Landratsamt bewertet Tempo 30-Antrag

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Anwohner der Ziegelhüttenstraße wünschen sich Tempo 30.
Anwohner der Ziegelhüttenstraße wünschen sich Tempo 30. (Foto: Thomas Warnack)
Redaktionsleitung

Der Antrag der Stadt Riedlingen für die Tempo 30-Reduzierungen in drei Straßen der Stadt liegen nun bei der Unteren Verkehrsbehörde des Landratsamts auf dem Tisch. Das Landratsamt wird die vorgelegten Zahlen nun bewerten. Dieser Antrag erfolgt im Rahmen des Lärmaktionsplans. Vor allem die Anlieger der Ziegelhüttenstaße haben sich im Vorfeld für ein Tempo 30 (Tag und Nacht) auf der Straße stark gemacht.

Neben der Ziegelhüttenstraße wird eine Temporeduzierung auch in der Hindenburgstraße und in der Gammertinger Straße (in Richtung Grüningen) von der Stadt beantragt. Hintergrund sind die berechneten Lärmwerte in den Straßen, welche die vorgegebenen Grenzwerte zum Teil überschreiten. Tagsüber sind 70 Dezibel erlaubt, nachts 60.

Bereits im Juli sind die Anträge und die entsprechenden Unterlagen beim Landratsamt eingegangen. Doch wurden von der Behörde noch weitere Informationen eingefordert. So wurde die Darstellung der Lärmwerte nach den Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen (RLS-90) und nicht nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz eingefordert. Zudem mussten zu jedem betroffenen Haus die errechneten Lärmwerte für Tempo 50 und Tempo 30 sowie die Anzahl der betroffenen Personen pro Haus übermittelt werden.

Das Ingenieurbüro, das von der Stadt mit der Lärmaktionsplanung beauftragt ist, hat diese Tabelle nun erstellt und sie über die Stadt an die Untere Verkehrsbehörde übermittelt. Die in einem standardisierten Modell errechneten Daten weisen etwa für die Zielgehüttenstraße aus, dass nachts an sechs Häusern der Grenzwert zum Teil knapp überschritten wird. Bei Tempo 30 reduziert sich der Lärm um 2,5 Dezibel. Dann wären die ermittelten Werte unter dem Grenzwert. Die Untere Verkehrsbehörde im Landratsamt wird die Zahlen nun bewerten und eine Entscheidung fällen. Sollten das Amt zum Schluss kommen, dass Tempo 30 angeordnet werden sollte, muss dem allerdings auch noch vom Straßenbaulastträger – dem Regierungspräsidium – zugestimmt werden.

Weniger Lärm, mehr Sicherheit

Vor allem die Ziegelhüttenstraße-Anlieger drängen auf die Einführung von Tempo 30. Dieses war bereits für kurze Zeit im Zuge des Umleitungsverkehrs während der Baustelle auf der B311 angeordnet worden. Damals sei der Verkehr viel ruhiger und langsamer über die Straße gelaufen – mit entsprechend geringerer Lärmbelastung für die Anlieger, so ihr Fazit. Aber sie machen auch Sicherheitsbelange geltend: Dass das Kreisgymnasium mit über 800 Schülern an der Zielgehüttenstraße liegt, und dass die Straße von vielen Schülern täglich gequert werde.

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