Gertrud und Siegfried Kaleck feiern Diamantene Hochzeit

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Gertrud und Siegfried Kaleck in Daugendorf feiern das Fest ihrer Diamantenen Hochzeit.
Gertrud und Siegfried Kaleck in Daugendorf feiern das Fest ihrer Diamantenen Hochzeit. (Foto: Foto Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Gertrud und Siegfried Kaleck wohnen am Ortsrand von Daugendorf so richtig im Grünen, fast wie im Paradies. Dankbarkeit und ungebrochener Lebensmut strahlen aus ihren Augen, wenn sie von ihrer diamantenen Hochzeit sprechen, die sie im Kreis ihrer Familie feiern.

60 Jahre gemeinsam durchs Leben gehen zu dürfen ist nichts Selbstverständliches, sondern Grund zur Dankbarkeit – vor allem, wenn man die Zeit mit einschließt, in der das Paar zueinanderfand. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erzählt Gertrud Kaleck. Doch die Geschichte dahinter kommt erst allmählich zum Vorschein. Denn dass Daugendorf und Königsberg „einfach so“ zueinanderfinden – auch das ist nicht selbstverständlich.

Als Jüngste von sechs Mädchen wuchs Gertrud Zick im damaligen Bahnwärterhäuschen in Daugendorf auf. Nach ihrem Abschluss der Hauptschule ging sie, wie es damals so üblich war, in einen Haushalt nach Reutlingen. Später arbeitete sie sieben Jahre lang als Weberin bei Möbelstoff-Bauer und wechselte danach für 14 Jahre zu Silit nach Riedlingen, wo sie in der Fertigung tätig war. Nachdem Sohn Gerd 15 Jahre alt war, nahm sie ihre Arbeit bei Silit wieder auf, hat sich zur Fachberaterin hochgearbeitet und war während dieser 23-jährigen Tätigkeit in vielen Verknüpfungen zu Silit in ganz Süddeutschland unterwegs. Doch unvergessen in dieser Zeit ist die Frage: „Darf ich dich zum Tanzen einladen?“

Siegfried Kaleck stammt aus Königsberg. Im Februar 1945 musste seine hochschwangere Mutter mit ihm und fünf weiteren Geschwistern flüchten, wobei das inzwischen zur Welt gekommene Baby die Flucht nicht überlebte. Vier Jahre lang waren sie in Dänemark im Lager interniert, bis sie über Haltingen nach Riedlingen kamen.

In Dänemark lernte Siegfried Kaleck Buchbinder, in Hailtingen fand er Arbeit in der dortigen Mühle. Dann arbeitete er zehn Jahre lang als Weber auch bei Möbelstoff-Bauer, um dann ebenfalls in die Silit nach Riedlingen zu wechseln, wo er die nächsten 37 Jahre als Galvaniseur beschäftigt war. Siegfried war der Älteste von sieben Kindern und musste schon früh Verantwortung übernehmen, da sein Vater erst 1950 aus der Gefangenschaft nach Hause zurück kam.

„Ich besaß als Bursch’ von etwa 20 Jahren ein Motorrad“, erzählt der heutige Jubilar. „Ein Freund von mit hatte ein Auge auf eine der Schwestern meiner jetzigen Frau geworfen. Also fuhren wir zum Bahnwärterhäuschen. Da hab ich die Gertrud entdeckt, und die Liebe hat mich getroffen.“ Aus dem ersten Kontakt wurde mehr. „Zwei Sätze sind mir noch in bester Erinnerung. Zuerst: Darf ich dich ins Kino einladen? und später: Darf ich dich zum Tanzen einladen?“

Tanzen bleibt Hobby

In der nun 60-jährigen Ehezeit besaß für die Frau des Hauses das Nähen von Kleidung aller Art einen hohen Stellenwert, während bei Ehemann Siegfried der Fußball zum täglichen Leben gehörte. 25 Jahre als Jugendtrainer in Daugendorf und bei der AH-Mannschaft sind unvergessen. Das größte Hobby des Jubelpaares jedoch war das Tanzen, was man heute noch aus dem Gespräch mit den beiden heraushört.

Schon als Sohn Gerd zur Welt kam war das Glück der Familie Kaleck komplett. „Die beiden Enkelinnen jedoch halten uns Großeltern auf Trab. So bleiben wir jung!“, betont Gertrud Kaleck.

So wie am 16. August 1958 in der Christuskirche Riedlingen die Trauung stattgefunden hat, will das Jubelpaar nach 60 Jahren zu seiner diamantenen Hochzeit das Eheversprechen wieder im gleichen Gotteshaus erneuern. Nun werden die beiden Enkeltöchter dieses Fest mitgestalten, damit Oma und Opa mit vielen guten Wünschen in das neue Jahrzehnt ihrer Ehe starten können.

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