Mehr Lohn, aber keine Gebührenerhöhung

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Waltraud Wolf

Die Conrad Graf-Musikschule steht wieder auf soliden finanziellen Beinen. Dies führte Vorsitzender Werner Blank am Dienstagabend bei der Vorstandssitzung und der anschließenden Mitgliederversammlung des Vereins aus. Ermöglicht haben dies eine von ihm initiierte Spendenaktion und erhöhte Barzuschüsse der Mitgliedsgemeinden.

Wurde 2016 die Rücklage auf Null zurückgeführt, so konnte sie 2017 mit dem Überschuss von 47 618 Euro aufgefüllt werden. Nach 2015 ist es der Schule erstmals wieder möglich, ab 1. Oktober den bei ihr angestellten Lehrerinnen und Lehrern eine fünfprozentige Lohnerhöhung zu gewähren, die ein Mehr an Ausgaben von 26 000 Euro verursachen. Blank: „Denn sie machen eine tolle Arbeit“. Dennoch liege man bei den Löhnen weit unter dem Tarif des öffentlichen Dienstes. Nicht tiefer in die Tasche greifen müssen die Eltern. Die Gebühren, die im Land an der Spitze liegen, werden nicht erhöht. Sie wurden zuletzt vor zwei Jahren um 3,6 Prozent angepasst.

Werner Blank und Verwaltungsleiterin Stefanie Lohner trugen in der Sitzung des Vorstandes, der insbesondere aus den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden – beziehungsweise ihren Vertretern – besteht, die Haushaltsdaten vor und erhielten ein einstimmiges Votum für den Etat mit einem Volumen von 674 350 Euro. Hauptposten bei den Einnahmen sind die Gebühren mit 411 950 Euro, bei den Ausgaben die Personalkosten von 555 950 Euro. Als Barzuschüsse der Gemeinden hat die Verwaltungsleiterin 65 300 Euro eingerechnet, sie sind von der jeweiligen Schülerzahl abhängig. Eltern aus Gemeinden, die diesen Zahlungen nicht nachkommen, müssen einen Auswärtigen-Zuschlag bezahlen. Mit Freude wurde registriert, dass die Schülerzahlen gestiegen sind. Zu Beginn des Jahres betrugen sie 753, doch seien sie starken Schwankungen unterlegen, hielt Stefanie Lohner fest.

Bei der anschießenden Mitgliederversammlung, die allerdings nur wenige in die Musikschule führte, wurde der Jahresabschluss 2017 mit 688 038 Euro an Einnahmen und Ausgaben und von einem Spendenaufkommen von rund 22 000 Euro berichtet. Daran teil hatte auch der Förderverein der Musikschule mit knapp 7300 Euro.

Schulleiter Reinhold Gruber informierte über den Schulbetrieb. 19 Lehrer unterrichten neben Riedlingen und Neufra in Altheim, Dürmentingen, Ertingen, Erisdorf, Binzwangen, Langenenslingen, Wilflingen, Uttenweiler und Zwiefalten. Er ging auf besondere Projekte der Musikschule ein, die bereits stattfinden oder geplant sind. Etwa das Chorprojekt der neuen Gesangs- und Klavierlehrerin Laura Schafranek am Kindergarten Sankt Maria in Riedlingen und dem Kleinen Biber in Altheim, das seine Stellvertreterin Ulrike Fetsch vorstellte. Erfolgreich läuft die Bläserklasse in Ertingen, eine neue Gruppe ab Oktober wird beworben. Das Riedlinger Modell mit Blockflöten- und Trommel-Unterricht an der Joseph- Christian-Schule wurde als positiv bewertet. Außer den Bläsern soll dort noch eine Streicher-Klasse eingeführt werden.

Der Gitarrenlehrer Jens Richter startet im September mit einem Band-Projekt mit Pop-Musik. Bislang haben sich dazu vier Interessenten angemeldet. Seit Mai unterrichtet Christine Kohnen in drei Trommelworkshops insgesamt 27 Erwachsene. Mikhail Antipovs Streicher-Ensemble zählte zum Schuljahresende sieben Schüler. In Planung seien ein Blechbläser- und ein Holzbläser-Ensemble der Musiklehrer Albrecht Streicher und Bernd Buck. Nicht zuletzt dienten sie auch der Bildung spielbarer Ensembles zur musikalischen Begleitung von Veranstaltungen.

Gruber erwähnte voller Stolz die erfolgreiche Teilnahme von 17 Schülern am Kreisjugendmusiktag und stellte fest, dass gerade die jungen Leute, die sich einer solchen Herausforderung stellen, später Stimmführer oder gar Dirigenten von Kapellen seien. Er betonte die starke Präsenz der Conrad Graf-Musikschule bei diesem Wettbewerb. Sie stelle die Hälfte der Teilnehmer.

Dass höhere Schülerzahlen nicht automatisch höhere Einnahmen bedeuten, machten Schulleiter Gruber und Verwaltungsleiterin Lohner klar, zumal die Schule bei Einzelunterricht drauf zahle. Gruppenunterricht dagegen rechnet sich, der vor allem im Früherziehungsbereich stark ausgeprägt ist.

Wahlen im Verein

Mit reichlich Lob wurden die Lehrer bedacht. „Die Arbeit, die hier geleistet wird, ist hervorragend“, sagte Riedlingens Bürgermeister Marcus Schafft und sein Dürmentinger Kollege Dietmar Holstein ergänzte, sie arbeite zum Wohle der ganzen Raumschaft. Er erkannte die gewachsene Schülerzahl nicht nur als Indiz für die Qualität, sondern auch als nachhaltig.

Bei Wahlen wurden Ingeborg Enderle und Ludwig Geißinger als Beisitzer im Gesamtvorstand bestätigt. Anita Missel erklärte sich bereit, weitere drei Jahre als Kassenprüferin zu agieren. Für den aus dieser Funktion ausscheidenden und mit Dank bedachten Bernard Mohr wurde Anton Engler gewählt.

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