Mit dem deutschen Alpenverein waren elf Teilnehmer im Ötztal unterwegs.
Mit dem deutschen Alpenverein waren elf Teilnehmer im Ötztal unterwegs. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Weitere Bilder von dieser tollen Tour unter www.dav-mengen.de

Der Deutsche Alpenverein (DAV) Mengen/Riedlingen war auf Hüttenwanderung im Ötztal. Die elf Teilnehmer und ihr Tourenleiter Matthias Effinger bestiegen drei Dreitausender.

Gleich am Anreisetag erklomm das morgens um halbsechs in Mengen gestartete Bergteam aus sieben Frauen und fünf Männern den ersten Dreitausender. Der Anstieg startete direkt am Ortsausgang von Obergurgl. Auf dem Gelände der Universität Innsbruck konnten die Fahrzeuge für ein kleines Trinkgeld abgestellt werden. Der Weg führte schön durch das Naturdenkmal, den 400 Jahre alten Zirbelwald, zur Schönwieshütte auf 2270 Meter Höhe. Von dort aus ging es nach einer kleinen Stärkung mit leichtem Gepäck schnurstracks auf den 3020 Meter hohen Hangerer. Die 750 Höhenmeter bewältigte die Gruppe in eineinhalb Stunden. Für sieben Gruppenmitglieder war der Hangerer-Gipfel eine echte Premiere – erstmals auf über 3000 Metern Höhe. Entsprechend wohlgelaunt konnte Tourenleiter Matthias Effinger die Gruppe zur Langentalereckhütte geleiten, wo man sich für zwei Nächte eingebucht hatte. Alles in allem war man am Starttag mit insgesamt 1400 Metern im Aufstieg und 900 Metern im Abstieg rund 4,5 Stunden unterwegs.

Anderntags, am Freitag, waren alle für den Gipfel des Eiskögele (3233 Meter) bereit und nach drei Stunden wurde eifrig nach dem Gipfelstempel gesucht, um das erreichte Ziel zu dokumentieren. Leider ohne Erfolg. Nur ein Gipfelbuch fand sich und eine überaus findige und kreative Autorin hinterließ dort einen passenden Reim, den jetzt jeder unter dem 17. August 2018 nachlesen kann. Zu dem genialen Rundumblick ein weiterer Grund das Eiskögele zu besteigen, denn der Eintrag der hohen Dichtkunst lohnt sich. Für den Rückweg fand sich ein Alternativabstieg zum Seelenferner, den eine kleine Gruppe wagte und so über die Gletscherzunge wandeln konnte. Im Abstieg zur Langentalereckhütte fanden beide Gruppen wieder zueinander, so dass alle gemeinsam diesen Tag nach rund fünf Stunden Gehzeit und jeweils 900 Meter auf und ab beschließen konnten.

Über die 142 Meter lange Brücke

Für den Samstag war das auf 3006 Meter gelegene und weithin sichtbare Ramolhaus als Ziel ausgegeben. Ein Klacks, wie es scheinen mag, aber zuerst mussten einige Meter im Abstieg bewältigt werden, die es nachher wieder hoch ging. Dazwischen lag die 142 Meter lange Piccardbrücke. Die in der zweiten Saison begehbare Hängebrücke ist auf 2470 Metern Höhe gelegen und führt von Juli bis September rund 100 Meter über den Schluchtboden beziehungsweise die letzten Ausläufer des Gurgler Ferner. Eine schnelle Jause zur Mittagszeit am Ramolhaus kräftigte die gesamte Gruppe, um wenig später bei bewölktem Himmel den Weg zum Ramoljoch (3189 Meter) in Angriff zu nehmen. Seile und steile Tritte sowie Leitern erleichterten den Aufstieg. Oben angelangt versuchte eine kleine Gruppe den Weg zum Gipfel des Hinteren Spiegelkogel (3424 Meter). Dieses Unterfangen wurde aber bald für einen Teilnehmer zu ausgesetzt und schwierig, weshalb auch in Anbetracht der ungewissen Witterung und des nachfolgenden Abstiegs der Tourenleiter zum Abbruch riet.

Alles in allem wieder ein Tag mit über 1000 Höhenmetern im Anstieg und 500 Meter im Abstieg. Der Regen setzte am späten Abend ein. Doch morgens war das Gewitter längst verzogen und für die Frühaufsteher der Gruppe bot sich ein gigantischer Sonnenaufgang. Mit dem Gurgler Gletscherpanorama im Rücken ging es sonntags 1100 Meter hinunter. Der sanft abfallende Weg über die Küppelealm, eine halbverfallene Hütte, die den Schafhirten dient, erreichte die Gruppe Obergurgel nach rund drei Stunden. Noch genügend Zeit, sich vor der Abfahrt mit Kaiserschmarrn oder anderen Leckereien zu stärken.

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