Funkelnde Oldtimer und glänzende Laune

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Leo Suchan

Blank poliert glitzerten und funkelten die Old- und Youngtimer in Daugendorf am Sonntag mit der Spätsommer-Sonne um die Wette. Bereits zum elften Mal fand in diesem Jahr das Oldtimertreffen dort statt – und sorgt für immer neue Besucherrekorde.

„Wir sind schon ein paar Mal da gewesen“, erzählt ein Ehepaar aus Unlingen, das mit ihrem VW-Bus Baujahr 1989 den Katzensprung nach Daugendorf gemacht hat. An den anderen Autos ist zumindest ihr kleiner Sohn Roman nicht wirklich interessiert. Dafür wird jeder vorbeifahrende Traktor mit gebührendem Staunen begutachtet. „Das ist ganz toll für die Jungs“, schmunzelt seine Mutter. In diesem Jahr, findet sie, seien besonders viele Traktoren auf das Oldtimertreffen gekommen.

Das sehen Reinhard und Rosemarie Klein anders. Seit sie zum ersten Mal 2013 hier gewesen seien, kämen immer mehr alte Autos, die die Traktoren allmählich verdrängen würden. Trotzdem: Das Treffen in Daugendorf wollen auch sie nicht missen. Mit ihrem 1952 gebauten Traktor sind sie aus Steinhilben mit immerhin 30 km/h hergefahren. Andere Exemplare derselben Bauart, erzählte Reinhard Klein stolz, würden nur etwa 25 schaffen. „Die machen dann Augen, wenn wir sie überholen“, lacht er. Um den guten Zustand des Traktors zu erhalten, sei allerdings viel Pflege nötig. Viele Ersatzteile, erklärt Reinhard Klein, erhalten sie über einen Oldtimerverein. Natürlich werde dann selber Hand angelegt, beispielsweise am Dach, dass er eigens angefertigt und eingebaut habe.

Neben den Oldtimern lockte auch das verkaufsoffene Möbelhaus Bleicher und der Kunstgewerbemarkt mit fast 20 Ständen zahlreiche Besucher an. Ob aus Holz, Keramik, Metall oder sogar Perlen: Schmuckstücke, Gegenstände und Gerätschaften aller Art, von der handgemachten Pfeffermühle über individuelle Kernseife bis zum furchteinflößenden Metalldrachen, fanden am Sonntag neue Besitzer. Natürlich durfte auch ein Stand mit Modellautos nicht fehlen, an kleine und große Automobilenthusiasten den ein oder anderen Schatz entdecken konnten.

Seniorchef Martin Bleicher vom Daugendorfer Möbelhaus Bleicher zieht eine knappe, aber sehr positive Bilanz: „Super viele Leute, super Wetter.“ Er schätzt, dass 1500 bis 2000 Besucher an diesem Sonntag den Weg nach Daugendorf gefunden haben. Für die Zukunft macht er sich keine Sorgen. „Das Treffen wächst jedes Jahr.“ Bereits um neun Uhr morgens wären fast 40 Fahrzeuge auf der Wiese gewesen, obwohl der offizielle Beginn erst um elf Uhr gewesen sei. Insgesamt hätten sich wohl fast 600 Old- und Youngtimer eingefunden – auch das eine Bestmarke.

Einer dieser 600 fahrenden Schätze war ein Ford Thunderbird, Baujahr 1963, mit dem Berthold und Martina Schmid aus Engstingen nach Daugendorf gekommen sind. Ihr 300 PS starker amerikanischer Wagen stamme noch von vor der Zeit, in der das schwarze Gold knapp zu werden drohte; oder, wie Berthold Schmid es ausdrückt: „Die Autos nach 1970 wurden ja von der Ölkrise kastriert.“ Das Ehepaar ist bereits zum zweiten Mal hier und genießt unter einem Sonnenschirm den Sonntag ganz entspannt. Für sie hat sich der Ausflug auf jeden Fall gelohnt.

Auch die KLJB Daugendorf, die das Treffen organisierte, zeigte sich zufrieden. Nachdem im vergangenen Jahr die 300 gedruckten Beschreibungskärtchen schon um zwölf Uhr ausgegangen waren, hatten sie dieses Jahr 400 vorbereitet – die dann ab 13.30 Uhr vergriffen waren. Größter Besuchermagnet, da waren sich alle Beteiligten einig, war das Wetter. Wer dennoch genug von der Sonne hatte, konnte sich unter einem der vielen Sonnenschirme ausruhen, etwas essen und der Rockmusik der Band „Wanted DOA“ lauschen, die für musikalische Unterhaltung sorgte. Die Laune bei der Band wie bei den Besuchern ist prächtig, wie auch Sänger Ralf Breimayer zufrieden feststellen konnte: „Es war von Anfang an richtig gute Stimmung.“ Und die blieb auch bis zum Ende, als sich die Old- und Youngtimer mit ihren Automobilen und Traktoren und Motorrädern und Wohnmobilen von Daugendorf verabschiedeten und in die Abenddämmerung nach Hause fuhren – bis spätestens zum nächsten Jahr.

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