Um eine neue Berufsschule geht es bei einem Riedlinger Projekt in Burkina Faso
Um eine neue Berufsschule geht es bei einem Riedlinger Projekt in Burkina Faso (Foto: . privat)
Schwäbische Zeitung

Mehr als eine halbe Million Euro sind im vergangenen Jahr bei der SZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ zusammengekommen. Im Mittelpunkt steht die Bekämpfung von Fluchtursachen. Der Erlös der Spendenaktion ging zur Hälfte in Flüchtlingscamps im Nordirak und zur anderen Hälfte in lokale Initiativen, die Projekte weltweit unterstützen. Im Verbreitungsgebiet der „Schwäbischen Zeitung“ Riedlingen wurden fünf Hilfsprojekte mit insgesamt 15 000 Euro bedacht. Auch in diesem Jahr geht die Spendenaktion weiter, das Thema bleibt gleich.

Gemeinsam mit Patience Mollè Lobè aus Kamerun hat die Riedlingerin Dr. Reginamaria Eder vor 20 Jahren begonnen, sich um Mädchen, die verstoßen oder zur Überlebensprostitution gezwungen waren, zu kümmern. Die beiden Frauen bauten das Sozialzentrum HUPJEFI auf. Dort bekommen die Mädchen Halt und Bildung. Dem Nomadenmädchen Tsenabou wäre es wie vielen Mädchen in Kamerun gegangen, hätte sie bei HUPJEFI nicht Hilfe gefunden. Statt in jungen Jahren zwangsverheiratet zu werden, ging sie ins Gymnasium und machte das Abitur. Heute studiert die 18-Jährige Tiermedizin.

Der Uttenweiler Verein Ushirika ist seit mehr als zehn Jahren in Kenia aktiv und unterstützt Jugendliche, die es sich sonst nicht leisten könnten, eine Schule zu besuchen. Unter anderem übernimmt der Verein die Prüfungsgebühren und die Kosten für den Schulweg und Verpflegung. Außerdem soll mehr jungen bedürftigen Mädchen eine Ausbildung ermöglicht werden. Msulwa Youth Poytechnic (MYP), eine handwerkliche Schule in Kenia, konnte einen enormen Zuwachs von Schülern aufnehmen. Insgesamt seien derzeit 76 Azubis aufgenommen, die eine Ausbildung zum Maurer, Schreiner, Schneider, Elektriker, Metallfacharbeiter und Flaschner machen.

Die Alb-Donau-Rumänienhilfe mit Sitz in Dürmentingen bringt Lebensmittel, Betten und Medikamente an Bedürftige in Rumänien. Durch die Hilfstransporte soll die Not in der Stadt Marghita, der Gemeinde Padurea Neagra und in den umliegenden Dörfern sowie in Kinderheimen gelindert werden. Mit dem eigenen Transportfahrzeug organsieren die ehrenamtlichen Mitglieder unabhängig und selbstständig Fahrten in die Orte, in denen Hilfe dringend benötigt wird. Die Weihnachtspäckchen-Aktion ist für dieses Jahr wieder geplant. Empfänger sind Kinder der katholischen Kirchengemeinde in Marghita.

Die Kolpingfamilie Ertingen ist seit vielen Jahren in Tansania aktiv und baut dort die Infrastruktur auf. Unter tatkräftiger Mithilfe der Einheimischen wurde der Dachstuhl einer neu erbauten Schreinerwerkstatt im Mädchen-Internat von Kifungilo errichtet und auch eine Photovoltaik-Anlage installiert. Die Dürmentinger Firma Raichle lieferte und sponserte die Anlage zum Teil und entsandte einen Mitarbeiter. An dem Projekt beteiligt sind auch Architekt Ludwig Boll aus Bad Saulgau und die Zimmerei Pius Luib in Fulgenstadt. Jugendliche sollen in der Werkstatt die Möglichkeit einer Ausbildung erhalten. Für die Austattung wurde ein Container mit Werkzeugen nach Kifungilo verschifft.

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