Mark’n’Simon blödeln, bis der Bauch bebt

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Komödiantischer Abschluss der Musikalischen Festwochen Donau Oberschwaben mit Mark’n’Simon in Grüningen.
Komödiantischer Abschluss der Musikalischen Festwochen Donau Oberschwaben mit Mark’n’Simon in Grüningen. (Foto: Anton Munding)
Anton Munding

Als Abschluss der diesjährigen Musikfestwochen Donau-Oberschwaben spielte das Komiker Duo Mark’n’Simon in der Schlossscheuer in Grüningen. Die Kabarettisten schossen ein grandioses Feuerwerk ihres Humors ab. Dabei bedienten sie sich aus allen Schubladen, die das Genre hergibt. Das Publikum schüttelte sich teilweise vor Lachen, ob der skurrilen Einfälle und war begeistert von der mitreißenden Straßenmusik der beiden.

Gleich zu Beginn instruieren die zwei Briten ihr Publikum, welche Arten von Beifall sie auf welche Anzeige wollen. Durch diese Übungen waren die Zuschauer gleich ins Programm eingebunden und durften beim Song Mrs. Robinson, von Simon und „Garfield“ das Ohohoh mitsingen. Diese Art von Wortspielereien forderte von den Zuhörern allerhöchste Konzentration, weil wirklich ein Gag den anderen jagte. Zwischendurch wurden die Lieder von den 70ern bis in die 80er Jahre rauf und runter gespielt.

Besonders angetan haben es den Barden an diesem Abend die Songs von Simons Kater Stephan. Einer dieser hanebüchenen Kalauern. Gemeint war Cat Stevens, der laut Simon gerade an diesem 21. Juli 70 Jahre alt wurde. Zwischendurch flirten Mark’n’Simon mit dem weiblichen Publikum aus Grüningen und setzen dem stellvertretenden Bürgermeister Manfred Birkle die Krone sowie einen pickenden Specht auf.

Nun ist irische Pub Musik angesagt. Da ging es vom Wild Rover bis zu Whiskey In The Jar. Dabei spielten die beiden neben verschiedenen Gitarren auch Ukulele und irische Mandoline. Und weil Mark sooo gut chinesisch kann, bringt er den Zuhörern in 70 Sekunden diese fernöstliche Sprache bei. Bei verschiedenen Spielchen können die Gäste CDs, Postkarten und immer wieder Smiley-Buttons aus Australien gewinnen. Aber dann parodiert Mark gleich drei Show-Größen auf einmal. Als Elvis Presley mit überlangen Armen kommt er auf die Bühne und singt „In The Ghetto“. Zu im gesellt sich Herbert Grönemeyer mischt sein Lied „Mensch“ unter und zu guter Letzt singt Mark als Frank Sinatra auch noch „New York, New York“ dazwischen. Die Wechsel von Songs und Rollen sind fliegend und lässt die Zuschauer verblüfft staunen.

Im stimmungsvollen Teil darf „Those Where The Days“, „Che Sera“ und „Sweet Caroline“ mitgesungen werden und weil es den beiden gefällt gibt’s gleich noch“ Jingle Bells“ hinten drauf. Auf Paul Ankas „Mädchen Aus Germany“ folgen „Tom Dooley“ und „Lola“. Damit sind wir im Impro Teil, bei dem Mark auf jeden Vornamen ein Lied singt. Selbst für Volker kennt er eins: Über dem Volker.

Dann sind Rock Urgesteine an die Reihe. Als Keith Richards und Mick Jagger singen und spielen sie “Anybody Seen My Baby“ zum Steinerweichen. Hier zieht Simon verschiedene Jaggermasken auf und entstellt sein Gesicht mit grandioser Mimik, als wäre er der Leibhaftige. Dass sein Gesang noch verdammt nahe am Idol ist, sei nur am Rande erwähnt. In ähnlicher Weise dürfen dann Ozzy Osbourne und Joe Cocker den Abschluss des Konzertes einläuten.

Spielfreudig, wie die zwei nun mal sind, gibt’s noch annähernd eine halbe Stunde Zugaben, bis dann fast wehmütig die Zeile: „I have to go away“ aus Cat Stevens „Father and Son“ den Schlusspunkt setzt.

Hatten auf die Anfangsfrage von Simon, wer das Duo kennt, gerade mal fünf die Hand gehoben, werden sicherlich die allermeisten sich noch lange an diesen turbulenten Abend voll spritzigem Humor und guter alter Musik aus jungen Jahren erinnern.

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