus der vergangenen Fasnetssaison.

Immer zahlreicher werden die meist verkleideten Großen und Kleinen im Raum. Turbulent geht es zu. Noch nicht Geschminkte werden in einer Ecke des Saales von drei Schülerinnen der St. Gerhard-Schule bemalt; Spinnennetze und Batman-Masken, Flaggen und Katzengesichter gestalten sie auf Wunsch.

Es duftet nach Fettgebackenem: Einige der hier ehrenamtlich tätigen Frauen haben mit Mädchen aus unterschiedlichen Staaten und Kulturen Küchle gebacken. Noch warm werden sie auf großen Platten serviert und finden Zuspruch. Dazu gibt es Tee und Kaffee, Wasser und Saft. Zeit für Gespräche ist nebenbei.

Der Hauptanlass ist jedoch die Fasnet. Eine immer länger werdende Polonaise ist dazu der Auftakt. Marlene Müller – sie ist die verantwortlich für das Fest – im Nachthemd und mit allen Insignien der Weiber von der Stadt macht den Anfang; viele fröhlich Lachende und Singende folgen ihr. Dann probieren alle das Gole-Lied. Hans Petermann ist Vorbild und gibt Anweisungen zum Schunkeln beim Narren-Lied. Lustige Musik animiert anschließend zum Klatschen und Tanzen und Toben. Die Texte sind einfach und laden zum Mitsingen ein. Jedes Mitmachlied, ob der Ententanz oder Tschitschiwa, wird mit viel Applaus beendet.

Die Quirligen sind am schnellsten

Amir erklärt danach die Regeln für die Spielrunden. Bei der Reise nach Jerusalem finden die kleinen Quirligen am schnellsten die freien Stühle – auch wenn sie manches Mal zu zweit darauf Platz finden. In der Fasnet ist vieles erlaubt; alles zur Freude für alle, jedoch nur, so lange es ein Spaß für jeden ist – wie Marlene Müller zu Beginn erklärt hatte.

Dann erscheint unter Applaus und Hallo eine Abordnung der Stadtkapelle: Stadtmusikdirektor Michael Reiter, seine Tochter Jana und Arshija aus dem Iran. Er spielt mit viel Spaß und Engagement in diesem Jahr in der Stadtkapelle mit. Zum Narrenmarsch führen die drei einen immer länger werdenden Umzug an durch den Saal; sogar die am Rand stehenden jungen Männer werden mitgezogen. Auch das Aufräumen zum Schluss erledigen viele Hände gemeinsam.

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