Neuer Entwurf wertet Donauufer auf

Lesedauer: 6 Min
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleitung

Die Investorengruppe Krause hat nach den Ergebnissen der Bürgerbefragung einen neuen Entwurf vorgelegt. So wird das Hotel direkt an die Donau verschoben, insgesamt aber würde der Uferbereich in dem Entwurf aufgewertet: Dort soll wie auf einem grünen Band eine Liegewiese, ein Spielplatz und ein Biergarten entstehen. Die Konzepte der drei Investoren sollen bei einer Bürgerversammlung am Montag, 19. Februar, im Rathaus erläutert werden.

In der Bürgerumfrage, an der sich rund 640 Riedlinger beteiligt haben, war mehrheitlich der Wunsch nach Maßnahmen, die Innenstadt betreffend, wie Einkaufsmöglichkeiten, ein Hotel oder eine Multifunktionshalle auf dem Stadthallenareal deutlich geworden, aber eben auch das Donauufer schöner zu gestalten. Ein grünes Band sollte sich am Fluss entlang ziehen. Dem hat die Krause-Firmengruppe nun mit einem neuen Konzept Rechnung getragen, wie Ralf Pavaletz von der Investorengruppe sagt. Mit dem geänderten Konzept wolle man eine hohe Freizeit-Aufwertung für die Gesamtstadt realisieren. Um dies zu ermöglichen, wurde auf eine geplante Wohnbebauung verzichtet.

Konkret ist eine Eingliederung des Donauradwanderwegs mittels Donaustufen und -terrasse geplant, dazu ist eine Liegewiese vorgesehen. Auch ein Biergarten soll vor die Donaustufen platziert werden sowie ein Spiel- und Bouleplatz. Für das Kanuzentrum würde am heutigen Standort ein Ersatzgebäude angeboten, die Wohnmobilstellplätze würden etwas weiter flussabwärts rücken. In diesem Bereich würde im Krause-Modell auch ein öffentlicher Parkplatz entstehen. Die Viehzentrale erhielte eine neue Zufahrt und auch Erweiterungsfläche. Es handle sich allerdings erst um eine Idee des Investors und sei noch nicht mit dem Unternehmen abgestimmt.

Das sei nun die Variante 9 der Entwurfsplanung für das Stadthallenareal, sagt Pavaletz. Aus seiner Sicht wäre dies eine gute Grundlage für weitere Gespräche und ein guter Kompromiss aus den Erwartungen und Anforderungen von Bürgern, Stadt, Investor und möglichen Mietern. Er betrachte dies auch als ein rundes Konzept: Hotel, Halle, Tourismus-Elemente wie Kanuvermietung, Spielplätze und Wohnmobilstellplätze und dazu Handel alles an einem Platz. „Das ist aus einem Guss“, so die Wertung von Pavaletz.

Die Gebäude für einen Lebensmittel- und für einen Drogeriemarkt sind mit 1800 Quadratmetern (Lebensmittler) und 1100 Quadratmetern (Drogeriemarkt) großzügig ausgefallen. Im Obergeschoss der Drogerie, die nun am südwestlichen Ende der Fläche – rückseits zur Viehzentrale – angesiedelt wäre, könnten auch Praxen oder Büros entstehen. Auch für weitere Handelsfläche wäre Platz. Man habe schon mit Intersport Kontakt aufgenommen, so Pavaletz. Klar sei hingegen, dass kein innenstadtschädliches Sortiment aufgenommen werden sollte, sagt der Entwickler der Firmengruppe.

Bei der Bürgerinformation werden die Entwürfe von Krause, der Wolff-Gruppe und der PMG-Gruppe vorgestellt. Am 26. März sollte der Gemeinderat darüber befinden, ob einer der Investoren zum Zuge kommt und unter welchen Auflagen. Allerdings sind viele Modalitäten noch ungeklärt. Etwa die Finanzierung einer Multifunktionshalle. So gibt es die Möglichkeit, dass die Stadt dies selbst baut und finanziert. Zweite Variante: Der Investor baut und vermietet an die Stadt. Und die dritte Variante wäre eine Mischung: Der Investor baut, die Stadt mietet und kauft dann nach zehn oder 20 Jahren die Halle für eine festgelegte Summe. Damit wäre sichergestellt, dass die Stadt dauerhaft Zugriffsrecht auf die Halle hat.

Sollte der Rat im März den Zuschlag erteilen, müsste ein Bebauungsplan für das Gebiet erfolgen. Dazu sollten die Pläne des Investors klar sein, damit dies Hand in Hand gehen kann, wie der Wirtschaftsförderer Alexander Leitz sagt. Danach folgt der Bauantrag des Investors. Der Bau der Handelsgebäude dauert rund 20 bis 24 Monate, ergänzte Pavaletz.

Stadt: Steinbruch nicht möglich

Im Gemeinderat ist der Steinbruch wieder als Handelsstandort ins Spiel gebracht worden. Die Stadt weist allerdings darauf hin, dass die Stadthallenareal-Pläne mit einem Drogeriemarkt Müller auf dem Steinbruch nicht realisiert werden können. Müller habe mehrmals dargelegt, dass sie die Stadt Riedlingen nur belegen werde, wenn das Stadthallenareal in Frage kommt. Die benötigte Fläche liegt im Steinbruch auch nicht vor, wie die Stadt bei der Bürgerversammlung im Februar 2017 erläutert habe.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen