Knappe Niederlage zum Saisonschluss

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Gute Stimmung bei den Riedlingern vor dem Spiel.
Gute Stimmung bei den Riedlingern vor dem Spiel. (Foto: SF Riedlingen)
Schwäbische Zeitung

Zum Abschluss der Saison fand in der Kreisklasse im Schach zum ersten Mal ein zentraler Spieltag in Langenau statt. 48 Schachspieler hatten sich zusammen gefunden, um die abschließenden Platzierungen auszuspielen. Riedlingen I spielte gegen Weiße Dame Ulm IV. Mit dem knappsten möglichen Ergebnis von 3,5:4,5 mussten sich die Riedlinger geschlagen geben. Die Partien standen lange unentschieden, es wäre auch ein anderer Ausgang möglich gewesen. Letztlich war der Ulmer Erfolg aber verdient.

Die wesentlichen Entscheidungen über Auf- und Abstieg waren schon zuvor gefallen, dennoch oder vielleicht gerade deshalb waren die Partien hart umkämpft. Jan Fuchsloch konnte als erster einen Punkt für Riedlingen erspielen. In einer Caro-Kann-Verteidigung gewann er mit Schwarz gegen Bernd Rieken im frühen Mittelspiel durch einen Doppelangriff eines Turmes einen Bauern. In der Folge spielte er gegen weiße Bauernschwächen, tauschte Figuren und spielte das resultierende Bauernendspiel technisch tadellos.

Peter Schilling hatte sich mit den weißen Figuren in einem Damenbauernspiel gegen Radovan Kikic Stellungsvorteil verschafft, beide Spieler hatten aber Angriffschancen. Schilling setzte auf Königsangriff und opferte erst eine Qualität, dann einen Turm, der Angriff drang aber doch nicht durch. Letztlich entschied der Materialvorteil für Kikic.

Ähnlich erging es Hassan Hafes. Auch er hatte eine sehr aussichtsreiche Angriffsstellung gegen den weißen König von Haims Haitov erreicht, setzte aber vielleicht nicht konsequent genug fort. Der erfahrene Ulmer nutzte seine Gegenchancen und gewann im Turmendspiel.

Die dritte Angriffspartie, die nicht von den Riedlingern gewonnen wurde, spielte Klaus Rieber gegen Ljubosav Topalovic. Rieber eröffnete mit dem Dänischen Gambit, opferte zwei Bauern für schnelle Entwicklung. Topalovic verteidigte sich umsichtig, die Stellung blieb lange umkämpft. Der schwarze König wankte, doch er fiel nicht und im Endspiel gewann Topalovic mit seinen Mehrbauern. Drei wilde Partien und es stand 1:3 für Ulm.

Inzwischen hatte aber Rolf App mit Weiß in einer sizilianischen Eröffnung gegen Dominik Cirillo bei einer Abtauschaktion durch einen cleveren Zwischenzug mit einem Turm mit Schachgebot einen Läufer erobert. Dies brachte den Punkt zum 2:3 Anschluss, auch wenn die Partie fast 80 Züge dauerte.

Auch Julian Kreutzer lieferte sich mit Weiß mit Frederic Goda einen offenen Schlagabtausch. Goda griff mit Leichtfiguren und Dame die weiße Rochadestellung an, Kreutzer erzielte Materialvorteil und stellte selbst mit seinen gut postierten Figuren Mattdrohungen auf. Dabei kam er aber etwas in Zeitnot, in der Goda schließlich gewinnen konnte.

Nun hätten die Riedlinger beide verbleibenden Partien gewinnen müssen um noch auszugleichen. Thomas Kromer war in eine sehr passive Stellung geraten. Aber Kromer konnte eine Möglichkeit nutzen, seinen Turm in eine bessere Position zu bringen und die überraschend gewonnene Initiative im resultierenden Springerendspiel zum Punktgewinn umsetzen.

Die letzte Partie zwischen Mahmoud Zyadah mit Schwarz und Matthias Goppelt war von langwierigem Lavieren geprägt. Zuletzt hatten beide noch eine Leichtfigur und vier Bauern, keiner der Spieler sah eine Gewinnmöglichkeit, so kam es zum einzigen Remis der Begegnung. Damit hatte die Ulmer Mannschaft den noch fehlenden halben Punkt zum Mannschaftserfolg eingespielt.

Alle Partien waren spannend und boten Angriffsschach im besten Sinne, deshalb tat diese Niederlage nicht weh. Riedlingen beendet die Saison auf Platz vier bei acht Mannschaften. Laupheim 2 wird absteigen, Biberach 3 war die stärkste Mannschaft und steigt in die Bezirksliga auf.

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