Ulrich Hirsch, den seine Freunde „Käfer“ nennen, gestaltet im Riedlinger Lichtspielhaus einen Abend mit Liebesliedern.
Ulrich Hirsch, den seine Freunde „Käfer“ nennen, gestaltet im Riedlinger Lichtspielhaus einen Abend mit Liebesliedern. (Foto: Waltraud Wolf)
Waltraud Wolf

Ulrich Hirsch singt am Freitag, 8. November, im Riedlinger Lichtspielhaus Liebeslieder. Beginn ist um 20.30 Uhr. Seine Begleiterin ist die Gitarre, seine Absicht, viele Zuhörer gut zu unterhalten und mit dem Erlös des Abends – zehn Euro pro Person - mit zur Verköstigung all jener zu sorgen, die sich 2020 beim Sommertheater in Riedlingen einbringen.

Denn auch er hat seine Leidenschaft fürs Theater entdeckt und ausgelebt, als 2016 und 2017 mit dem Lindenhof-Theater das Stück „Kleine Stadt. Große Welt“ aufgeführt wurde und er neben seinem schauspielerischen Talent zusätzlich organisatorisches und technisches eingesetzt hat. Gesungen wurde auch beim Sommertheater, wenn auch nur ein bisschen. Am Freitag jedoch steht der Gesang im Mittelpunkt, der Ulrich Hirsch schon von Kindesbeinen an begleitet. In der fünfköpfigen Familie in Heubach bei Schwäbisch Gmünd wurde viel gesungen, vor allem beim Wandern, berichtet er. Bald hat er sich einem Chor angeschlossen, doch nicht dem heimischen Gesangverein, sondern dem Kirchenchor. Den Grund verrät er lachend: Weil da die Mädchen attraktiver waren.

1980 verschlug es ihn nach Heiligkreuztal. Während er sich das Gitarrenspiel selber beibrachte, nahm er irgendwann Gesangsunterricht bei Birgit Jabczynski in der damaligen Jugendmusikschule. Es war die Zeit der „Storchetten“, bei denen seine Tochter mitsang und auch seine Stimme war gefragt, nicht nur bei Duetten mit seiner Lehrerin. Um die Jahrtausendwende gründete er in Heiligkreuztal zusammen mit Nachbarn, die „alle sagten, sie könnten nicht singen“, einen kleinen Chor, der sein Debüt beim ersten Herbstkonfekt hatte, ebenfalls initiiert von Ulrich Hirsch und für einen guten Zweck, wie alle anderen seiner Auftritte.

Bei der Auswahl der Lieder kann er aus einem großen Schatz an Chorsätzen schöpfen, manches hat er auch selber arrangiert. Vielfältig ist auch die Auswahl an Liedern, Schlagern und Chansons als Solist. Bei Vernissagen ist er schon aufgetreten, in der Kreissparkasse oder in der Galerie von Ricki Scopes. Mit 1848er-Revolutions- und Georg Kreisler-Liedern hat er Solo-Abende im Riedliner Kino bestritten. Er liebt die Lieder mit dem schwarzen und tiefsinnigen Humor und Sprachwitz Kreislers und könnte das ganze Programm mit Liebesliedern von ihm gestalten, schließlich ist auch das „Taubenvergiften“ eines. Vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert wird er Lieder vortragen, hat solche vom „Zupfgeigenhansel“ ausgegraben, will Hannes Wader Referenz erweisen und auch Wolf Biermann, der „tolle“ Liebeslieder geschrieben habe, wenn er auch politisch nicht mehr „sein Freund sei“, so Hirsch. Warum Liebeslieder? Er habe überlegt, was er gerne singen würde und wie man sie zusammenfasse könne und da kristallisierten sich eben die Liebeslieder heraus, die „Käfer“, wie die Freunde ihn nennen, durch die Jahrzehnte seines (Liebes)Lebens begleitet haben, nicht ohne ihre ironische bis gar satirische Seite zu betonen.

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