Meal Prepping spart Zeit und Geld

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 Ungewohnt aber lecker: Spaghetti Carbonara- Muffins. Kursleiterin Gudrun Mack (links) steht mit Rat und Tat zur Seite.
Ungewohnt aber lecker: Spaghetti Carbonara- Muffins. Kursleiterin Gudrun Mack (links) steht mit Rat und Tat zur Seite. (Foto: Hanna Nuber)
Hanna Nuber

Die Thematik könnte mit dem abgewandelten Werbespruch eines hinlänglich bekannten Möbelgiganten auf den Punkt gebracht werden: „Preppen sie schon, oder kochen sie noch (täglich)?“ Im Rahmen der Aktion „Gesunde Ernährung“, einer Kooperation der AOK Ulm-Biberach und der Schwäbischen Zeitung gab es in der Realschule Riedlingen einen Schnupperkurs zum aktuellen Thema „Meal Prepping“ mit dem eher augenzwinkernden Untertitel: „Was Oma schon wusste“.

Der englische Begriff Meal Prepping bedeutet frei übersetzt „Vorkochen“. Und wieder einmal kommt dieser vermeintlich neue Trend aus Amerika, wie die Referentin eingangs erklärt. Dort wird die Praktik Vorkochen unverkennbar – oft für die ganze Woche genutzt. Es werden sogar spezielle Geschirrsets für diesen Trend angeboten. Gudrun Mack, arbeitet seit vielen Jahren als erfahrene Ernährungsberaterin und Diätassistentin bei der AOK. Ihr fundiertes ernährungstechnisches Wissen gibt sie in Vorträgen und Kochkursen weiter, sie ist in dieser Mission wiederholt auch in der Realschule Riedlingen Gastgeberin.

Ein rundes Dutzend Teilnehmerinnen sitzt im Kreis und verfolgt die informative Präsentation der Kursleiterin an der Wand. Bei der Diskussionsrunde offenbart sich bald, hier sind fast ausschließlich erfahrene „intuitive Prepperinnen“ versammelt, die das Prinzip Vorkochen längst praktizieren. Abweichend von der amerikanischen Message dreht es sich in diesem Kurs allerdings um eine deutlich abgeschwächte Form, der Fokus liegt eher auf der Resteverwertung. Und…, es ist wohl in der tiefsten Seele einer Schwäbin verankert, dass man noch genießbare Nahrungsmittel nicht wegwirft, sondern, kreativ aufbereitet, auf den Tisch bringt. Auch aus ökologischen Gründen verbietet es sich, dass noch gut genießbare Lebensmittel im Müll landen.

Vorkochen ist gerade auch für Berufstätige und jüngere Menschen im Single- oder Zweipersonenhaushalt ideal. Man spart dadurch wertvolle Zeit, weil der Aufwand deutlich reduziert wird, wenn größere Mengen für mehrere Mahlzeiten gleichzeitig vorbereitet werden. Folgende Vorbereitungen sind für eine sinnvolle Umsetzung nötig: 1. Planung, 2. Gezielter Einkauf, 3. Kochen und Aufbewahrung.

Gekocht wird ein ausgewogenes und leckeres Essen mit frischen und natürlichen Zutaten; ohne jegliche Konservierungs- und Zusatzstoffe wie bei zahlreichen Fertigprodukten vom Discounter. Die vorbereiteten Gerichte werden an anderen Tagen bei kurzen Kücheneinsätzen aufgewärmt oder phantasiereich abgewandelt serviert. Auch die Vorratshaltung im Tiefkühlgerät passt gut in die Thematik – ein selbst zubereitetes Essen schmeckt aufgewärmt allemal besser als gebräuchliches Fastfood.

Vielfältige Ideen

Die Referentin fragt in die Runde: „Wer hat eine Idee, wie man übrige gekochte Kartoffeln weiterverwenden kann?“ Es gibt überraschen Antworten der versierten Hausfrauen: Kartoffelsuppe, -pürree, -gratin, -küchle, Schupfnudeln, gebackene „Zigarrrnudeln.“ Die von einer anderen Kursteilnehmerin aufgeführte Idee, den übrigen Kartoffelsalat am Folgetag als Bratkartoffeln zu servieren, stößt auf eine gewisse Skepsis bei manchen.

Nach weiteren Tipps zur Resteverwertung von Nudeln, Reis und älterem Brot geht es an den Herd. Mit Eifer und viel Know-how wird nach den zahlreichen, von der Kursleiterin ausgewählten Rezepten gekocht. Bald schon erfüllen köstliche Düfte von Kräutern und teils exotischen Gewürzen den Raum. Mit flinker Hand und frischen Zutaten entstehen optisch ansprechende Gerichte, die einen interessanten Gaumengenuss verheißen. Dazwischen gibt es wertvolle Tipps von der Ernährungsberaterin zu Nährstoffen, Vitaminen und Phytaminen (sekundäre Pflanzenstoffe) und generell zu gesunder Ernährung.

Dann ist es Zeit zur Begutachtung der Kochergebnisse und der Verkostung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und der Geschmack der Speisen wird von allen sehr gelobt. Laufende Bekundungen der „Kochfrauen“: „Dieses Rezept koche ich jetzt sicher öfters zu Hause!“ Klares Fazit am Schluss: Dieser AOK-Aktionsabend für eine gesunde Ernährung hat das Ziel klar erfüllt. Guten Appetit!

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