Nächster Schritt für Friedhof-Umgestaltung

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Redaktionsleitung

Der Riedlinger Friedhof soll umgestaltet werden – der alte Friedhof wird zum Waldfriedhof mit Parkcharakter weiterentwickelt, in dem vornehmlich Urnengräber ihren Platz finden. Dies hat der Gemeinderat bereits im September entschieden. Nun werden die nächsten Schritte eingeleitet. Im Bau- und Umweltausschuss wurden die anstehenden Umbaupläne und der Bebauungsplan vorgestellt.

Derzeit gliedert sich der Riedlinger Friedhof in zwei Teile – dem alten Friedhof mit großem Baumbestand entlang der Friedhofstraße und dem neuen Friedhof in Nachbarschaft zum Kapuzinerkloster. In den Planungen ist noch ein dritter Teil, ein Erweiterungsteil enthalten – das sich anschließende Gelände, das von der Gärtnerei Walz genutzt wird, ist langfristig als mögliche Friedhofserweiterung vorgesehen. Das ganze Areal, in Nachbarschaft zur Altstadt, umfasst 1,75 Hektar.

Grundsätzliche Ausrichtung

„Der Friedhof soll mittel- bis langfristig neu geordnet und an die aktuellen Anforderungen angepasst werden“, heißt es in den Erläuterungen zum Bebauungsplan. Das heißt: Der alte Friedhof wird als „Waldfriedhof mit Parkcharakter“ auch als öffentliche Parkanlage dienen. In diesem Bereich sollen langfristig die Einzel- oder Wahlgräber mit ihren Grabsteinen weichen. Künftig sind hier vornehmlich Urnenrasengräber und Urnenwände vorgesehen.

Für die Rasenurnengrabfelder werden freie Grabfelder mit Stahlbändern zu den bestehenden Hainbuchheckenabgrenzungen eingefasst und eingesät. Dazu ist eine Stehle aus Naturstein für die Namensschilder vorgesehen sowie eine Pflasterfläche für die Blumenablage. Diese Planung soll Zug um Zug nach Freiwerden der Grabfelder umgesetzt werden.

Im neuen Friedhofsteil wird die Struktur beibehalten. Diese ist vornehmlich für Erdbestattungen, Reihen- oder Wahlgräber reserviert. Sollte die Erweiterungsfläche benötigt werden, sind auch hier Erdbestattungen, aber auch Urnengräber möglich. Die 15 Ehrengräber, die über den ganzen Friedhof verteilt sind, bleiben erhalten.

Konkrete Maßnahmen

Neben dieser grundsätzlichen Planung, deren Umsetzung sich über die nächsten 15 bis 20 Jahre erstrecken wird, haben die Ausschussmitglieder auch konkreten Vorhaben zur Aufwertung und Neugliederung des Friedhofs zugestimmt. Diese stellte Wolfgang Weiß vom Stadtbauamt vor. So sollen die Hauptachsen gestärkt und die Kieswege neu eingefasst und auch gepflastert werden. Auch das kleine Eingangstor zum Friedhof beim Parkplatz wird aufgeweitet und auf drei Meter vergrößert.

Zudem wird die „Kompostmiste“ im Übergang von altem zum neuen Friedhof verlegt. Künftig werden an drei Stellen des Friedhofs Schüttboxen für Müll aufgestellt – neben dem Eingang zur Friedhofstraße; im Bereich des Eingangs im Kapuzinerweg (beim Besucher WC) und an der westlichen Außenmauer im neuen Friedhofsteil. Dort finden sich künftig auch die Wasserstellen. Dafür müssen noch Wasserleitungen gebaut werden.

Der Bereich der bisherigen Kompostbehälter soll großzügiger gestaltet werden. Auch ein barrierefreier Übergang vom alten zum neuen Friedhof soll dann mittels Rampe möglich sein. Zudem soll das Ehrenmal für die gefallenen Soldaten in Riedlingen instand gesetzt und saniert werden. Diese Arbeiten wurden bereits angegangen und sollen bis Allerheiligen abgeschlossen sein. Die ganzen Planungen haben ihren Preis. Das Stadtbauamt veranschlagt rund 187 000 Euro für diese Umbaumaßnahmen. Die Gelder wurden bereits in den Haushalt der Stadt eingestellt, so dass die Umbauten 2019 abgeschlossen werden können.

Auswirkungen auf Gebühren

Doch wie sich die veränderten Planungen, die Umbaukosten, aber auch die laufenden Kosten auf die künftigen Gebühren auswirken, wurde noch nicht konkret benannt. Diese Auswirkungen wurden auch von den Räten nachgefragt. Derzeit wird die Friedhofsgebührensatzung erstellt. Doch nachdem der Kostendeckungsgrad beim Friedhof unter 50 Prozent liegt, ist mit Gebührenerhöhungen zu rechnen. Errechnet werden auch die Gebühren für die neuen Rasengrabfelder. Die Verwaltung trägt derzeit die Kosten für deren Errichtung zusammen. Man müsse einen Ausgleich finden zwischen wirtschaftlichen Belangen und der Pietät, sagte Bürgermeister Marcus Schafft.

Kürzere Liegedauer für verstorbene Kinder?

Einstimmig haben die Mitglieder des Ausschusses den Planungen zugestimmt und damit dem Gemeinderat, der letztlich darüber befinden muss, eine Zustimmung empfohlen. Mit einer Änderung allerdings: Im Entwurf der Satzung war eine Liegezeit für verstorbene Kinder (unter zehn Jahren) von nur 15 Jahren vorgesehen. Die normale Liegezeit beträgt 20 Jahre. Dagegen wehrte sich Gudrun Liebhart: „Ich bin erschrocken“, sagte sie. 15 Jahre seien für Eltern, die kleine Kinder verlieren, „gar nichts“. Sie erntete Zustimmung im Rat. „15 Jahre sind unmöglich“, so Manfred Birkle. Dementsprechend wurde auch hier eine Liegedauer von 20 Jahren in die Satzung aufgenommen.

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