Mobile „Bildungsoase“ im Riedlinger Grün

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 Wenn es der Rektor seiner ehemaligen Schulkameradin genehmigt, darf die Mooswand ausnahmsweise berührt werden: Rektor Prof. Ott
Wenn es der Rektor seiner ehemaligen Schulkameradin genehmigt, darf die Mooswand ausnahmsweise berührt werden: Rektor Prof. Ottmar Schneck (links) und eine Mitschülerin der Grundschulzeit in Altheim. (Foto: Ursula Kliebhan)
Ursula Kliebhan

Viele Ohs und Ahs waren am Tag der Offenen Tür der SRH Fernhochschule in der Kirchstraße zu hören. Die Gelegenheit hinter die Kulissen eines neuen, erst seit vier Wochen belebten „Mobile University“-Gebäudes zu blicken, bekommt man schließlich nicht alle Tage. Über 500 Besucher folgten vergangenen Samstag der Einladung des Rektors der Hochschule, Prof. Ottmar Schneck und seiner Crew. Sie durften ein funktional perfekt durchdachtes Gebäude, mit modernster Technik ausgestattet, dazu mit fantastischem Wohlfühlcharakter, umgeben von viel „Riedlinger Grün“ auf sich wirken lassen.

„Ihre Träume. Unser Antrieb“ der Leitsatz dieser Fernhochschule bezieht sich wohl auch auf deren neu geschaffenes Ambiente. Im Halb-Stunden-Takt zogen sehr gut angenommene Führungen durchs Haus. Das attraktive Gebäude, drin und draußen „zum Anfassen“ (abgesehen von den das Raumklima verbessernden Mooswänden „Berühren verboten“) begeisterte die Besucher.

„Das neue Domizil bietet mehr Möglichkeiten für Sonderevents und Präsenzveranstaltungen der Studierenden, was sich sicher positiv auf die Stadt Riedlingen auswirken wird“, sagte Ursula Mailach, seit 20 Jahren an der SRH beschäftigt, am Samstag als SRH-Guide im Hause unterwegs. „Die Ideen entstehen in mehr als einem Kopf“, einer von mehreren Leitsprüchen, die plakativ die Wände zieren. Worte, die nicht nur auf das vielfältige Studienangebot für die 5000 Studenten anwendbar sind. Wirtschaftspsychologie sei der Renner, über 1000 Studierende widmen sich diesem Studiengang.

Den Beinamen „Mobile University“ trägt die SRH nicht umsonst. „75 Prozent der Prüfungen laufen online“ war im Bereich des „Prüfungsservice“ zu hören. Im Media Office Print und Digital – hier darf man sich einen Buchverlag vorstellen – werden Studienbriefe, Manuskripte, E-Books, alles rund um das Studienmaterial aufbereitet.

Vorher auf sechs Gebäude „zusammengewürfelt“ verteilt, beherbergt das Gebäude nun großzügige Räumlichkeiten vom 2. Obergeschoss über den großen Saal „Baden -Württemberg“ im Erdgeschoss und den IT Bereich bis in das Untergeschoss mit Lebensmittellabor und Filmstudio – um nur einige Beispiele zu nennen – einfach alles.

Besonders an das Wohl der Mitarbeiter wurde gedacht. „Vorher diente der Narrenbrunnen am Wegscheiderhaus als Erholungsort“, so Rektor Schneck. Nun gibt es Terrassen, überall auf den Gängen sind Sitzbälle und moderne Sitzpoufs platziert, sogar eine erholsame Sprossenwand. Oder ersetzt ein Fitnessrad am höhenverstellbaren Schreibtisch den steifen Bürostuhl. Somit kann auch alternativ und rückenschonend im Stehen am PC gearbeitet werden.

Beeindruckend der große Raum der Studierendenbetreuung, in dem 13 Mitarbeiter 5000 Studenten durch die Studienzeit begleiten. Hier wurde besonders auf „Lärmschutz“ Wert gelegt. Die Schreibtische und Gesprächsnischen sind so konstruiert, dass eine intime Atmosphäre geschaffen wird. Etwa in einem Glaspavillon mitten im Raum. Um den großen, imposanten Saal „Baden-Württemberg“ im Erdgeschoss möchte man die SRH beneiden. Auch hier: Mooswände, die zur Verbesserung des Raumklimas dienen sollen. Eine Hommage an die Heimat: Heuneburg, Donau, Baden-Württemberg, die Namen von Besprechungs- und Tagungsräumen und des großen Saals. Dort fanden am Samstag drei Vorträge statt.

Gesundheitswesen und Digitales

„Digitalisierung - Auswirkung auf Mensch, Wirtschaft, Politik und Bildung“ lautete das Thema von Professor Dr. Ottmar Schneck. Er fungierte auch als Guide, hatte er doch an diesem besonderen Tag seine Grundschulklasse aus Altheim, Jahrgang 1969 zu einem Besuch eingeladen. Prof. Alfons Runde, Professor für Gesundheitsökonomie und Management, der dem sogenannten Runde-Konzept den Namen gegeben hat, sprach über „Die Quadratur des Kreises - oder warum unser Gesundheitswesen neu gedacht werden muss.“ Prof. Christine Schimek, Departmentleiterin Naturwissenschaft & Technologie, ließ einige Kinder und Erwachsene im Rahmen einer kleinen Kinder-Uni über die „Mikroorganismen – unsere kleinen großen Helfer“ staunen.

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