Grünanlage wird zur Konzert-Arena

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Waltraud Wolf

Vom ersten bis zum letzten Ton der musikalischen Darbietungen beim Sommerfest der Conrad Graf-Musikschule am Sonntag sind die Reihen in der Grünanlage dicht besetzt gewesen. Alle Musiker, egal ob als Solisten aufgetreten oder im Ensemble spielend, erhielten die Aufmerksamkeit des Publikums und starken Beifall.

Musikschulleiter Reinhold Gruber hatte den Ablauf des Festes klug gewählt und ließ es von Christine Kohnen und ihren kleinen Schützlingen des Trommelspaßes eröffnen, die gleich für gute Laune sorgten. Mit einem furiosen Auftritt des Percussions-Ensembles von Markus Merz mit begeistert aufgenommenen südamerikanischen Rhythmen endete das Fest. Dazwischen war klassische Musik von Beethoven bis Vivaldi zu hören, Filmmusik von James Bond und anderen Thrillern, aber auch Rock und Pop.

Mutige junge Damen mit starken Stimmen hatten ihren ersten Gesangs-Auftritt, begleitet von ihrer Lehrerin Laura Schafranek am Klavier, die auch an diesem Instrument ausbildet und Schüler vorspielen ließ. Melina Grabert hatte bei der Präsentation ihres Könnens an den Geigen ihre Schützlinge Mikhail Antipov anvertraut, der mit seiner Ausstrahlung nicht nur seine Schüler bezaubert, die ebenfalls zu hören waren. Fächerübergreifend war in berührendem Spiel ein Cello mit einer Querflöte zu hören; das Instrument, das in Riedlingen das Terrain von Lisa Keaton-Sommer und Andreas Sommer ist, die ihre Schüler in verschiedenen Ensembles auftreten ließen. Das Musiker-Ehepaar hatte am Morgen den Gottesdienst in der Sankt Georgs-Kirche mitgestaltet und auf diese Weise das Sommerfest eingeläutet.

Gitarrenlehrer Jens Richter überraschte mit einer kleinen Band mit Sängerin und machte dabei eindrucksvoll auf einen Band-Workshop aufmerksam, der immer montags an der Musikschule stattfindet und offen ist für weitere Interessenten.

Auch Michael Reiter wies auf eine Besonderheit hin. Er trat mit der Bläserklasse auf, die an der Joseph Christian-Gemeinschaftsschule eingerichtet wurde als Beispiel für das Riedlinger Modell – eine Kooperation zwischen Musikschule, Schule und Stadtmusik.

Wie unterschiedlich Gitarrenklänge klingen können, zeigte sich bei dem Ensemble von Heidi Schiller und der Präsentation von Gianni Ulmer, hier klassisch zart, dort metallisch hart.

Klavierschüler von Rosa Widik und Marina Lewandowski spielten zwei- oder vierhändig vor großer Zuhörer-Kulisse und erhielten viel Beifall. Große Bläsergruppen versammelten dagegen Bernd Buck, der Klarinette und Saxofon unterrichtet, und Trompetenlehrer Albrecht Streicher um sich und machten die Grünanlage zur Konzert-Arena. Reinhold Gruber saß bescheiden im Hintergrund am Cajon, während Schüler von ihm an ihren Instrumenten das Ensemble verstärkten.

Gebührend gewürdigt

Dafür, dass jeder gebührend mit seinem Vortrag gewürdigt wurde, sorgte während des ganzen Tages Uwe Nita mit seinen Ansagen am Mikrofon. Ulrike Fetsch beschenkte die Kinder mit kreativen Ideen und ließ sie eine Gitarre oder eine Geige basteln und erfreute die Jüngsten und ihre Eltern mit ihrem beliebten Kistentheater im Kaplaneihaus.

Zum Gemeinschaftserlebnis wird das Sommerfest der Musikschule alle Jahre aber auch dank des engagierten Mitwirkens des Fördervereins, der für die Bewirtung Sorge trägt und sich dabei auf viele Kuchenspenden der Eltern verlassen kann. Damit profitierten alle davon, die Lehrer und Lehrerinnen, die ihre Kompetenz zeigen können, die Schülerinnen und Schüler, die Eingeübtes vor Publikum präsentieren dürfen und dies im besten Fall noch im Ensemble mit anderen, die Eltern, die mit Stolz auf ihre Kinder und ihre Leistungen blicken können und die Musikschule, die dank der Zuwendungen ihres Fördervereins Unterstützung beim Instrumentenkauf, Ensemblespiel oder anderen Notwendigkeiten findet und vor allem sich und ihr breites Angebot in einer lockeren Atmosphäre unter Beweis stellen kann.

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