Mit viel Elan auf der Bühne

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 In ihrem Element: Die Sängerinnen und Sänger des Phantomchors Riedlingen.
In ihrem Element: Die Sängerinnen und Sänger des Phantomchors Riedlingen. (Foto: Jonas Grathowohl)
Jonas Grathwohl

Ein vielseitiges und überzeugendes Programm haben die Zuhörer in der gut gefüllten Stadthalle Riedlingen beim Jahreskonzert des Phantomchors und der „Klangfärber“ aus Daugendorf erlebt. Beide Chöre hatten mit ihrem Potpourri an interessanten Musikstücken gezeigt, dass sie mit viel Elan hinter dem Singen stehen und mit Niveau vor Publikum musizieren können. Es war das letzte Konzert von Ursula Wentz als Dirigentin des Phantomchors.

Etwa 230 Zuschauer ließen es sich nicht nehmen, um das Jahreskonzert des Phantomchors Riedlingen und des Gastchores „Klangfärber“ aus Daugendorf unter dem Motto „Kaffee und Chor“ in der Stadthalle zu besuchen. Mit „Applaus, Applaus“ von den Sportfreunden Stiller und „80 Millionen“ von Max Giesinger eröffnete der Phantomchor kräftig und melodisch das Konzert. Die Musikstücke beschrieben die Suche und die Sehnsucht einer Person nach einem „perfekten Deckel.“ In dem Stück von Max Giesinger wird gefragt, „wie man einen nur gefunden hat – einer unter 80 Millionen Menschen.“

Das Lied „Auf uns“ von Andreas Bourani beschreibt die Freude und die Kraft und wurde vom gleichnamigen Künstler zu einem Hit, als er das Musikstück nach der Fußballweltmeisterschaft 2014 am Brandenburger Tor in Berlin mit der deutschen Mannschaft sang. Harmonisch ließen die knapp 40 Sängerinnen und Sänger unter der letztmaligen Leitung von Ursula Wentz das kräftige und ausschwingende Musikstück erklingen.

Erinnerung an den Sommer

„Bring me little water Sylvie“ ist ein englisches Lied, welches an einen Kanon erinnert. Vor allem der Wechsel der Sängerinnen und Sänger im Tempo und in der Tonlage, mal fest oder auch sanft, sticht dabei heraus. Dezent abgerundete Töne mit klar ausgewiesenen Halbtönen als Hinführung zu mehrstimmigen Akkorden prägten das Lied „Hit the road Jack“. Bei „Westerland“ von die „Ärzte“ zeigten saubere Sprechsilben bis zu klaren Spitzentönen im Alt und Sopran das Potenzial des Chores, während für die Melodie überwiegend die Männerstimmen zuständig waren.

Der Chor „Klangfärber“, unter der Leitung von Rudi Karnik, hatte sich beim Konzert volkstümlichen und Sommermusikstücken verschrieben. Fetzig und frisch erklang „Schaut nur an den schönen Morgen“ und „Wie herrlich grünen Baum und Strauch“. Die Musikstücke waren eine Hommage an den Sommer im Jahr 2018 und die langen freundlichen, sowie sonnigen Tage.

Ruhig und sanft brachten die etwa 25 Sängerinnen und Sänger „Du passt so gut zu mir“ dar. Dabei zeigten die Chorsänger, dass diese sich mit viel Elan und Begeisterung dem Chorgesang verschrieben haben.

Für einige Lacher im Publikum sorgte das Stück: „Die Getränke sind frei“. Dezent und aufblühend sang der Chor, dass „drei Bier ein Essen seien“ und diese am Ende der Polizei bei einer Kontrolle sagen würden, dass die Getränke frei waren. Beim „Logical Song“ der Band Supertramp stach vor allem der differenzierte, variierende und ruhige Wechsel zwischen den tiefen Männerstimmen und den hohen Frauenstimmen hervor.

Auf ebenfalls hohem Niveau begeisterte abermals der Phantomchor im letzten Konzertteil bei „Rote Lippen soll man küssen“ und dem Schlager „Ohne Krimi geht die Mimi“ aus dem Jahr 1962. Dabei standen dezente Einzelstimmen im Vordergrund, exakt als Korrespondenz in Sprache und Gesang blühten diese auf zu einem freudvollen Chorklang.

Von Rio Reiser stammt das Musikstück „ Es ist vorbei Junimond“. Der Liedtext erinnert an einen vergehenden Liebeskummer. Dezente Tonbausteine wechselten mit strahlenden, doch nie überzogenen Tuttipassagen.

Grönemeyer zum Abschluss

In „Mambo italiano“ zeigten die Chormitglieder, dass sie bei schnellen, langsamen, lauten und leisen Passagen des Liedguts sehr gut zurechtkommen. Egal ob in Englisch, spanisch oder italienisch gesungen, der Phantomchor beherrschte gekonnt sein Liedgut.

Mit „Mambo“, dem deutschsprachigen Lied von Herbert Grönemeyer, beschloss Ursula Wentz ihr letztes hörenswerte Jahreskonzert mit dem Phantomchor. Nicht ohne eine Zugabe ließen die Zuhörer in der Stadthalle den Chor anschließend von der Bühne gehen.

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