Im „Kochduell“ mit der Enkelin

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Auch jetzt putzt Brigitte Holstein wieder Bohnen – wie zu den Fernsehaufnahmen.
Auch jetzt putzt Brigitte Holstein wieder Bohnen – wie zu den Fernsehaufnahmen. (Foto: Eva Winkhart)
Eva Winkhart

Die erste Folge der Sendung „Oma kocht am besten“ sendet das SWR Fernsehen im Dritten Programm am 12. Juli um 18.15 Uhr mit Brigitte Holstein in Grüningen und Laura Widmer in Mönchengladbach: Schäufele mit sauren Bohnen, Spätzle und Kartoffelsalat. In den weiteren Folgen der ersten Staffel kochen Omas und ihre Enkel am 19. Juli Kartoffelstampf und Kirschenmichel, am 26. Juli Dampfnudeln und Grombirsupp, am 2. August Lekvar Datschgerl.

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Zum zweiten Mal hat Brigitte Holstein aus Grüningen bei Aufnahmen zu einer Fernsehsendung mitgewirkt. Nach den etwa zehn Minuten, die sie zu sehen und zu hören war in der Sendung „Wirtshäuser auf dem Land“, ist sie nun Hauptdarstellerin – neben ihrer Enkeltochter Laura Widmer. Am Donnerstag wird im SWR Fernsehen um 18.15 Uhr die erste Sendung der Reihe „Oma kocht am besten“ ausgestrahlt. Brigitte Holstein kocht dabei das Lieblingsessen ihrer Enkelin Laura: Schäufele mit sauren Bohnen, Spätzle und Kartoffelsalat. Und Laura versucht anschließend, Geschmack und Aussehen des Rezepts ihrer „Oma Brigitte“ ebenfalls zu erreichen.

Während der Dreharbeiten zur Wirtshäuser-Sendung, erzählt Brigitte Holstein, habe Redakteurin Elke Wissmann darüber gesprochen, dass sie eine Sendung plane mit Oma zu Hause und Enkel in der Ferne, Kochen und Essen. Und Brigitte Holstein darauf prompt: „Ich hab eine Enkelin, die fort ist und immer noch gern kommt – auch zum Essen.“ Dabei berichtete sie von ihren fünf Kindern und Schwiegerkindern, den zehn Enkeln, die zahlreich regelmäßig freitags zu ihr zum Mittagessen kommen: „Das haben wir irgendwann mal angefangen.“ Als die Kinder berufstätig waren, die Enkel zur Schule gingen. Das hat sich gehalten und erweitert: „Und nun sind wir locker immer zwischen zehn und zwölf Leut am Freitag.“ Zum Essen, Sitzen, Schwätzen – und gemeinsamen Aufräumen. „Nix Besonderes“ gebe es dann, einfach etwas, das alle mögen: saure Eier und Bratkartoffeln etwa oder Kässpätzle oder Hochzeitssuppe. Dabei würde bei den Gelegenheiten so vieles ausgetauscht, vieles erzählt und berichtet. Ohne Hektik – eine besondere Situation. Und die Kinder erzählten, dass ihre Mitschüler erstaunt fragten: „Was, du gehst zu deiner Oma zum Essen?“ Ungewöhnlich und unüblich in den meisten Familien heute.

So kam Brigitte Holstein zu ihrer Hauptrolle in der neuen Sendereihe. Die Enkeltochter wurde dazu gewonnen, das Gericht festgelegt, ein Termin vereinbart. Kurz nach Weihnachten, erinnert sich Brigitte Holstein, kamen drei der Fernsehleute – die Redakteurin, ein Kameramann und ein Tontechniker – nach Grüningen, bauten ihre Geräte in der Holsteinischen Küche auf. „Und die haben sich in meiner Küche breit gemacht“, erzählt sie lachend. Groß genug ist ihre Küche. Sie habe gekocht und beschrieben, ihre Handgriffe und Zutaten genau erklärt. Der Tisch war gedeckt, das „Kind“ war da. Dann wurde während des Essens das Kochen nochmal rekapituliert und „von alten Zeiten g’schwätzt“. Fotos aus Lauras Kindheit boten viel Gesprächsstoff und gemeinsames Erinnern, Lachen und Wundern. Nebenbei erhielt Laura Tipps und Kniffe für ihr Kochen.

In der zweiten Januarwoche trafen sich Oma und Enkelin mit dem Fernsehteam in Lauras Studentenwohngemeinschaft in Mönchengladbach. Hier sollte Laura zeigen, was sie von der Oma über die Zubereitung ihres Lieblingsessens gelernt hat. „Es sollte so aussehen und schmecken wie bei mir“, sagt die Oma.

Schwierigkeiten bereiteten der Enkeltochter die typisch schwäbischen Zutaten: das Schäufele und die Spätzle. Das Fleisch erstand sie nach einigem Suchen bei einem Metzger, der häufiger im Schwarzwald Urlaub gemacht hatte. Hier hatte der auch das Schäufele kennen und lieben gelernt – und am Niederrhein eingeführt. Vakuumverpackt. Ein Glücksfall für die schwäbische Köchin.

Kein Rührgerät im Studentenhaushalt

Schwieriger war das Produzieren der Spätzle. Zum studentischen Haushalt gehörte kein Handrührgerät, um den Spätzlesteig herzustellen. Auch die um Rat gefragte Vermieterin hatte keines – aber ein „Schneerädle“. Mit dem gelang dann sogar der entsprechende Teig. Und das Geburtstagsgeschenk der Oma an die Enkelin war damit vorgemerkt: ein elektrisches Handrührgerät.

Den Spätzleshobel hatte Laura beim vorigen Besuch zu Hause aus Mutters Küche mitgenommen. Damit entstanden zwar dicke, runde Knöpfle – anders als Großmutters lange Spätzle –, aber die wurden akzeptiert. Und die Bohnen seien nicht ordentlich geputzt gewesen, sagt die Oma unter Schmunzeln; die „Schwänzle“ hätte Laura vergessen abzuschneiden. Geschmeckt habe das Gericht ein bissle anders, aber „auch gut“.

Ob die Oma am besten kocht? Auf alle Fälle fällt ihr das Kochen leichter, auch aus ihrer langjährigen Erfahrung im „Adler“. Ein für beide nettes Erlebnis waren die Dreharbeiten. Und besonders die intensiven Gespräche im Vorfeld und während des Essens bleiben beiden in guter Erinnerung.

Die erste Folge der Sendung „Oma kocht am besten“ sendet das SWR Fernsehen im Dritten Programm am 12. Juli um 18.15 Uhr mit Brigitte Holstein in Grüningen und Laura Widmer in Mönchengladbach: Schäufele mit sauren Bohnen, Spätzle und Kartoffelsalat. In den weiteren Folgen der ersten Staffel kochen Omas und ihre Enkel am 19. Juli Kartoffelstampf und Kirschenmichel, am 26. Juli Dampfnudeln und Grombirsupp, am 2. August Lekvar Datschgerl.

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