Keine Angst vor schnellen Läufern

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 Edwin Müller vom TSV Riedlingen gehört zu den Trainern des Laufteams.
Edwin Müller vom TSV Riedlingen gehört zu den Trainern des Laufteams. (Foto: Berthold Rueß)

Mancher geht mit guten Vorsätzen ins neue Jahr: gesünder leben, mehr Bewegung. Anlässlich des Jubiläums „300 Jahre Riedlingen“ bietet die Schwäbische Zeitung ihren Leserinnen und Lesern die Gelegenheit, sogar so fit zu werden, dass sie am Stadtlauf teilnehmen können – und zwar über die Zehn-Kilometer-Strecke. Bis zu dem großen Tag am 11. Mai nehmen erfahrene Läufer des TSV Riedlingen, allen voran Thorsten Banzhaf als Haupttrainer, die Aspiranten unter ihre Fittiche. Angesprochen ist jeder, der gesund genug ist, Anfänger ebenso wie ambitionierte Sportler.

Edwin Müller vom TSV kommt die Aktion gerade recht: „Es geht immer mehr in die Richtung, dass gut trainierte Leute am Start sind“. Die Siegerzeit im Hauptlauf über zehn Kilometer liege mittlerweile schon bei 33 Minuten, „der Letzte läuft immer noch unter einer Stunde“. Das schrecke möglicherweise Menschen ab, die nicht so hohe Ambitionen haben und eigentlich nur ins Ziel kommen wollen: „Aus Angst vor den schnellen Läufern scheuen sich manche.“ Die, so hofft er, könnten mit etwas Unterstützung motiviert werden, um beim 20. Stadtlauf das Starterfeld wieder etwas zu erweitern. Die Teilnehmerzahl sei über die zehn Kilometer von anfangs etwa 100 Läufern in den vergangenen Jahren auf rund 80 zurückgegangen, zehn bis 15 davon kommen aus den Reihen des TSV. Ein angenehmer Nebeneffekt könne auch sein, dass der TSV weiteren Zulauf bekomme.

Beim Stadtlauf gibt es zwar auch einen „Jedermannlauf“ über fünf Kilometer, und die zehn Kilometer sei eine „Streckenlänge, die schafft nicht jeder.“ Jedenfalls nicht ohne Training. Und das bieten die Experten vom TSV. Es gehe vornehmlich darum, die Strecke durchzulaufen, egal mit welchem Tempo. Ein Spaziergang sollte es freilich auch nicht sein. Müller kann verstehen, dass ungeübte Läufer Angst vor einer Blamage haben, wenn sie überrundet werden, und beruhigt: Üblicherweise gebe es nach den ersten zwei der insgesamt acht Runden schon die ersten Überrundungen, und der Zuschauer könne im Läuferfeld gar nicht mehr ausmachen, wer überrundet ist. Und es sei schon eine „beachtliche Leistung, wenn jemand zehn Kilometer durchgelaufen ist“.

Der Weg dahin führt über das Laufteam der SZ. An der können auch fortgeschritten Läufer teilnehmen, aber blutige Anfänger sind ausdrücklich erwünscht. In den ersten Trainingseinheiten werden entsprechend dem jeweiligen Leistungsniveau mehrere homogene Gruppen gebildet. Jeder Teilnehmer erhält von Thorsten Banzhaf, der den Stadtlauf schon öfter gewonnen hat, einen individuellen Trainingsplan. Die persönliche Betreuung durch die Coachs vom TSV stellt sicher, dass sich jeder nach seinen Möglichkeiten bis zum Stadtlauf entwickeln kann. Auch eine Laufschuhberatung gibt es durch Wolfgang Zilian von Z-Sport in Sigmaringen. „Für manche ist das eine Wissenschaft“, sagt Edwin Müller. Ein guter Laufschuh könne Verletzungen, insbesondere der Achillessehne, verhindern. Er sei so hervorragend gedämpft, dass das Laufen auf der Asphaltstrecke keine Probleme bereite – und Kopfsteinpflaster gibt es in Riedlingen ja nicht. Im übrigen müsse der Schuh regelmäßig nach etwa 1000 Laufkilometern ersetzt werden: „Dann ist er platt.“ Bei Müller ist das relativ schnell der Fall. Der 75-Jährige läuft täglich eine Stunde, teils mit anderen in der Gruppe, teils allein. In manchen Jahren habe er um die 20 Wettkämpfe bestritten.

Für die Anfänger in der SZ-Laufgruppe gilt es zunächst, die Koordination zu schulen. Mancher Läufer beim TSV habe anfangs einen „fürchterlichen Laufstil“ gehabt, erinnert sich Edwin Müller, und heute einen hervorragenden: „Man kann es korrigieren.“ Und die Kondition für die Zehn-Kilometer-Distanz komme im Laufe der Vorbereitung mit Intervalltraining mit kurzen Strecken über 1000 Metern und längeren Dauerläufen. Geplant sind bis zum Stadtlauf rund 20 einstündige Trainingseinheiten, zwei pro Woche. Trainingszeiten sind mittwochs um 18.30 Uhr und sonntags um 10.30 Uhr. Erstes Treffen des SZ-Laufteams mit Einteilung der Trainingsgruppen ist am 13. Februar im Stadion. Am 28. April ist die Probe aufs Exempel mit dem Testlauf über die original Stadtlaufstrecke. Müller ist sicher, dass jeder mit entsprechendem Training die Zehn-Kilometer-Distanz schaffen kann. Und in der Mannschaftswertung haben die SZ-Läufer durchaus gute Chancen.

Voraussetzung für die Teilnahme ist allerdings, dass keine körperlichen Beeinträchtigung vorliegt. Eine entsprechende Selbstauskunft, ein Gesundheitszeugnis, muss auch aus Haftungsgründen jeder Teilnehmer ausfüllen. Zum Programm gehören auch eine Ernährungsberatung der AOK mit Körperfettmessung zu Beginn und am Ende des Trainings.

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