Sängerin Brigitte Thaler arbeitet gerade viel im Studio um eine neue CD zu produzieren.
Sängerin Brigitte Thaler arbeitet gerade viel im Studio um eine neue CD zu produzieren. (Foto: Mechtild Kniele)
Mechtild Kniele

Ein Leben ohne Musik und ohne Gesang ist für Brigitte Thaler nicht vorstellbar und deshalb leidet sie – wie viele andere Musiker auch – unter den derzeitig herrschenden Einschränkungen und Einschnitten im täglichen Leben. Aber die rührige Sängerin hat ihren Optimismus nicht verloren und findet für sich kreative Wege, um trotzdem Musik machen und singen zu können.

Geboren und aufgewachsen ist Brigitte Thaler – ihre Freunde und Bekannte aus Riedlingen kennen sie unter dem Namen Brigitte Reck – in Riedlingen. Im Alter von neun Jahren hat sie an der Jugendmusikschule Riedlingen mit Klavierunterricht begonnen, ihre erste Klavierlehrerin war Gisela O’Grady-Pfeiffer.

Es begann in der Jugendmusikschule

Doch nach sechs Jahren hatte sie für sich herausgefunden, dass sie singen möchte und wechselte zum Gesangsunterricht, ebenfalls in der heutigen Conrad-Graf-Musikschule. Sie hat in einer KJG-Band gesungen und danach bei einer Funkband in Biberach-Fischbach. „Meine Mama musste mich immer von den Proben abholen“, erzählt sie und erinnert sich an weitere Musikerformationen in Riedlingen. Dabei war sie bei „Six Brown Eyes“, gemeinsam mit Asita Djavadi und Beate Sauter. Sie hat „Shokee and Sands“ mitbegründet und bei „Cha Cha Boo“ gesungen. „Riedlingen war und ist für mich immer noch ein Mikrokosmos an Musik und Kreativität“, sagt sie.

Musikalische Pause

Gerne denkt sie auch an ihre Schulzeit an der Geschwister-Scholl-Realschule zurück, wo sie mit großer Begeisterung an der Foto-AG teilgenommen hat. Das hat sie so geprägt, dass sie eine Ausbildung als Fotografin gemacht hat. Am Wirtschaftsgymnasium in Biberach legte sie das Abitur ab und danach gab es für sie eine längere „musikalische Sendepause“: ein Aufenthalt in London, die Berufsausbildung in Villingen-Schwenningen und im Anschluss ein Studium an der FH in Konstanz (Kommunikationsdesign). Beruflich hat sie sich danach sofort selbstständig gemacht und ist nach Aulendorf gezogen, wo sie bis heute lebt.

Erst im Alter von 34 Jahren hat sie gemerkt, was ihr fehlt – die Musik. Sie hat wieder Gesangsunterricht genommen und sich eine Anlage gekauft, um auf Hochzeiten singen zu können und rasch eine erste CD produziert. Mit ihrer schönen Stimme wird sie gerne gebucht und eingeladen, auch zu einem Gastauftritt bei der Stadtkapelle Bad Waldsee. Ein großer Erfolg war und ist eine CD mit Weihnachtsliedern – Brigitte Thaler singt und Edmund Butscher spielt Panflöte. Unter dem Titel „Kommt ein Vogel geflogen“ hat Brigitte Thaler Kinderlieder eingesungen und man kann wählen, ob man mit ihr mitsingen oder zu einer Instrumentalbegleitung selber singen möchte. Ihre Zwillinge, mittlerweile acht Jahre alt, waren nicht immer angetan von ihrem Gesang: „Mama, nicht singen!“ lautete ihre Bitte. Keine Chance für den Nachwuchs, denn Brigitte Thaler wollte singen, und „dann setze ich euch eben eine CD vor“, lacht sie.

Jazz, Pop und Bossa-Nova

Eine Zufallsbegegnung mit Hansjörg Bitterwolf vor rund zwei Jahren führte zur Jazzband „Gitte und die alten Hasen“. Leider gab es im vergangenen Sommer lediglich drei größere Auftritte, ein großer Erfolg und sehr viel Spaß für die sechs Musiker der Band, beziehungsweise des Jazz-Duos, wie auch für die Zuschauer. Durch die Pandemiebeschränkungen sind momentan gemeinsame Proben nicht mehr möglich, doch Brigitte Thaler will nicht auf Musik verzichten. So hat sie sich mit Hansjörg Bitterwolf zu einem Jazz-Duo zusammengeschlossen und die beiden Musiker arbeiten momentan äußerst produktiv an einer neuen CD, die im Frühjahr erscheinen soll. Es wird eine Mischung aus Jazz, Pop und Bossa-Nova. Auf Finnisch singt sie ein Lied, welches sie seit Jahren begleitet und welches sie sehr liebt: „Hiljaisuus“ von Samu Haber, ein Lied über „Stille“, über eine gute Stille.

Die Stille des Lockdown ist nicht gut für Künstler und Musiker. Brigitte Thaler vermisst Live-Auftritte und Kontakte mit dem Publikum, doch sie nutzt die Zeit kreativ: Sie hat begonnen, Ukulele zu lernen. Sie schreibt eigene Texte und bringt eigene Lieder zu Papier – Ideen sind da. Entdeckt hat Brigitte Thaler die sozialen Medien, und sie freut sich sehr, wenn sie hier Kontakte knüpfen kann und auf diese Weise positives Feedback bekommt. So hat sie gelernt, sich selbst zu filmen, eigene Lieder auf Youtube hochzuladen und sich auf den nächsten Sommer zu freuen, wo spannende Projekte warten wie Jazz-Matinées auf der Heuneburg und in Salem.

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