Gesellschaftskritik und Sound auf hohem Niveau

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Rocken und Pipen: Martin Waibel (links) und Eckarr Lehmann von „Cúl na Mara“.
Rocken und Pipen: Martin Waibel (links) und Eckarr Lehmann von „Cúl na Mara“. (Foto: Ursula Kliebhan)
Schwäbische Zeitung
Ursula Kliebhan

Cúl na Mara war am Samstag im Lichtspielhaus zu Gast. Eine „Hammer“-Band, zwei Frauen, zwei Männer, die es schaffen mit keltischem Folk gemixt mit hartem Rock- und Punk-Rock, ein gemütliches Kinosaal-„Wohnzimmer“ in ein brodelndes irisches Pub zu verwandeln. Mehrfach mit Preisen ausgezeichnet zeigten die schwäbischen Musiker erneut am Releaseabend ihrer neuen CD „The world is colourful“ was sie drauf haben.

Nicht viele getrauten sich auf die Tanzfläche. Aber auch die Kinosessel vibrierten, das Publikum ging mit, die Musik und Bühnenshow gefiel, war nie zum Gähnen. Dafür sorgte Eckhard Lehmann dominant mit seinen Highland Pipes und Whistles, die Moderation und Leadgitarre gehörte Martin J. Waibel. Sonja Bumiller spielte den Bass oder das Akkordeon, Drummerin Sylvia Häufle lieferte den rockigen Part. Bemerkenswert: Jeder des Folk-Rock-Quartetts, übernahm abwechselnd den Leadgesang .

Nachdem die Band 2014 beim 32. Deutschen Rock&Pop Preis mit einem Album Platz eins belegten, könnte auch ihre neueste CD 2018 preisverdächtig sein. Die Songs auf „The world is colourful“ enthalten einiges an Gesellschaftskritik, ein musikalisches Stimmungsbild unserer Zeit. In Songs wie „Last eagle flies“ wird die desolate Situation unserer Umwelt verarbeitet. Aber auch die Historie der Highlands spielt in „Highland Clearances“ eine Rolle und ein Bogen zu heute geschlagen: „Ein Song für alle Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden!“

Aber auch romantische, sanfte Töne wurden von Cúl na Mara angeschlagen. Drummerin Sylvia Häufle sang das Chanson „J’aime“, ein Liebeslied und eine Erinnerung an die keltische Geschichte der Bretagne. Im Headliner ihrer neuen CD „The world is colourful“ versendet die Band ein simple Botschaft: „Die Welt ist nicht schwarz-weiß, sondern bunt, dumpf denkende Menschen zählen nicht!“

Role Roth ein Lied gewidmet

Neben vielen nachdenklichen Momenten gab es an diesem Abend auch bleibenden Eindrücke die „colourful“ und wild waren, sehr wild. „Role Roth“ heißt ein Song auf der neuen CD. Gewidmet ist er dem oberschwäbischen Wetterguru und Hard Rock-Lover Roland Roth. Zu der heißen ACDC Zeit brachte ihr Sänger Bon Scott den Dudelsack auf die Rockbühne. „Role bist du da?“, fragte Martin Waibel den leidenschaftlichen Bon Scott Fan. Natürlich war er da. Gegen Ende fing das „Irish Pub“ an zu kochen à la „Highlands to hell“: Die Jungs rockten gigantisch wie einst ACDC.

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